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Schwaben sitzen in der Watzmann-Westwand fest: Die Bergziegen gehen da auch runter!

Bergwacht Ramsau & „Christoph 14“ fliegen zwei Männer per Rettungstau aus absturzgefährlichem Gelände aus.

Einsatzkräfte der Bergwacht Ramsau und die Besatzung des Traunsteiner Rettungshubschraubers „Christoph 14“ haben am Dienstagnachmittag zwei verstiegene, aber unverletzte Schwaben per Rettungstau aus der Watzmann-Westwand ausgeflogen. Die Beiden waren auf der Watzmann-Überschreitung unterwegs und hatten vom Grat aus in Blickrichtung zum Wimbachschloss einen vermeintlichen Steig entdeckt, der sich aber als reiner Wildwechsel entpuppte, weshalb sie dann nach rund einem Drittel im absturzgefährlichen Gelände festsaßen und einen Notruf absetzten, der kurz nach 15 Uhr bei der Leitstelle Traunstein einging.

Die Hubschrauberbesatzung nahm einen ortskundigen Ramsauer Bergwachtmann auf und entdeckte die beiden Bergsteiger wie durch ein Wunder bereits beim ersten Suchflug in der riesigen Westwand. Vom Hirschwieskopf aus brachte der Pilot anschließend in zwei Anflügen jeweils einen Bergretter und eine Bergretterin per Tau zu den Verstiegenen. Die Retter sicherten die Männer, die dann unverletzt per Tau ausgeflogen wurden und nur meinten: „Die Bergziegen gehen da ja auch runter!“ Früher gab es ähnliche Einsätze in der Westwand häufiger, wobei Bergsteiger nicht die komplette Überschreitung bis zum Südspitz-Abstieg absolvierten und meinten, frei durch die Westwand ins Gries abkürzen zu können. Der Einsatz dauerte gute zwei Stunden. „Was am Berg zunächst wie ein richtiger Steig aussieht, ist oft nur ein häufig benutzter Wildwechsel und verliert sich dann im freien, absturzgefährlichen Gelände, wo man ohne fundierte Ortskenntnisse und bergsteigerisches Können nicht mehr weiterkommt“, warnt Bereitschaftsleiter Rudi Fendt.

Noch während dieses Einsatzes ging ein weiterer Notruf vom Ingolstädter Haus im Steinernen Meer ein, wo der Wirt einen Wanderer beobachtet hatte, der rund 20 Gehminuten vom Haus entfernt mit Kreislaufproblemen immer wieder pausieren musste. Die Besatzung von „Christoph 14“ landete am Haus und untersuchte den Mann notärztlich, der zur Hütte zurückkehrte und dort blieb. Die Bergwacht Ramsau blieb während der Aktion im Tal in Bereitschaft und musste „Christoph 14“ mit dem Kerosinanhänger wieder auftanken.

Am Montag gegen 11.45 Uhr musste die Bergwacht Ramsau einen Krankentransport von der Blaueishütte ins Tal durchführen. Am Sonntag gegen 13.40 Uhr rückten sie ebenfalls wegen eines Krankentransports zur Bindalm im Klausbachtal aus, wo ein Patient mit Kreislaufproblemen abgeholt werden musste. Am Sonntag gegen 10.30 Uhr ging ein Notruf vom Hochkalter ein, wo sich eine 47-jährige Schönauerin beim Aufstieg vom Wimbachgries zur Sittersbachscharte an der Hand verletzt hatte. Die Frau und ihr Begleiter stiegen noch gut 60 Höhenmeter bis in die Scharte auf und wurden dann dort von „Christoph 14“ und einem Ramsauer Bergretter abgeholt, die am Einsatzort anlanden konnten und die Verletzte ins Tal flogen. Von dort aus gings per Rettungswagen weiter zur Kreisklinik Bad Reichenhall.

red/Pressemitteilung BRK BGL
Bilder © Bergwacht Ramsau
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