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Heimischer Katastrophenschutz übt in Passau

Großschadenslagen und Katastropheneinsätze erfordern den Einsatz von Feuerwehren auch außerhalb ihrer kommunalen Zuständigkeit. So wurden zu Jahresbeginn die Einsatzkräfte des Landkreises Berchtesgadener Land durch Hilfeleistungskontingente aus verschiedenen bayerischen Regionen bei der Bewältigung des Katastrophenfalls „Schnee“ unterstützt. Nun übten die heimischen Kräfte eine Hochwasserkatastrophe in Passau.

Im Rahmen der Vorgaben des Bayerischen Katastrophenschutzgesetzes hat auch der Landkreis Berchtesgadener Land ein Kontingent zur Hilfeleistung aufgestellt.

Ziel ist es, einer Hilfe anfordernden Stelle, innerhalb oder außerhalb Bayerns, in angemessener Zeit personelle und materielle Unterstützung mit Einsatzkräften der Feuerwehren anbieten zu können. Die eingesetzten Verbände müssen so aufgestellt und ausgerüstet sein, dass sie für 48 Stunden autark geführt und eingesetzt werden können. Dabei muss z. B. die Selbstversorgung mit Verpflegung und Betriebsstoffen sowie die Unterbringung sichergestellt werden.

Um die geforderten Fähigkeiten zu prüfen und eine Verlegung in überörtliche Einsatzräume zu üben, verlegten Teile des heimischen Kontingents am vergangenen Freitag in den Raum Passau, von wo ein fiktives Hilfeleistungsersuchen aufgrund einer angenommenen Hochwasserkatastrophe über die Regierung von Niederbayern an die Regierung von Oberbayern und weiter an den Landkreis Berchtesgadener Land erging.

Bereits am Freitagmorgen setzte sich ein Vorauskommando, bestehend aus Mitgliedern der Kreisbrandinspektion, der Führungsgruppe Katastrophenschutz des Landratsamtes Berchtesgadener Land und des Malteser Hilfsdienstes zur Erkundung des Einsatzraumes in Richtung Passau in Bewegung.

Dort wurde sofort mit der hilfeersuchenden Behörde der Stadt Passau Kontakt aufgenommen und der zugewiesene Bereitstellungsraum für die nachrückenden Kräfte mit der notwendigen Infrastruktur hergerichtet. Dazu mussten z. B. Unterkunftszelte und ein kompletter Verpflegungspunkt aufgebaut werden. Zeitgleich erfolgte durch die Feuerwehr Passau eine Einweisung für den folgenden Einsatz- bzw. Übungstag.

Unter der Leitung der Kreisbrandinspektion wurden dann am Freitagmittag 61 Kräfte von Feuerwehr und BRK vom Sammelpunkt am Feuerwehrgerätehaus Laufen in Marsch gesetzt. Die aus 18 Einsatzfahrzeugen und Bootsanhängern bestehende Marschkolonne wurde dabei durch ein eigenes Verkehrssicherungskommando abgesichert und bis in den Einsatzraum Passau geleitet.

Dort angekommen wurde die vom Vorkommando vorbereitete Zeltstadt bezogen, alle Einsatzkräfte durch den Malteser Hilfsdienst verpflegt und für den darauffolgende Tag alle Vorbereitungen getroffen.

Anstatt des fiktiven Einsatzes beim Hochwasser konnte der Samstag für Ausbildungen genutzt werden. So nahm ein Teil des Kontingents mit den mitgeführten Booten an einer, von der Feuerwehr Passau organisierten, Ausbildung auf der Donau teil. Für den anderen Teil des Kontingents fand eine Führung durch die Anlagen der Trinkwasserversorgung der Stadt Passau statt. Beide Themen spielen bei einem reellen Hochwassereinsatz in Passau eine große Rolle.

Nach den Ausbildungen erfolgte der Abbau der Unterkunftszelte, eine letztmalige Verpflegung sowie die Herstellung der Marschbereitschaft. Nach dem Dank für die gezeigte Einsatz- und Hilfeleistungsbereitschaft und der Verabschiedung durch den Passauer Stadtbrandinspektor und Vertretern der Stadt Passau marschierten die Kräfte am frühen Samstagnachmittag in kleinen Marschgruppen selbstständig zurück in die Heimatstandorte.

Mit dem Fazit „Übungsziel voll erreicht“ wurde die Übung erfolgreich und vor allem unfallfrei abgeschlossen. Die Erkenntnisse aus dieser Übung fließen zudem in die weiteren Katastrophenschutzplanungen des Landkreises Berchtesgadener Land ein.

Aus dem Landkreis Berchtesgadener Land nahmen Kräfte der Feuerwehren Ainring, Bad Reichenhall, Bayerisch Gmain, Berchtesgaden, Bischofswiesen, Freilassing, Laufen, Piding, Saaldorf, Teisendorf und Weildorf, der Kreisbrandinspektion, vom BRK und vom Malteser Hilfsdienst an der Übung teil.

Weitere Infos zum Katastrophenschutz in Bayern:
https://www.stmi.bayern.de/sus/katastrophenschutz/index.php

red/Pressemitteilung LRA BGL
Bilder © LRA BGL, Feuerwehr Freilassing, Malteser
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