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Einfacher Boots-Krankentransport wird fast zu umfangreichem Such-Einsatz

Trennung und fehlende Absprache unter drei Bergsteigern hätte fast einen Großeinsatz ausgelöst.

Am Sonntagabend gegen 20 Uhr musste die BRK-Wasserwacht Berchtesgaden einen 40-jähriger Münchner mit einer Sprunggelenksverletzung von Salet abholen. Er habe bereits selbständig und ohne ausreichenden Erfolg mehrere Schmerztabletten bis zur Dosisgrenze geschluckt. Bei der Rückfahrt zur Seelände stellte sich dann heraus, dass der Münchner zu einer Dreiergruppe mit zwei Augsburgern gehörte, die sich nach einer ausgiebigen Wanderung vom Königssee zur Gotzenalm, Wasseralm und zurück zum Obersee um etwa 18 Uhr zwischen der Anlegestelle Salet und dem Sagerecksteig verloren hatte. Anrufe auf das Handy der beiden Vermissten gingen nicht durch. Ein Handy war in keinem Netz eingebucht. das zweite Gerät allem Anschein nach eingebucht, aber defekt. An der Seelände angekommen wurde noch am Parkplatz Königssee geprüft, ob das Fahrzeug der Augsburger noch da ist, was sich bestätigte.

Weitere Anrufversuche schlugen wieder fehl, weshalb die Wasserwacht die Polizei informierte. Nach weiteren Recherchen, Anrufen im Kärlingerhaus und auf der Wasseralm beschloss der Einsatzleiter gegen 22.15 Uhr eine Suche einzuleiten. Die Wasserwacht sollte vorab mit dem Boot und einer Wärmebild-Kamera das Ufer und das Gelände des Königssees im entsprechenden Bereich absuchen. Die Polizei prüfte, ob ein Hubschrauber mit Wärmebild-Kamera zur Verfügung steht und ließ die Bergwacht Berchtesgaden alarmieren. Unmittelbar vor Beginn einer großen Suche versuchte der Einsatzleiter der Wasserwacht nochmal einen der Augsburger telefonisch zu erreichen. Der Anruf wurde angenommen, jedoch war die Verbindung offenbar einseitig, so dass der Einsatzleiter den Angerufenen nicht hörte. In der Hoffnung, dass der Augsburger doch was hört, forderte der Einsatzleiter der Wasserwacht diesen zweifach auf, von einem anderen Telefon, ob im Netz eingebucht oder nicht, die Integrierte Leitstelle über die 112 anzurufen. Plötzlich war die Verbindung einwandfrei und es stellte sich heraus, dass die beiden Augsburger wohlauf in Kühroint angekommen waren und nun den Rückweg zum Parkplatz Königssee antreten werden. Die Frage, weshalb die Kommunikation der Gruppe untereinander nicht zustande kam, ergab keine schlüssige Antwort. Der Sucheinsatz konnte somit vor Beginn gerade noch abgebrochen werden. „Zwei grundlegende Fehler, die Trennung einer Gruppe und keine Kommunikation untereinander hätten fast zu einem großen Sucheinsatz geführt“, berichtet Einsatzleiter Franz Kurz. Der Münchner suchte dann selbständig die Kreisklinik Bad Reichenhall auf und ließ dort seine Verletzung versorgen.

Bereits am Donnerstagnachmittag gegen 15.45 Uhr musste die BRK-Wasserwacht zusammen mit einer Rettungswagenbesatzung per Boot nach Sankt Bartholomä ausrücken, wo ein vierjähriger italienischer Junge am Kies gestürzt war und sich eine Platzwunde oberhalb des rechten Ohres zugezogen hatte. Die Einsatzkräfte versorgten ihn am Boot der Wasserwacht und brachten ihn mit den Eltern zur Seelände. Von dort aus gings per Rettungswagen zur Weiterbehandlung in die Kreisklinik Berchtesgaden.

red/Pressemitteilung BRK BGL

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