Bisher unbekannte Ursache: Werkstatthütte in der Engedey stark in Mitleidenschaft gezogen
Aus bislang ungeklärter Ursache ist es am Donnerstagnachmittag in einer privaten Werkstatthütte im Bischofswieser Ortsteil Engedey zu einer Verpuffung gekommen, bei der ein 75-jähriger Einheimischer schwer verletzt wurde. Teile des Gebäudes wurden stark in Mitleidenschaft gezogen.
Gegen 16 Uhr teilte ein Passant über Notruf eine starke Rauchentwicklung mit. Die Leitstelle Traunstein schickte daraufhin mit Alarmstufe B2 die Feuerwehren aus Bischofswiesen und Schönau und das Rote Kreuz mit einem Rettungswagen zum Unfallort. Die Einsatzkräfte von Feuerwehr, BRK und Polizei trafen vor Ort auf den 75-Jährigen, der schwer verletzt vor dem Haus saß. Er stand unter Schock und konnte zum Geschehen nicht sagen. Ein Raum des freistehenden Werkstattgebäudes war verwüstet, eine Wand eingedrückt und einige Stellen angekohlt.
Die Feuerwehrleute erkundeten unter Atemschutz das verrauchte Gebäude, fanden aber nur Glutreste an Kleidungsstücken, die ins Freie gebracht und mit einer Kübelspritze abgelöscht wurden. Nach einer ersten Lageerkundung forderten die Rettungsassistenten des Roten Kreuzes den Berchtesgadener Notarzt nach. Der 75-jährige Patient verletzte sich schwer am Bein, wurde medizinisch erst versorgt und dann zum Salzburger Landeskrankenhaus gefahren. Insgesamt waren 28 Feuerwehrleute mit vier Fahrzeugen, drei Polizeibeamte und das BRK im Einsatz.
Beamte der Polizeiinspektion Berchtesgaden und des Kriminaldauerdienstes Traunstein nahmen die Ermittlungen vor Ort auf. Es wurden sofort auch Ermittler des Bayerischen Landeskriminalamtes (BLKA) hinzu gezogen. Die Ursache der Verpuffung ist bisher noch ungeklärt. Die weiteren Ermittlungen und die abschließende Sachbearbeitung wurden von Sprengstoffexperten des BLKA übernommen.
Nachtrag 13. November 2012:
Wie das Bayerische Landeskriminalamt heute mitteilte, hatte der Rentner ca. 1kg industriell gefertigtes Böllerpulver (Schwarzpulver) in der Hütte lagern, da er noch bis vor 4-5 Jahren aktiver Böllerschütze war.
Am Donnerstag arbeitete er mit einem Trennschleifer, dessen Funkenflug vermutlich die Verpuffung des Schwarzpulvers auslöste.
An der Hütte entstand ein Schaden von ca. 10.000 €.
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