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Bergwacht Berchtesgaden seit Mitte Juli bei 24 Einsätzen gefordert

Die Einsätze umfassten einen tödlich abgestürzten Bergsteiger sowie akut erkrankte, erschöpfte, verstiegene und blockierte Wanderer und Bergsteiger.

Die ehrenamtlichen Einsatzkräfte der Bergwacht Berchtesgaden hatten während der vergangenen beiden nur von wenig schlechtem Wetter getrübten Hochsommerwochen wieder alle Hände voll zu tun: Bei insgesamt 24 Einsätzen mussten sie Verstiegene, Erschöpfte, akut erkrankte und Verletzte retten und leider auch einen im Pflugtal am Hohen Göll tödlich abgestürzten 32-Jährigen suchen und bergen.

32-Jähriger stürzt im Göll-Pflugtal 50 Meter über Felswand ab und stirbt


Am Sonntagnachmittag (31. Juli) gegen 16.45 Uhr und am Samstagmittag (30. Juli) gegen 12.50 Uhr mussten die Besatzungen des Pongauer Notarzthubschraubers „Martin 1“ und des Traunsteiner Rettungshubschraubers „Christoph 14“ einen intern erkrankten Mann und eine Frau mit einer Knieverletzung vom Kärlingerhaus am Funtensee ausfliegen. In der Nacht von Freitag (29. Juli) auf Samstag suchten die ehrenamtlichen Bergretter einen am Hohen Göll vermissten 32-jährigen Bergsteiger aus dem Salzburger Flachgau, der im Abstieg durch die Göllsanden ins Alpeltal offensichtlich versehentlich auf den Pflugtalsteig gekommen war, wo er dann bei Regen und einsetzender Dunkelheit vom alpinen und ausgesetzten Steig abkam und rund 50 Meter über eine Wand abstürzte. Eine Bekannte, die den Wanderer abholen sollte, verständigte gegen 22 Uhr Bergwacht und Polizei, nachdem er nicht am vereinbarten Treffpunkt in der Scharitzkehl angekommen war. Ein Suchtrupp der Bergwacht stieg bei Dunkelheit und strömenden Regen über den Pflugtalsteig auf und das Team des Technikbusses der Bergwacht-Region Chiemgau machte sich mit seiner leistungsfähigen Wärmebilddrohne auf die Suche, mit der sie den Abgestürzten dann gegen 1.30 Uhr am Fuß einer Felswand orten konnten. Bergwacht und Polizei konnten nichts mehr für den tödlich Verunglückten tun und transportierten die Leiche zu Fuß auf den Weg und dann per Fahrzeug ins Tal. Neun Bergretter waren mehrere Stunden im Einsatz. Ein Beamter der Alpinen Einsatzgruppe (AEG) des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd nahm die Ermittlungen zum Unfallhergang auf.

Verstiegene aus der Watzmann-Ostwand gerettet


Bereits am Freitagnachmittag (29. Juli) brauchten gegen 15.30 Uhr zwei unverletzte Männer aus Baden-Württemberg die Bergwacht, da sie sich in der Watzmann-Ostwand im Bereich der Gipfelschlucht verstiegen hatten. Aufgrund des angekündigten Gewitters war Eile geboten: Die Besatzung des Salzburger Notarzthubschraubers „Christophorus 6“ machte sich mit zwei einheimischen und besonders ortskundigen Bergrettern zu einem Suchflug auf, da der Einsatzleiter die Verstiegenen auch nicht über Handy erreichen konnte. Vom Hirschwieskopf flogen die Retter dann die beiden Männer am Rettungstau aus der Wand und anschließend nach Kühroint aus. Am Donnerstagvormittag gegen 10.40 Uhr musste „Martin 1“ zur Wasseralm in der Röth fliegen, wo eine intern erkrankte Frau Hilfe brauchte und ausgeflogen werden musste. Am Mittwochabend (27. Juli) rückte die Bergwacht gegen 18.45 Uhr zur Priesbergalm aus, wo eine verletzte 27-jährige Urlauberin aus Hessen abgeholt und ins Tal gebracht werden musste. Eine Rettungswagenbesatzung des Berchtesgadener Roten Kreuzes übernahm sie in Hinterbrand und brachte sie dann in die Kreisklinik Bad Reichenhall. Bereits gegen 14 Uhr brauchte ein 89-jähriger Urlauber aus Hessen die Bergwacht, da er wegen Knieproblemen nicht mehr vom Jenner absteigen konnte. Die Ehrenamtlichen brachten ihn mit dem Auto zu seiner Unterkunft zurück.

