Größere Mengen Müll über Jahre hinweg illegal von der Deutschen Alpenstraße in den Steilhang zur Weißbachschlucht entsorgt
Gefahr für Wanderer & Natur: Bergwachten Inzell und Bad Reichenhall säubern seilgesichert den steilen, stark vermüllten Bergwald zwischen der Wegscheid zum Weinkaser und dem Mauthäusl.
„Wir mussten handeln, denn es sah dort aus wie auf einer Müllhalde; neben dem Rettungsdienst gehört der Naturschutz zu den wichtigen Aufgaben der Bergwacht; unsere schöne Heimat zu erhalten ist uns allen auch eine besondere Herzensangelegenheit! Wir sind für dieses Absturzgelände als Bergretter ausgebildet und ausgerüstet, um kommen dorthin, wo andere nicht mehr arbeiten können“, erklärt Organisator Sebastian Schmitz von der Bergwacht Inzell, der der Gemeinde Schneizlreuth dankt, die für die Aktion Fahrzeuge, Mülltüten und so genannte Big Bags zur Verfügung stellte, mit denen die Freiwilligen den Unrat per Seilwinde aus den Hängen zur Bundesstraße hochziehen konnten.
Sogar Sexspielzeug & in Plastik verpackten Tierkadaver geborgen
Bei dem gesammelten Unrat war alles dabei: Autoreifen, Kanister mit Motoröl und Bremsflüssigkeit, diverse vermutlich oft auch unabsichtlich verlorene und abgestürzte Autoteile, Fahrradrahmen, Skischuhe, Matratzen, Teppiche, ein alter Computerbildschirm, Säcke mit Kleidung, Flaschen jeglicher Art, darunter auch ganze Sixpacks, sämtliche Haushaltsgegenstände, unzählige Plastikverpackungen und Joghurtbecher, Absperrungen aus der Parkbucht und sogar ein Sexspielzeug und ein Tierkadaver in einer Plastiktüte.
„Irgendwo sind wohl auch mal zehn Kilo Spargel übriggeblieben, die dort ihren Platz gefunden haben. Besonders erschreckend waren säckeweise Hausmüll, die dort offensichtlich bewusst entsorgt wurden; alles schon teilweise zersetzt und eingewachsen, so dass wir es vom Waldboden abkratzen mussten. Man kann sich nur ungefähr vorstellen, wieviel schon komplett im Erdreich verschwunden ist“, berichtet Schmitz. Direkt unter den gesäuberten Steilhängen zwischen dem Mauthäusl und der Abzweigung zum Weinkaser brechen die steilen Felswände zur Weißbachschlucht ab, so dass entsorgter Müll wohl immer wieder auch direkt in den Bach gefallen oder auf den dortigen Wanderweg abgestürzt ist. „Den Leuten ist vermutlich gar nicht bewusst, was sie damit in der Natur anrichten und wie sie auch andere Menschen gefährden“, bedauert Schmitz. Nach der Aktion gabs für die fleißigen Ehrenamtlichen eine Brotzeit im Rathaus.


