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Große Lawinengefahr und Orientierungsprobleme: Schneeschuhgeher und Skitourengeher geraten am Jenner in Bergnot

Zwei Schneeschuhgeher und ein Skitourengeher haben am Donnerstagabend rund drei Stunden lang die Bergwacht Berchtesgaden und das dienstfreie Personal der Jennerbahn gefordert.

Die beiden Schneeschuhgeher aus Franken waren bei starkem Schneefall in Richtung Torrener Joch aufgestiegen und wollten eigentlich auf Höhe Mitterkaser wieder umkehren, wobei ein einzelner Skitourengeher aus dem Landkreis Rosenheim auf das Pärchen stieß und die Führung übernahm. Das Trio stieg trotz der aktuell großen Lawinengefahr weiter zum Stahlhaus auf und orientierte sich zunächst an den Schneestangen, die am noch bis vor kurzer Zeit geräumten Baustellenweg angebracht sind, verlor aber im freien Gelände nach der Jenner-Bergstation die Orientierung, wobei die Leute schließlich gegen 17.15 Uhr einen Notruf absetzten.

Der Einsatzleiter der Bergwacht telefonierte mit dem Trio, dem erst im Gespräch die aktuell große Lawinengefahr im ungesicherten Skiraum bewusst wurde, weshalb die beiden Männer und die Frau umkehrten und wieder abstiegen. Der Skifahrer hatte keine eigene Stirnlampe und fuhr im Lichtkegel der beiden Schneeschuhgeher, stürzte aber wegen technischer Probleme immer, woraufhin die Leute nach rund 100 Metern Abstieg erneut anriefen und die Bergwacht um Hilfe baten. Fünf Einsatzkräfte rückten aus, wobei auch das dienstfreie Personal der Jennerbahn von zu Hause kam und mit zwei Pistenraupen vom Krautkaserfeld aus in Richtung der in Bergnot geratenen Gruppe startete. Zwischenzeitlich hatte sich ein einheimischer Skitourengeher gemeldet, der den Leuten half und es schaffte, sie zur Krautkaser-Bergstation zu bringen. Dort traf schließlich eine der beiden Pistenraupen ein und brachte die Gruppe ins Tal.

Der Skitourengeher gehört zu einer Alpenvereinsgruppe, von der am selben Abend sechs weitere Tourengeher über die Königsbach- und Königsbergalmen zum Stahlhaus aufgestiegen waren. Aufgrund der noch immer laufenden Baustelle am Jenner fährt neben der Krautkaserbahn die neue Jennerbahn aktuell nur bis zur Mittelstation, wobei das Gelände oberhalb vom Personal nicht erreichbar ist und auch nicht betreut wird, was auch bedeutet, dass keine Lawinensprengungen stattfinden. Durch mehrere Gräben sind aufgrund des starken Schneefalls und der Sturmverfrachtungen bereits selbstausgelöste Lawinen über die Wege abgegangen. Schneeschuhgeher, Skitourengeher und Spaziergänger, die dort unterwegs sind, begeben sich oft ohne das entsprechende Bewusstsein in sehr große Gefahr; auch für die Einsatzkräfte der Bergwacht ist der Aufstieg bei den aktuellen Bedingungen sehr riskant. Auch die Schneestangen am Jenner sind nur für die Zufahrten zur Baustelle, nicht aber zur Orientierung für Bergsteiger angebracht.

red/Pressemitteilung BRK BGL

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