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Spezialisten der heimischen Bergwachten unterstützen die Bergrettung Niederösterreich bei der Waldbrand-Bekämpfung in der Rax

Ehrenamtliche Einsatzkräfte der Bergwachten aus der Region Chiemgau haben während der vergangenen Tage grenzüberschreitend die Österreichische Bergrettung in Niederösterreich bei der Bekämpfung eines ausgedehnten Bergwaldbrands in der Rax bei Hirschwang unterstützt.

Die heimische Bergwacht in den Landkreisen Altötting, Berchtesgadener Land und Traunstein verfügt nach eigener intensiver Erfahrung bei großen Waldbränden (z. B. im Juli 2013 und im April 2007 im Thumsee-Gebiet) mittlerweile über Spezialisten und besondere Ausrüstung für derartige Einsatzlagen, darunter ein in Altötting stationierter Umweltanhänger mit Ausrüstung zur Waldbrandbekämpfung und ein in Traunstein stationierter Technikbus samt Wärmebilddrohne zur Erkundung und Aufklärung von sonst nicht sichtbaren Glutnestern und Brandherden im Boden.

„Wir haben unter anderem aufgrund der letzten großen Gebirgsvegetationsbrände in den Landkreisen Berchtesgadener Land und Traunstein zusammen mit den regionalen Feuerwehren und Katastrophenschutzbehörden optimierte Konzepte zur Aufklärung, Brandbekämpfung und Absturzsicherung der Einsatzkräfte im Steilgelände entwickelt und stetig im Erfahrungsaustausch weiter optimiert und konnten deshalb unsere Partnerorganisation in Niederösterreich professionell unterstützen“, berichtet Bergwacht-Regionalgeschäftsführer David Pichler.

Von Samstag bis Montag waren 13 heimische Bergretter auf Anforderung aus Niederösterreich grenzüberschreitend im Einsatz, um vor allem die örtliche Bergrettung im Schichtdienst abzulösen und personell zu verstärken. Die Fläche des Brandes umfasste bis zu 200 Hektar, wobei die Bergretter die Feuerwehr im steilen Gelände sicherten und rettungsdienstlich betreuten. Die Bergwacht Chiemgau war mit ihrem Umweltanhänger und einem erfahrenen Technikteam für den Drohneneinsatz vor Ort. Die mit Wärmebildkamera ausgestattete Drohne lokalisierte Brandherde und lieferte wertvolle Informationen für die Einsatztaktik.

Zur Spezialausstattung des Umweltanhängers zählen hitzebeständige Seile, feuerfestes Sicherungsmaterial aus Aramid sowie tragbare Gerätschäften wie spezielle Motorsägen, Hacken, Transportkisten und eine kettenbetriebene Kleinraupe. Das Material wurde benötigt, um Zugangs- und Rettungswege im Steilgelände für die Einsatzkräfte der Feuerwehren herzustellen und zu sichern. Mit den Spezialseilen konnten die Bergretter Feuerwehrkräfte beim Arbeiten im Gelände gegen Absturz sichern. Aufgrund ihrer Einsatzerfahrung und Fachkompetenz unterstützten die Experten der Bergwacht Bayern den lokalen Stab der Bergrettung in strategischen Fragestellungen.

Wiederholt war die Bergwacht in den vergangenen Jahren bei Bränden auch in den Bayerischen Alpen mit der Feuerwehr gemeinsam im Einsatz: Thumsee, Herzogstand, Sylvenstein und Schwarzenberg sind nur einige Orte, an denen ehrenamtliche Bergretter die Einsatzkräfte der Feuerwehr im Gelände sicherten sowie den Heli-Einsatz, die Logistik und die gesamte Einsatzdurchführung unterstützten – Szenarien, die durch den Klimawandel immer häufiger werden. Mit diesen Fragen befasst sich aktuell unter anderem eine an der Staatlichen Feuerwehrschule Regensburg eingerichtete Arbeitsgruppe, an der die Bergwacht Bayern beteiligt ist.

Aktuell verfügt die Bergwacht Bayern über zwei derartiger Spezialanhänger – stationiert im Osten bei der Bergwacht Altötting und im Westen bei der Bergwacht Murnau. Fragestellungen zur Einsatztaktik und zum Risikomanagement werden verstärkt in der Aus- und Fortbildung aufgegriffen. Der Eigenschutz der Kräfte durch eine entsprechende Weiterentwicklung und Beschaffung von Schutzausrüstung gehören aber ebenso zum Bergwald-Brandbekämpfungskonzept. Als Teil des komplexen Hilfeleistungssystems des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) ist die Bergwacht ein leistungsstarker und universell auch bei Sturm, Hochwasser, Muren und Lawinen einsetzbarer Akteur im bayerischen Bevölkerungs- und Katastrophenschutz.

red/Pressemitteilung BRK BGL
Bilder © Bergrettung Niederösterreich
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