Zu den Einsätzen gehörten ein schwerer Radsturz am Watzmann, ein falscher Alarm durch ähnlich klingende Almnamen und zwei blockierte Bergsteigerinnen am Kleinkalter.
Die Hochsaison ist vorbei, die ehrenamtlichen Einsatzkräfte der Bergwacht Ramsau waren aber aufgrund des anhaltend schönen Spätsommerwetters immer wieder bei Einsätzen gefordert, darunter auch ein Radunfall einer 27-Jährigen aus dem Landkreis Garmisch-Partenkirchen, die am späten Samstagnachmittag (29. Oktober) gegen 17.30 Uhr bei der Abfahrt von der Kührointalm am Kleinen Watzmann etwas oberhalb der so genannten Benzin-Kurve alleinbeteiligt gestürzt war und sich trotz Helm schwer am Kopf verletzt hatte. Ein Rettungssanitäter der Bergwacht Ramsau fuhr vorab mit dem Motorrad zum Unfallort und übernahm die Erstversorgung, seine Kameraden folgten mit dem Rettungsfahrzeug, darüber hinaus der Landrettungsdienst des Berchtesgadener Roten Kreuzes mit Rettungswagen und Notärztin und die Besatzung des Traunsteiner Rettungshubschraubers „Christoph 14“. Der Heli nahm die notärztlich versorgte junge Frau dann mit der Winde auf und flog sie zum Klinikum Traunstein. Sechs Ramsauer Bergretter waren bis 19.30 Uhr im Einsatz.
Am Sonntagabend (30. Oktober) ging gegen 17.40 Uhr bei einsetzender Dunkelheit ein Anruf wegen eines vermeintlichen Radsturzes in der Nähe der Engert-Holzstube im Klausbachtal ein, der dann nach weiterer Recherche zwischen der Bins-Alm und Eng-Alm im Karwendelgebirge in Tirol lokalisiert werden konnte. Die Angehörige eines mutmaßlich mit dem Fahrrad Verunglückten saß bei der Polizei in München und berichtete dort, dass ihr Angehöriger über einen Kurznachrichtendienst einen Notruf an sie persönlich abgesetzt hätte. Die Standortübermittlung war aber nicht vollständig. Aus den Bruchstücken der Meldung ging der Polizist dann von der Bind-Alm und Engert-Holzstube im Klausbachtal aus, rief daraufhin in der eigentlich nicht durchgehend besetzten Bergrettungswache Ramsau an, wo zufällig gerade der Kassier Arbeiten erledigte und die geschilderte Lage dann mit der Vermutung des Radsturz-Schwerpunkts am steilen Mitterberg an die Leitstelle Traunstein weitergab. Als die Mannschaft bereits ins Klausbachtal unterwegs war, übermittelte der Polizist genaue Koordinaten, die der Kassier dann überprüfte und feststelle, dass sich der Einsatzort zwischen der ähnlich klingenden Bins-Alm und Eng-Alm im Karwendelgebirge in Tirol befindet. Die Ramsauer Bergwacht konnte gegen 18.20 Uhr wieder einrücken – der Polizist gab den Einsatz dann an die örtlich zuständige Bergrettung im Schwaz weiter.
Am Freitagmittag (28. Oktober) brauchten gegen 12.40 Uhr zwei unverletzte, aber blockierte 25 und 29 Jahre alte Bergsteigerinnen aus Salzburg Hilfe, da eine der Frauen mit einer Panikattacke am Kleinkaltergrat im Aufstieg zum Hochkalter nicht mehr weiterkam. „Christoph 14“ setzte zwei Ramsauer Bergretter mit der Winde am Kleinkalter (2.513 Meter) ab, die die beiden jungen Frauen sicherten, so dass sie der Heli in zwei weiteren Windengängen jeweils zusammen mit einem Bergretter mit der Winde aufnehmen und ins Tal fliegen konnte. Sechs Bergretter waren bis 14.15 Uhr im Einsatz.
Am Donnerstagnachmittag (27. Oktober) musste die Ramsauer Bergwacht kurz nach 15 Uhr zum Toten Mann im südlichen Lattengebirge ausrücken, wo ein 83-Jähriger aus dem Landkreis beim Abstieg über die Forststraße gestürzt war und sich am Knie verletzt hatte. Drei Ramsauer Bergretter versorgten ihn und fuhren ihm dann zum eigenen Auto am ehemaligen Café Schwarzeck, wobei sie gegen 16 Uhr auf der Rückfahrt zur Wache von der Leitstelle zum Klausbachhaus geschickt wurden, wo in der Nähe ein zehnjähriges Mädchen aus dem inneren Landkreis beim Spielen gestürzt und von einem weiteren gestürzten Kind getroffen worden war, wobei ein deutliches Knackgeräusch zu hören war und der Verdacht auf eine Rückgratverletzung bestand. Der Einsatzleiter ließ weitere Bergretter nachalarmieren, die mit ihren bereits ausgerückten Kameraden das Kind untersuchten, versorgten und vorsorglich in der Vakuummatratze zum Klausbachhaus fuhren, wo es an die Rettungswagenbesatzung des Berchtesgadener Roten Kreuzes übergeben und dann in die Kreisklinik Bad Reichenhall eingeliefert wurde. Fünf Bergretter waren bis 17.30 Uhr gefordert.
Bereits am 11. Oktober brauchte kurz nach 22 Uhr ein Bergsteiger im Watzmann-Südspitz-Abstieg im Bereich des Goldbründls eine telefonische Beratung durch die Bergwacht, wobei niemand ausrücken musste und der Mann nach einer Notbiwak-Nacht ohne fremde Hilfe selbst absteigen konnte.
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