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Bergwacht rettet 44-Jährige mit Kopfverletzung nach Steinschlag vom Edelweißlahnerkopf

Bedingt durch einen starken Föhnsturm in den höheren Lagen, konnte der Rettungshubschrauber am Berg nicht landen.

14 Einsatzkräfte der Bergwachten Ramsau, Bad Reichenhall und Teisendorf-Anger und der Grassauer Bergwachtnotarzt haben am Samstagnachmittag eine 44-jährige Bergsteigerin vom Edelweißlahnerkopf auf der Südostseite der Reiteralpe gerettet, die bereits eine gute halbe Stunde vor dem Notruf bei einem Steinschlag am Hinterkopf verletzt worden war. Da ihre Begleiterin die starke Blutung über längere Zeit nicht stoppen konnte, forderte sie telefonisch gegen 12.45 Uhr Hilfe an. Die zunächst alarmierte Besatzung des Salzburger Notarzthubschraubers „Christophorus 6“ hatte wegen des in den Höhenlagen heftigen Föhnsturms keine Chance, am Berg zu landen oder Notarzt und Sanitäter in rund 1.750 Metern Höhe an der Einsatzstelle abzusetzen, weshalb der Einsatzleiter der Bergwacht Ramsau dann insgesamt 15 Retter zu Fuß losschickte, um der Verunfallten aus dem Landkreis Rosenheim zu helfen.

Wegen der geländebedingt immer wieder schlechten oder komplett fehlenden Handyverbindung hatte die Bergwacht längere Zeit keine genaueren Infos zum Zustand der Verletzten. Ein Ramsauer Bergretter war privat auf der Reiteralpe unterwegs und machte sich sofort zu Fuß auf den Weg zur Unfallstelle, wobei er gegen 14 Uhr die Verletzte und ihre Begleiterin fand, Erste Hilfe leistete und dem Einsatzleiter telefonisch ein genaues Lagebild übermittelte; „Christophorus 6“ hatte in der Zwischenzeit versucht, zwei Ramsauer Bergretter zumindest in der unterhalb gelegenen Eisbergscharte abzusetzen, musste den Anflug aber erneut wegen des starken Winds abbrechen.

Da die Frau im Schatten fror, aber noch selbst aufstehen und gehen konnte, begannen die Ersthelfer mit ihr den Abstieg in Richtung der weitgehend windgeschützten Eisbergscharte. Der Einsatzleiter forderte für den weiteren aufwendigen bodengebundenen Rettungseinsatz zusätzliche Einsatzkräfte der Bergwachten Ramsau und Bad Reichenhall sowie einen verfügbaren Bergwachtnotarzt nach. Gegen 14.15 Uhr stiegen zwei Bergretter als Voraustrupp vom Hintersee über den steilen Steig entlang des Antonigrabens auf, wobei sie bereits nach knapp einer Stunde bei der Frau ankamen und Entwarnung geben konnten, da kein aufwendiger, liegender Abtransport notwendig war; weitere Rettungsmannschaften waren bereits mit umfangreicher Ausrüstung, darunter eine Trage und Seile, über den Wachterlsteig und den eingeschossenen Steig unterwegs und kümmerten sich dann vor allem darum, die steilen Passagen des eingeschossenen Steigs mit Seilen und einer Abseilstelle zu versichern.

Der Rettungstrupp kam dann mit der Verletzten unerwartet flott voran, wobei alle gegen 17 Uhr im Tal am Wachterl-Parkplatz waren. Wegen der wetterbedingt hohen Auslastung des Landrettungsdienstes musste die Bergwacht Bad Reichenhall die Verletzte dann mit ihrem Rettungsfahrzeug selbst in die Kreisklinik Bad Reichenhall einliefern. Die Wehrtechnische Dienststelle Oberjettenberg hatte auf Anforderung durch die Bergwacht extra einen Mitarbeiter von zu Hause geholt und ihre Seilbahn in Betrieb genommen, da ein liegender Abtransport der Patientin geländebedingt über das wesentlich flachere Hochplateau zur rund sechs Gehkilometer entfernten Bergstation einfacher gewesen wäre. Insgesamt 15 Bergretter der Bereitschaften Ramsau (9), Bad Reichenhall (3), Teisendorf-Anger (2) und Grassau (1) waren bis 18 Uhr gefordert.

red/Pressemitteilung BRK BGL
Bilder © BRK BGL
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