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Lehrteam Notfallmedizin der Bergwacht-Region Chiemgau bildet 20 Anwärter aus

Mehr Praxis mit komplexen, realitätsnahen Fallbeispielen im schwierigen Gelände: Dr. Christian Freund und sein Team vermitteln zukünftigen Rettern die lebensrettenden Grundlagen der Notfallmedizin.

Bergwacht-Notarzt Dr. Christan Freund und sein Lehrteam der Bergwacht-Region Chiemgau haben diesen Herbst in einem völlig neu strukturieren Grundkurs Notfallmedizin 20 Anwärter der Bergwacht sehr praxisnah für ihre bevorstehenden Einsätze geschult, darunter auch zwei Frauen. Der erste Teil des Grundkurses fand im Oktober auf der Blaueishütte am Hochkalter statt, wobei der Schwerpunkt auf Sommernotfällen und der medizinischen Versorgung im anspruchsvollen, absturzgefährlichen Klettergelände lag; für den zweiten Teil gings dann ins Seminarhotel Breitenstein in Schleching, wo die angehenden Einsatzkräfte alles zu den Winterthemen Kälte und Lawine, aber auch zur Höhenmedizin, zum Kindernotfall und zur Geburt lernten.

Der Kurs endete mit dem zweiten Teil der Prüfung Notfallmedizin, die alle Anwärter zur aktiven Bergwacht-Einsatzkraft absolvieren müssen. Im Rahmen der Neugestaltung des Kurses versuchen Dr. Freund und sein Team die Lehrinhalte vor allem durch sehr realistische Fallbeispiele möglichst praxisnah zu vermitteln, überwiegend im Gelände mit all seinen Schwierigkeiten, wo dann auch später die echten Einsätze stattfinden. „Unser Motto lautet komplexe Einsatzabläufe statt isoliertem Training von einzelnen Handlungen, wobei sich die Retter vor allem den universellen Algorithmus ABCDE zum Abhandeln von sämtlichen Notfalleinsätzen in Fleisch und Blut einprägen sollen. Das wird immer wieder trainiert, damit die Bergretter in jeder erdenklichen Situation handlungsfähig bleiben“, erklärt Dr. Freund.

In kurzen Theorieeinheiten vermittelten die Ausbilder auch Themen wie Höhenerkrankungen, Team-Kommunikation, Fehler-Kultur und psychische Belastungen. Kursleiter am Blaueis war der Ruhpoldinger Bergwacht-Notarzt Sebastian Bähr und in Schleching Christian Freund. Beide wurden tatkräftig von Ausbildern des Lehrteams Notfallmedizin und Sommerrettung der Region Chiemgau unterstützt, darunter auch der Ausbildungsleiter der Region, Christian Auer und zahlreiche Bergwacht-Notärzte wie Michael Braun (Bad Reichenhall), Marco Tusl, Ralf Kaukewitsch (beide Berchtesgaden) und Werner Mährlein (Ramsau).

Zwölf schwere Einsätze inklusive Prüfung von Freitagnachmittag bis Sonntagnachmittag können ganz schön schlauchen. Die Teilnehmer waren begeistert, obwohl ihnen die Fallbeispiele einiges auch an Kraft abforderten, bedingt durch schlechtes Wetter und schwieriges Gelände. Das alpine Ambiente, die Hütte und das Seminarhotel kamen sehr gut an, wobei auch Geselligkeit und Kameradschaft nicht auf der Strecke blieben und den Teamgeist bei den gestellten Einsätzen förderten. Das Fazit: Die zukünftigen Retter nehmen durch das praxisnahe Ausbildungsmodell viel Können und Wissen für künftige Einsätze mit. „Schwierigkeiten überraschen uns immer lieber in der Übung und nicht im echten Einsatz wo vielleicht ein Leben davon abhängt. Die Anwärter entwickeln bei den Übungen ein Gefühl dafür, wann welche Maßnahmen zu ergreifen sind und wann sie aufgrund der Gesamtsituation angepasst werden müssen“, erklärt Dr. Freund.

red/Pressemitteilung BRK BGL
Bilder © BRK BGL
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