Die 15 Kommunen des Landkreises tauschten sich in Ainring im Rahmen des Zusammenschlusses „Klimaschutznetzwerk Berchtesgadener Land“ über das Thema Wärmeplanung in den Kommunen aus.
Gastgeber des Netzwerktreffens war die Gemeinde Ainring, da hier schon lange vor Energiewende- oder Klimaschutzzeiten das Vorzeigeprojekt der kommunalen Fernwärme-Versorgung „Biostrom und Wärme Ainring“ angesiedelt wurde. Der 3. Bürgermeister Martin Strobl spricht in seiner Begrüßungsrede in den jetzigen Zeiten „von einem regelrechten Boom“ der Fernwärmeversorgung in der Region. Auch der Klimaschutzkoordinator des Landkreises Christoph Geistlinger berichtet von „einer steigenden Nachfrage durch die Versorgung mit erneuerbarer Energie mit Fernwärme im Landkreis“. Überlegungen zum Fernwärmeausbau finden bereits in den meisten Kommunen des Landkreises statt.
Bettina Mühlbauer und Peter Pospischil von der Energieagentur Südostbayern informieren die Teilnehmer über die neue Gesetzeslage und Fördermöglichkeiten für die Kommunen. Passend zum Thema des Treffens wird die neue Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (BEW) näher erläutert. Leider musste die Energieagentur aber auch darauf hinweisen, dass reine Biomasse-Fernwärmenetze immer weniger stark vom Bund gefördert werden. Gerade im ländlich strukturierten Berchtesgadener Land stellt dies einen großen Nachteil dar. „Falls die Bundesregierung zur kommunalen Wärmeplanung verpflichtet, sind erfahrungsgemäß Förderungen für Planungsleistungen hinfällig.“ betont der erfahrene Energieberater. Dies zwingt die Kommunen zu einer schnellen Bedarfsabfrage und Umsetzung in den eigenen Kommunen.
Das Regionalwerk Chiemgau-Rupertiwinkel wird von dessen Vorstand Michael Perkmann vorgestellt. Ziel des Regionalwerks ist die Verwirklichung einer nachhaltigen Energiestrategie durch regionale und regenerative Energieerzeugungsquellen. Perkmann verweist darauf, dass das Strom-Netz aktuell noch nicht ausreichend ausgebaut ist. Das Regionalwerk bleibt hier aber mit den Stromnetzbetreibern im Austausch und unterstützt die Kommunen gerne bei Storm- und Wärmeprojekten. Als weiteres wichtiges, zentrales Thema werden Speicher für erneuerbare Energien in der Runde hervorgehoben.
Als weiteren Gastreferent freuen sich die Netzwerkteilnehmer den Vorstandsvorsitzenden Pascal Lang von der Energiegenossenschaft Inn-Salzach eG begrüßen zu können. Die Genossenschaft setzt erfolgreich erneuerbare Energie-Projekte wie zum Beispiel den größten Solarpark Bayerns um und arbeitet hier eng mit Kommunen zusammen. In dem kleinen Dorf Bundorf ist es beispielsweise gelungen Stromversorgung, Wärme und Mobilität durch die Bürger selbst zu initialisieren und zu realisieren. Pascal Lang betonte, dass Bundorf eine Blaupause für weitere Kommunen darstellen kann, um die Energiewende in der Region voranzubringen.
Manuel Münch vom Landratsamt Berchtesgadener Land stellt im vorletzten Programmpunkt des Netzwerktreffens das neue Energiewende-Maßnahmenpaket des Landkreises vor. Er betont die landkreisweite Beratungskampagne „Check Dein Haus“ mit kostenlosen Vor-Ort-Beratungen für Bürgerinnen und Bürger in den Jahren 2023 und 2024, an der sich alle interessierten Kommunen beteiligen können.
Bei der Besichtigung des Kraftwerks konnten sich die Teilnehmenden abschließend persönlich von der sehr guten Energiebilanz im Fernwärmekraftwerk ein Bild machen. Biomasse wie Hackschnitzel aus der Region stellen für die Gemeinde Ainring eine attraktive Alternative zu Erdgas und Öl dar. Im Vergleich zu 3.950 Tonnen CO2 durch Erdgas und Heizöl kann durch den Einsatz von Biomasse der Ausstoß auf 150 Tonnen reduziert werden. Somit stellt die Gemeinde eine Vorreiterrolle für den Klimaschutz in der Region dar.
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