Der Verletzte wird derzeit medikamentös auf den Abtransport mittels einer flexiblen Trage vorbereitet. Weitere Höhlenretter wechseln verschlissene Seile aus und bauen die Versorgung aus. Das Wetter behindert die Rettung derzeit kaum.
Seit vorgestern sind die Ärzte vor Ort und können sich ein Bild vom Zustand des Patienten machen. Während der letzten Nacht ist die Entscheidung gefallen dass der Patient transportfähig ist und somit mit der technischen Rettung begonnen werden kann. Der gesundheitliche Zustand des Patienten ist unverändert stabil.
Gestern Vormittag sind internationale Retterteams mit zusätzlichen Medikamenten und Rettungsmaterial in die Höhle eingefahren und zum Verletzten unterwegs. Die Ärzte bereiten den Verletzten medikamentös auf den Transport vor. Sobald alle nötigen Maßnahmen erfolgt sind, wird dieser umgelagert und der Transport kann beginnen. Aufgrund der beengten Verhältnisse in der Höhle handelt es sich trotz des Einsatzes modernster Rettungsgeräte um eine große logistische Herausforderung. Insbesondere ist die Trage flexibel aufgebaut um den Transport des Verunfallten auch in sehr engen Passagen zu ermöglichen. Es wird nicht zu vermeiden sein, dass einige Passagen ohne Trage zu bewältigen sind. Glücklicherweise kann der Verunfallte laut Entscheidung der Ärzte in diesen Passagen selbst mitarbeiten.
Durch die vorbereitende Arbeit der italienischen und österreichischen Höhlenretter wird die Arbeit der Transportteams sehr erleichtert. So wurden verschlissene Seile ausgetauscht, Seilstrecken verbessert, ergänzt und an einigen Stellen sogenannte Trittstifte in den Fels gebohrt um das Vorankommen zu erleichtern. Jetzt werden die Biwakplätze erweitert und so aufgerüstet, dass größere Rettungsgruppen hier lagern können.
Die Wettersituation lässt weiterhin ein Arbeiten in der Höhle zu und wird ständig von der Einsatzleitung beobachtet. Auch heute Abend sind Niederschläge zu erwarten. Solange sie kleinräumig bleiben kann ungehindert weiter gearbeitet werden. Auch Starkregen stellt für die Retter keine lebensbedrohliche Gefahr dar.
Der Zustand des Patienten ist nach wie vor stabil. Der Abtransport des Patienten steht unmittelbar bevor. In der Höhlenrettung kann infolge der schwierigen Verhältnisse eine genaue Zeitangabe nicht angegeben werden.
Alle Rettungsteams, die sich in der Höhle befinden, konnten die letzte Nacht in den eingerichteten Biwaks, trotz Niederschlägen, sicher verbringen und sich für ihren weiteren Einsatz regenerieren.
Die Seile, welche zur Sicherung der Retter angebracht wurden, verschleißen beim ständigen Einsatz der zahlreichen Mannschaften schneller als sonst und müssen ausgetauscht werden. In der Nacht konnte wetterbedingt kein Flugbetrieb stattfinden. Alle Flugwetterphasen werden genutzt. Heute sind Schauer möglich, ergiebige Niederschläge werden nicht erwartet.
Parallel zur Datenkommunikation via Cave-Link befindet sich eine Drahtverbindung bis zum Verletzten im Aufbau, welche eine Sprechverbindung auch unter den Rettungsteams ermöglicht und die Kommunikation in der Höhle weiter verbessert.
Zur Ablösung der Retter in der Höhle treffen derzeit aus Italien weitere 15 Mann als Verstärkung ein. Schweizer Teams halten sich auf Abruf bereit. Ein Münchner Höhlenrettungsarzt wird einen in der Höhle befindlichen Arzt ablösen und ist in die Höhle eingefahren.
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