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Landkreis beteiligt sich an Aktionswochen zur Abfalltrennung

„Deutschland trennt. Du auch?“ ist eine Partneraktion zur Aufklärung über richtige Abfalltrennung in Deutschland. Initiiert und organisiert wird die Aktion von „Mülltrennung wirkt“, einer Initiative der dualen Systeme. Erstmals engagieren sich dabei die dualen Systeme, Unternehmen der Abfall- und Entsorgungswirtschaft und des Lebensmitteleinzelhandels sowie kommunale Abfallwirtschaften gemeinsam. Auch das Berchtesgadener Land beteiligt sich an den Aktionswochen.

„Wenn Abfälle in unserem Alltag schon nicht vermieden werden können, ist es umso wichtiger, dass diese nachhaltig in den Stoffkreislauf zurückgeführt werden. Je besser Abfälle getrennt werden, desto besser können sie recycelt werden. Richtige Abfalltrennung ist damit die Basis für umwelt- und klimaeffizientes Recycling. Richtige Abfalltrennung hilft Ressourcen zu schonen, Klimawandel entgegenzuwirken und Natur zu schützen“, führt der Fachbereichsleiter der kommunalen Abfallwirtschaft, Thomas Hartenberger, ins Thema ein.

Am Dienstag starteten in der Region die Aktionswochen, von 3. bis 16. Juni, mit einem „Trenn-Bär“-Event in Freilassing. Beim „Trenn-Bären“ handelt es sich um einen Eisbären in Arbeitskleidung eines Müllwerkers. Die Figur soll den Zusammenhang zwischen Klimaschutz und Abfallvermeidung symbolisieren.

Der „Trenn-Bär“ lud die Bürgerinnen und Bürger ein, mehr über richtige Abfalltrennung und Abfallvermeidung zu erfahren und motivierte, selbst aktiv zu werden. Gemeinsam mit dem „Trenn-Bären“ entdeckten auch Kinder, wie einfach sie Abfälle richtig trennen und so einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz leisten können. Der „Trenn-Bär“ belohnte das Wissen von Besuchern am Quiz-Rad mit kleinen Preisen. Abfallberater Andreas Wurm begleitete den „Trenn-Bären“ und beantwortet viele Fragen zu allen Bereichen des Themas Abfall.

In den zwei Aktionswochen stehen an fünf Standorten (Bischofswiesen-Winkl, Bad Reichenhall, Anger-Aufham, Freilassing und Surheim) von ausgewählten Partnern der Dualen Systeme XXL-Produktverpackungen, zur Information und Interaktion, bereit. Die Standorte können der Karte auf https://www.deutschland-trennt.de entnommen werden. Der Schwerpunkt der Aktion liegt bei den Verkaufsverpackungen. In diesen zwei Wochen ist auch der Abfallberater des Landkreises immer wieder vor Ort, um mit Bürgerinnen und Bürgern zum wichtigen Thema Abfalltrennung ins Gespräch zu kommen – von der Verkaufsverpackung bis hin zum Bioabfall.

Unabhängig davon kann während dieser zwei Wochen am bundesweiten Selfie-Gewinnspiel teilgenommen werden: Dazu muss ein Selfie von sich und der XXL-Verpackung gemacht und dieses dann im eignen Instagram- bzw. Facebook-Kanal gepostet werden. Zum Abschluss wird noch auf #wertrenntgewinnt und @muelltrennungwirkt verlinkt. Zu gewinnen gibt es Einkaufsgutscheine im Wert von 50 Euro, einzulösen bei den teilnehmenden Handelspartnern.

Knapp daneben ist auch vorbei: Fehlwürfe behindern das Recycling


Nach wie vor landen Dinge im Gelben Sack, die dort nicht hingehören, beispielsweise gebrauchte Windeln, Damenstrümpfe, Lebensmittelreste, Nichtverpackungskunststoffe wie Gießkannen oder Kinderspielzeug, Elektroaltgeräte oder Batterien. Diese Gegenstände sind keine Verpackung und gehören nicht in den Gelben Sack. Sie verursachen einen höheren Aufwand beim Aufbereiten der Abfälle oder verhindern sogar das Recycling des Verpackungsabfalls und verursachen immer wieder Brände an Sammelfahrzeugen, Sammelstätten und Sortieranlagen (Lithium-Akkus).