Erschöpfte Urlauberin am Landtalsteig


Am Dienstagnachmittag (26. Juli) ging gegen 16 Uhr ein Notruf vom Landtalsteig ein, wo eine erschöpfte 53-jährige Urlauberin aus Baden-Württemberg mit Kreislaufproblemen nicht mehr weiterkam. Die Besatzung des Traunsteiner Rettungshubschraubers „Christoph 14“ setzte ihren Notarzt und einen Berchtesgadener Bergretter in der Nähe der Einsatzstelle ab, die dann zu Fuß weiter zur Patientin im Bergwald gehen mussten. Die BRK-Wasserwacht und der Landrettungsdienst des Berchtesgadener Roten Kreuzes waren zeitgleich bei einer Wiederbelebung auf einem Kursboot der Königsseeschifffahrt im Einsatz und forderten den Heli für den Transport des 72-jährigen Patienten nach Traunstein nach. Da die Frau am Landtalsteig keine ärztliche Hilfe brauchte, holte „Christoph 14“ seinen Notarzt mit der Winde wieder ab und übernahm dann in Schneewinkl den mit dem Kursboot zur Seelände und von dort aus per Rettungswagen zum Landeplatz transportierten Patienten (wir berichteten). Die Besatzung des nachgeforderten Salzburger Notarzthubschraubers „Christophorus 6“ flog die Erschöpfte mit dem Rettungstau aus dem Landtal aus.

Fußverletzung hinterm Friedhof und Gleitschirm-Rettung im Spinnergraben


Am Sonntagnachmittag (24. Juli) gegen 15.50 Uhr forderte der Landrettungsdienst des Roten Kreuzes die Bergwacht zum Wanderweg auf den Sulzbergkopf hinter dem neuen Friedhof nach, wo eine 65-jährige Einheimische mit gebrochenem Fuß von der Notärztin und den Notfallsanitätern versorgt wurde. Die Bergretter brachten die Frau mit der Gebirgstrage zum Rettungswagen, mit dem es dann weiter zur Kreisklinik Bad Reichenhall ging. Am Sonntagmittag gegen 12.40 Uhr mussten die Berchtesgadener Bergretter zu Fuß in den Jenner-Spinnergraben aufsteigen und zwei einheimische Gleitschirmflieger aus einer Lärche retten, die dann die Besatzung von „Christoph 14“ mit der Winde aufnahm und ins Tal flog. Aufgrund des allgemein hohen Einsatzaufkommens war kein Rettungs- und Krankenwagen mehr frei, weshalb die Bergwacht die leicht Verletzten zur weiteren Behandlung in die Kreisklinik Berchtesgaden einlieferte.

Am Samstagnachmittag (23. Juli) ging gegen 15 Uhr ein Notruf von der Grünsteinhütte ein, wo ein erkrankter zehnjähriger Bub aus Nordrhein-Westfalen Hilfe brauchte. Die Bergwacht versorgte das Urlauberkind, fuhr es nach Hammerstiel und übergab es dort an eine Rettungswagenbesatzung des Berchtesgadener Roten Kreuzes, die den weiteren Transport in die Kinderklinik des Salzburger Landeskrankenhauses übernahm. Am Freitagmittag (22. Juli) gegen 11.50 Uhr brauchte ein unverletzter, aber blockierter Zwölfjähriger aus Nordrhein-Westfalen an der Windscharte auf der Kleinen Reibe Hilfe. „Christoph 14“ und die Bergwacht retteten den Buben und seinen Vater mit der Winde und flogen sie ins Tal.

87-Jähriger stürzt in der Untersberg-Mittagsscharte ab und stirbt


Am Donnerstagnachmittag (21. Juli) halfen die Bergwacht Berchtesgaden und die Bergrettung Grödig der örtlich zuständigen Bergwacht Marktschellenberg bei einem aufwendigen Einsatz an der Untersberg-Mittagsscharte, wo ein 87-jähriger Salzburger abgestürzt war und trotz aller Bemühungen von Ersthelfern und Einsatzkräften noch vor Ort an seinen schweren Verletzungen verstarb. Da kein Heli die Unfallstelle im Nebel direkt erreichen konnte, mussten die Retter vom Zwischenlandeplatz an der Hochlack und von der Seilbahn-Bergstation zu Fuß zur Einsatzstelle gehen und den Verstorbenen dann über die Skiabfahrt auf die Untersberg Nordseite zur Schweigmühlalm bringen, wo ihn die Salzburger Polizeihubschrauberbesatzung unterhalb der Wolken aufnehmen und ausfliegen konnte (wir berichteten).

