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Stadt Bad Reichenhall, Gemeinde Piding und der DAV besprechen gemeinsamen Fahrplan zur Staufenhaus-Sanierung

Auf Einladung des Reichenhaller Oberbürgermeisters Dr. Christoph Lung nutzten Vertreter der örtlichen DAV-Sektion, der Gemeinde Piding und des Stadtbauamtes die Gelegenheit, sich über die geplante Sanierung des Staufenhauses auszutauschen.

Vorausgegangen war eine Frage des Pidinger 2. Bürgermeisters Christian Kleinert im Rahmen der Gemeinderatssitzung zum Staufenhaus und dem Stand des Verfahrens. Deswegen war neben Pidings Bürgermeister Hannes Holzner auch sein Stellvertreter Kleinert ins Reichenhaller Rathaus gekommen, um sich mit Sektions-Vorstand Max Walch, DAV-Geschäftsstellenleiter Christoph Trübenbacher und Staufenhaus-Referent Marcel Derwart aus erster Hand auszutauschen. Für das Stadtbauamt nahm der für Baugenehmigungen zuständige Sachgebietsleiter Georg Baumgartner teil, der seinerseits ehrenamtlich einmal Staufenhaus-Referent des DAV gewesen war.

In seiner Begrüßung freute sich Reichenhalls Oberbürgermeister Dr. Christoph Lung, dass die Beteiligten zusammengekommen seien, um miteinander statt übereinander zu reden. Dies zeige echtes Interesse an der Lösungsfindung. Er finde es hingegen befremdlich, wenn einzelne politische Akteure versuchten, sich auf Kosten des Staufenhauses zu profilieren, ohne mit den Beteiligten zu reden. Von den örtlichen Medien hätte er sich gewünscht, vor dem Abdrucken von pauschalen Vorwürfen zumindest einmal bei der Stadt nachzufragen, wie es journalistische Standards eigentlich vorsehen.

Oberbürgermeister Dr. Lung stellte klar, dass die Stadt Bad Reichenhall sich in einer Doppelrolle wiederfinde: Als Gemeinwesen habe man höchstes Interesse daran, dass die Sanierung und Weiterbewirtschaftung des Staufenhauses erfolgen werde. Das Reichenhaller Haus sei für Einheimische und Gäste eine wichtige Einrichtung und schon aufgrund seiner exponierten Lage ein weithin sichtbarer Fixpunkt für die Stadt. Als zuständige Untere Bauaufsichtsbehörde jedoch habe die Stadt für ein korrektes und ordnungsgemäßes Baugenehmigungsverfahren Sorge zu tragen. Dies umso mehr, als auch sicherheitsrelevante Fragestellungen wie der Brandschutz in einem Baugenehmigungsverfahren behandelt werden.

Bürgermeister Hannes Holzner war sich mit seinem Stellvertreter darin einig, dass die Gemeinde Piding gleichfalls höchstes Interesse am Weiterbetrieb des Staufenhauses habe. Er bot an, die Alpenvereinssektion bei Bedarf auch ganz praktisch zu unterstützen und zeigte sich erfreut, dass der Reichenhaller Oberbürgermeister gleichfalls Unterstützung signalisiert habe.

DAV-Sektionsleiter Max Walch berichtete über den Stand der Planungen. Aktuell werde noch das Gutachten zur Umweltverträglichkeitsprüfung erstellt, das Aufschluss über vorhandene Tier- und Pflanzenarten sowie über notwendige Vorkehrungen zu deren Schutz gibt. Parallel dazu laufen auch die Gespräche des DAV und des beauftragten Ingenieurbüros mit dem Wasserwirtschaftsamt Traunstein über die Dimensionierung der Abwasserentsorgung. Um die Belange des Denkmalschutzes zu wahren, hat der DAV zwischenzeitlich seine Planungen optimiert und wird diese demnächst bei der Stadt Bad Reichenhall einreichen.

Sachgebietsleiter Georg Baumgartner erläuterte, warum es bei einer scheinbar kleinen Maßnahme wie der Sanierung des Staufenhauses eine Umweltverträglichkeitsprüfung brauche. Das Vorhaben befindet sich nicht nur im Außenbereich, sondern auch inmitten der Bergwelt, in der zum Teil seltene Tiere leben. Diese würden zwar weniger durch die Sanierung des Gebäudes an sich gestört, wohl aber durch die Bauphase. Denn dabei sei mit umfangreichen Beeinträchtigungen zu rechnen, u.a. durch zahlreiche Hubschrauberflüge und Lagerflächen um die Baustelle. Auf die diesbezüglichen gesetzlichen Forderungen der Unteren Naturschutzbehörde hat das Stadtbauamt keinen Einfluss. Zur Frage des Denkmalschutzes bot Baumgartner persönliche Beratung an, sollte dies notwendig sein.

Pidings Bürgermeister Holzner konkretisierte, die Gemeinde Piding könne mit Flächen am Berg und im Tal aushelfen, sollten diese für Hubschrauberanflüge bzw. zu Lagerzwecken gebraucht werden. Er zeigte sich für Vorschläge offen, wie dies bewerkstelligt werden könne.

Zum weiteren zeitlichen Ablauf fassten die Beteiligten Folgendes ins Auge: Wenn Ende Oktober / Anfang November das Gutachten zur artenschutzrechtlichen Prüfung vorliege, kann jenes bei der Stadt Bad Reichenhall eingereicht und geprüft werden. Im Winter kann dann die nötige Befassung des Bauausschusses erfolgen. Der Reichenhaller Oberbürgermeister zeigte sich in diesem Zusammenhang optimistisch, dass alle politischen Gruppierungen die Bedeutung des Reichenhaller Hauses hoch zu schätzen wüssten. Ziel solle sein, dass im Frühjahr 2026 der genehmigte Antrag vorliege. Dann nämlich findet auch die Hauptversammlung der DAV-Sektion Bad Reichenhall statt, zu der die Verantwortlichen des Alpenvereins beide Bürgermeister herzlich einluden. Sowohl Holzner als auch Lung sagten ihr Kommen daraufhin gerne zu.

Somit gingen die Beteiligten in dem gemeinsamen Verständnis auseinander, dass eine konstruktive und kollegiale Zusammenarbeit einer raschen Entscheidung über den Bauantrag am besten dient.

red/Pressemitteilung Stadt Bad Reichenhall

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