Viele Kunststoffprodukte, zum Beispiel Kunststoffgießkannen und vieles an Kinderspielzeug, können an den Wertstoffhöfen kostenlos in den Containern für Nichtverpackungskunststoffe entsorgt werden. Das gilt auch für wie Elektrogeräte und Haushaltsbatterien, für die auch im Handel viele Rückgabemöglichkeiten bestehen.

„Und die Biotonne ist für Bioabfälle, wie unverpackte Lebensmittel oder den Rasenschnitt, gedacht, nicht für Kunststoffe oder Metalldosen. Gerade für die Verwertung des Bioabfalls sind falsch eingeworfene Verpackungen aus Kunststoff ein echtes Problem“, erläutert Abfallberater Andreas Wurm. Auch abbaubare Tüten aus „Bio“-Kunststoff, auf Basis von Maisstärke oder Milchsäure, behindern die Verwertung der Bioabfälle und sind daher im Berchtesgadener Land und weiten Teilen Deutschlands nicht zugelassen. Die Tüten können in der Kürze der Zeit (Vergärung in Biogasanlage mit Nachrotte) nicht vollständig abgebaut werden. Daher müssen sie im Vorfeld aussortiert und verbrannt werden – leider auch oft der darin enthaltene Bioabfall. Als Alternative zum Plastik-Müllbeutel lassen sich Bioabfälle hervorragend in Papiertüten, eingewickelt in Zeitungspapier oder „unverpackt“ in einem Gefäß in der Küche sammeln.

„Wir freuen uns, dass die Aktionswoche der Initiative ‚Mülltrennung wirkt‘ im Berchtesgadener Land präsent ist. Die kommenden Wochen möchten wir auch nutzen, den Bürgern das vielfältige Entsorgungsangebot unserer kommunalen Abfallwirtschaft näher zu bringen. Ziel unserer Entsorgungsleistungen ist eine hochwertige stoffliche Verwertung, also aus Abfällen Rohstoffe der Zukunft zu generieren. Wir danken unseren Bürgern für ihren vorbildlichen Einsatz bei der Abfalltrennung, vom Altpapier bis hin zur Biotonne“, bekräftigt Landrat Bernhard Kern.

Verpackungen richtig trennen: Die wichtigsten Regeln für mehr Recycling


• Die Grundregel: Was gehört in den Gelben Sack?
In den Gelben Sack gehören ausschließlich gebrauchte und restentleerte („löffelreine“) Verpackungen, die nicht aus Papier, Pappe, Karton oder Glas sind. Das sind zum Beispiel Leichtverpackungen aus Kunststoff wie Joghurtbecher oder leere Shampoo-Flaschen. Auch Aluminium- und Weißblechverpackungen wie Konservendosen oder Senftuben und Verbundmaterialien wie Milch- und andere Getränkekartons kommen in die Gelbe Tonne oder den Gelben Sack. Papier, Pappe und Karton gehören in die Altpapiertonne, Verpackungen aus Glas – nach Farben sortiert – in die entsprechenden Altglascontainer.

Verpackungen richtig in die Gelbe Tonne oder den Gelben Sack entsorgen



Regel 1: Verpackungen leeren



Verpackungen, die in die Gelbe Tonne oder den Gelben Sack entsorgt werden, sollten restentleert („löffelrein“) sein. Lebensmittelreste erschweren ihre Sortierung erheblich und können das Recycling der Verpackungen verhindern. Ausspülen ist nicht nötig, denn alle Materialien werden im Laufe des Recyclingprozesses gereinigt. Sie vorher zu spülen wäre daher Verschwendung von Ressourcen.


Regel 2: Deckel und Co. ab – verschiedene Materialien und Kunststoffe trennen


Deckel, etwa von Joghurtbechern oder Senftuben, die aus anderen Materialien als die restliche Verpackung – zum Beispiel aus Aluminium – bestehen, müssen von der Verpackung abgetrennt werden. Anschließend gehören alle Bestandteile getrennt voneinander in die Gelbe Tonne, den Gelben Sack oder in die Papiertonne.

Das gilt auch für Verschluss- und Sichtfolien oder Kunststoffummantelungen von Verpackungen – sofern eine Ablösung möglich ist. Denn: Bei vielen Kunststoffverpackungen, zum Beispiel für Scheibenkäse, bestehen Verschluss- oder Sichtfolien aus anderen Kunststoffen als die Schale – ebenso wie die Kunststoffummantelung beispielsweise einer Weichspülerflasche.

