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Biosphären-Saatgut – Sammlung und Wiederausbringung von artenreichem Wiesensaatgut

In der Biosphärenregion werden aktuell wieder Samen von artenreichen Wiesen geerntet. Das so gewonnene regionale, autochthone Saatgut wird im Herbst und Frühjahr auf neuen Flächen in der Region ausgebracht. Mit der Gewinnung des Biosphären-Saatguts verfolgt die Verwaltungsstelle der Biosphärenregion in Zusammenarbeit mit dem Landschaftspflegeverband Biosphärenregion Berchtesgadener Land e.V. das Ziel, alte und gut entwickelte Wiesenbestände zu bewahren und das gewonnene Saatgut für die Neuanlage und Anreicherung bestehender Wiesen einzusetzen.

Die Ernte des Biosphären-Saatguts ist seit einigen Wochen in vollem Gang. Die meisten Wiesenpflanzen sind jetzt reif und die Samen können einfach gesammelt werden. Sobald sich die Insekten an Pollen und Nektar bedient haben und die Blüten verwelken, folgt die Reifezeit. Die hohen Temperaturen und langen Sommertage beschleunigen diese Entwicklung, daher ist in der Biosphärenregion Berchtesgadener Land gerade Einiges zu tun. Alle Wiesen sollen noch vor der Mahd beerntet werden, um die wertvollen Samen zu erhalten.

Die Standorte der Spenderflächen befinden sich in der gesamten Region verteilt. Es handelt sich bei den Wiesen überwiegend um Flachland-Mähwiesen und Berg-Mähwiesen, die von den Eigentümern oder Pächtern extensiv bewirtschaftet werden. Kennzeichnend dafür sind ein bis zwei Mahddurchgänge im Jahr und wenig Düngung. Die meisten Wiesenbestände werden schon seit mehreren Jahrzehnten auf diese Weise bewirtschaftet und zeugen von einer bedeutenden, kulturhistorischen Nutzung. Demnach handelt es sich bei den Artenzusammensetzungen um alte Pflanzengemeinschaften, die sich über einen langen Zeitraum an ihre Standorte anpassen konnten.

Die Flächen werden in Abstimmung mit dem Eigentümer und dem Bewirtschafter kartiert und beerntet. Dabei kommt ein Erntegerät zum Einsatz, mit dem die Samen aus den Beständen herausgebürstet werden, der sogenannte eBeetle. Kleinere Flächen und Samen, die der eBeetle schlecht fassen kann, werden zum Teil per Handsammlung beerntet.

Anfang bis Mitte Juni werden auf den Wiesen insbesondere Gräsersamen gesammelt, zwei bis drei Wochen später werden die Kräuter in den Beständen reif und geerntet. In der Alpenregion des Berchtesgadener Landes setzt die Reife der Wiesenpflanzen aufgrund der klimatischen Standortbedingungen und der Höhendifferenz ebenfalls später ein als im Alpenvorland. Die Beerntung der Berg-Mähwiesen wird in diesem Jahr vermutlich bis Mitte Juli stattfinden.

Die Sammlung von Saatgut ökologisch wertvoller Wiesenbestände hilft neue und regionale Wiesen an anderen Standorten zu entwickeln oder weniger artenreiche Wiesen mit einem Saatgut desselben Ursprunggebietes anzureichern. Durch die Dokumentation der Wiesenstandorte kann das entsprechende Ursprunggebiet dem jeweiligen Saatgut zugeordnet werden.

red/Pressemitteilung Biosphärenregion BGL
Bilder © Biosphärenregion BGL
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