Im Pflugtal in exponiertes Absturzgelände verstiegen


Am Mittwochnachmittag (20. Juli) brauchte kurz nach 16.30 Uhr ein intern erkrankter 57-jähriger Urlauber aus Hessen im Sagerecksteig medizinische Hilfe. „Christoph 14“ setzte Notarzt und Bergretter oberhalb der Einsatzstelle ab, die dann zu Fuß zum Patienten im Wald abstiegen, ihn versorgten und auf eine kleine Lichtung brachten, wo ihn der Heli mit der Winde aufnehmen und nach Schneewinkl ausfliegen konnte. Von dort aus gings mit einem Rettungswagen des Berchtesgadener Roten Kreuzes weiter zur Kreisklinik Berchtesgaden. Am Dienstagnachmittag (19. Juli) rückte die Bergwacht auf 16.30 Uhr zur Priesbergalm aus, wo sie einen erschöpften 68-Jährigen aus dem mittleren Landkreis versorgen, abholen und dann zur Kreisklinik Berchtesgaden fahren musste. Bereits um 13 Uhr brauchte ein 75-Jähriger aus dem Landkreis Fürstenfeldbruck wegen Knieproblemen am Jenner-Mitterkaser die Ehrenamtlichen, die ihn mit dem Auto ins Tal fuhren. Am Dienstagvormittag hatte sich ein 71-Jähriger aus dem Landkreis Traunstein am Hohen Göll im unteren Pflugtal verstiegen. „Christoph 14“ und die Bergwacht fanden die exponierte Einsatzstelle im Absturzgelände, wobei der Heli einen Bergretter versetzt mit der Winde absetzte, der einen Standplatz bohrte, zum Verstiegenen querte und ihn seilgesichert zum Standplatz brachte, wo ihn der Heli mit der Winde aufnehmen und ausfliegen konnte.

Schwer verletzt am Mariensteig


Am Montagabend (18. Juli) verletzte sich eine 46-jährige Bischofswiesenerin bei einem Sturz am Mariensteig schwer am Bein, wobei sie ein Ersthelfer fand, versorgte und gegen 18.30 Uhr einen Notruf absetzte. Die Bergwacht Berchtesgaden, der Landrettungsdienst des Roten Kreuzes und die Berchtesgadener Notärztin versorgten die Frau weiter, brachten sie mit der Gebirgstrage zum Rettungswagen und dann zum Landeplatz, wo sie die Besatzung von „Christoph 14“ übernahm und zur Klinik flog. Gleichzeitig brauchte eine erschöpfte 48-jährige Urlauberin aus Sachsen am Kehlsteinhaus Hilfe; eine weitere Mannschaft holte sie ab und fuhr sie mit dem Auto ins Tal und weiter zur Kreisklinik Berchtesgaden. Am Sonntagabend (17. Juli) verletzte sich eine 52-jährige Urlauberin aus Dänemark am Kehlstein-Rundwanderweg am Knie; die Bergwacht rückte kurz nach 17.30 Uhr aus, versorgte die Frau, brachte sie zum Bergwachtauto und fuhr sie zur Kreisklinik Berchtesgaden. Bereits um 13.45 Uhr brauchte ein am Wanderweg am Gasthaus Vorderbrand gestürzter 84-jähriger Einheimischer Hilfe, den die Bergwacht versorgte und im Tal an eine Rettungswagenbesatzung des Berchtesgadener Roten Kreuzes übergab, die ihn in die Kreisklinik Berchtesgaden einlieferte.

Blockiert im Kaunersteig und intern erkrankt am Mannlgrat


Am Samstagabend (16. Juli) ging kurz nach 19.30 Uhr ein Notruf aus dem Kaunersteig ein, wo sich eine 28-jährige Münchnerin im Abstieg nicht mehr weiter traute, Bergwacht und Wasserwacht rückten mit dem Rettungsboot aus, stiegen zu Fuß auf, begleiteten die Frau zum See hinunter und fuhren sie zur Seelände zurück. Bereits gegen 13.40 Uhr ging ein Notruf vom Mannlgrat ein, wo eine intern erkrankte 38-jährige Österreicherin Hilfe brauchte und von der Bergwacht und „Christoph 14“ per Winde gerettet werden musste. Mit dem Bergwachtauto gings für die Patientin dann aufgrund des allgemein hohen Einsatzaufkommens ohne freie Kranken- und Rettungswagen weiter zur Kreisklinik Berchtesgaden. Am Donnerstagnachmittag (14. Juli) retteten die Bergwacht und „Christoph 14“ einen akut intern erkrankten 51-jährigen Urlauber aus Nordrhein-Westfalen am Weg zwischen dem Grünsee und dem Kärlingerhaus und flogen ihn zur Kreisklinik Bad Reichenhall.

red/Pressemitteilung BRK BGL

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