Moderne Sortieranlagen sortieren Leichtverpackungen sowohl nach Material- als auch nach Kunststoffart. Entsorgen Verbraucher und Verbraucherinnen die einzelnen Bestandteile einer Verpackung getrennt voneinander, erleichtern sie diesen Sortierprozess erheblich und aus den sortenreinen Kunststoffen können dann hochwertige neue Produkte entstehen.

Verpackungsbestandteile aus Papier, zum Beispiel die Pappbanderole eines Joghurtbechers, gehören ins Altpapier.

Regel 3: Verpackungen nicht stapeln


Mehrere Verpackungen vor der Entsorgung ineinander zu schieben, spart zwar Platz, erschwert aber die Arbeit von Sortieranlagen. Besser: Joghurtbecher und andere Verpackungen nicht stapeln, Getränkekartons und Co. flachdrücken und in die Gelbe Tonne oder den Gelben Sack entsorgen.

Vier wichtige Entsorgungstipps


• Glasverpackungen: Mit oder ohne Deckel? Werden Glasflaschen und -verpackungen wie Marmeladengläser mit Verschluss im farblich passenden Altglascontainer entsorgt? Oder kommt der Verschluss separat in die Gelbe Tonne und den Gelben Sack? Beides geht. Nur in den Restmüll sollte der Deckel auf keinen Fall gelangen. Denn so gehen Wertstoffe wie Weißblech oder Kunststoff dem Recyclingkreislauf verloren.

• Papier ist nicht gleich Papier: Papier, Pappe und Karton kommen ins Altpapier. Doch Vorsicht, manche Produkte sehen zwar aus wie Papier oder bestehen in Teilen auch aus Papier, gehören aber in den Restmüll. Das gilt zum Beispiel für Taschen- und Hygienetücher, Pappteller und Papierservietten oder Tapeten. Sind Papier- oder Kartonverpackungen mit Kunststoff beschichtet, wie zum Beispiel Getränkekartons, zählen sie zu den Verbundverpackungen und müssen in die Gelbe Tonne oder den Gelben Sack entsorgt werden.

• Pizzakartons: Restmüll oder Altpapier? Der Pizzakarton gehört ins Altpapier. Aber nur, wenn er nicht zu schmutzig ist, das heißt maximal etwa ein bis zwei Fettflecken hat und vollkommen geleert ist. Mit Käse, Saucen oder viel Fett verunreinigte Kartons müssen im Restmüll entsorgt werden.

• Ein hartnäckiger Mythos über Abfalltrennung: „Warum Abfall trennen? Das wird doch sowieso alles verbrannt.“
Das stimmt nicht: Richtig ist, der Inhalt der Restabfalltonne wird nahezu vollständig verbrannt. Geraten Verpackungen in die Restabfalltonne, gehen darin enthaltene Wertstoffe für immer verloren. Dagegen können Verpackungen, die über den Gelben Sack entsorgen werden, recycelt werden. Der Gesetzgeber gibt für die einzelnen Verpackungsmaterialien, zum Beispiel Kunststoff, Aluminium oder Weißblech, Recyclingquoten vor, die erfüllt werden müssen. Diese liegen, je nach Material, zwischen 63 und 90 Prozent. Das gilt auch für Altglas aus Altglascontainern und Altpapier aus Altpapiertonnen oder -containern. Aus den gesammelten Verpackungen können neue Kunststoff-, Metall-, Glas- oder Papierprodukte entstehen. Das spart viele Rohstoffe ein und schont das Klima. Verpackungsglas daher auch immer nach Farben trennen. Die Container werden beim Entleerungsvorgang getrennt gehalten – wenn auch nicht auf den ersten Blick sichtbar, da die Container auf den Lastwägen mehrere Kammern besitzen.

Weitere Informationen zum Thema Abfall


Weitere Informationen sowie Antworten auf Fragen zum Thema Abfall gibt es in der BGL-Abfall-App oder unter https://www.abfallwirtschaft-bgl.de sowie telefonisch unter +49 8651 773-503 und per E-Mail an abfallberatung@lra-bgl.de.

red/Pressemitteilung LRA BGL
Bilder © LRA BGL
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