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Ehrenamtliche BRK-Bereitschaft Ainring nimmt neuen Notfallkrankenwagen in Betrieb

Ehrenamtliche Sanitäter verwirklichen mit Spenden heimischer Firmen und großzügiger Finanzspritze der Gemeinde Ainring ein sehr wirtschaftliches und nachhaltiges Fahrzeug-Projekt.

Die ehrenamtlichen Einsatzkräfte der BRK-Bereitschaft Ainring haben 2019 einen letztlich fast ausschließlich aus Spenden heimischer Firmen finanzierten Notfallkrankenwagen in Eigenregie geplant und nach ihren individuellen Anforderungen verwirklicht. Mit zwei zusätzlichen Finanzspitzen der Gemeinde Ainring (20 Prozent der Anschaffungskosten) und aus Eigenmitteln des Roten Kreuzes (15 Prozent) vervollständigen die freiwilligen Sanitäter noch die medizinische und technische Ausstattung des Fahrzeugs. Seit Anfang Oktober ist das neue mit bisher fast 16.000 investierten Euro sehr wirtschaftliche Rettungsfahrzeug nun im Mitterfeldener Rotkreuzhaus stationiert und im Dienst. Es hat sich bereits bei mehreren Notfällen und geplanten Diensten bewährt.

Sein Vorgänger, ein ehemaliger, ausgesonderter und von der Bereitschaft weiter genutzter Krankenwagen aus der regulären bayerischen Krankentransport-Vorhaltung, musste aus Altersgründen mit 14 Jahren und rund 280.000 Kilometern Laufleistung ausgetauscht werden. Ihr Fahrzeugprojekt haben die Ehrenamtlichen bewusst sehr nachhaltig, effizient und wirtschaftlich realisiert. „Jeder Spendeneuro macht Sinn, wurde mit viel Sachverstand und Erfahrung investiert, bleibt in der Region und kommt im Notfall direkt wieder der heimischen Bevölkerung zu Gute!“, freut sich Kreisbereitschaftsleiter Florian Halter.

„Das neue Fahrzeug – ein echter und in der Anschaffung günstiger Glückstreffer – war zuvor als Rettungswagen beim Österreichischen Roten Kreuz (ÖRK) im Dienst und ist für unsere Anforderungen das optimale Fahrzeug“, freut sich der Ainringer Bereitschaftsleiter Till Schöndorfer. Der so genannte Notfallkrankenwagen hat im Gegensatz zu seinem Vorgänger mehr Platz für die Patientenversorgung, und auch die umfangreiche Notfallausrüstung kann jetzt sicher und griffbereit verstaut werden. Trotz seines großen Innenraums hat das neue Fahrzeug im Vergleich zu einem Rettungswagen kompaktere Außenmaße, was gerade bei schwer erreichbaren Einsatzstellen und engen Zufahrtsstraßen ein Vorteil ist.

Das Motto der Ehrenamtlichen war aufgrund ihres begrenzten Budgets: „Aus Alt mach mit viel Sachverstand und Eigenleistung Neu!“ 6.000 Euro kostete das ausgesonderte ÖRK-Fahrzeug, fast dieselbe Summe fiel für Instandsetzung und Reparaturen in der Werkstatt an, rund 2.500 Euro für Umbauten bei der Ausbaufirma und etwa 1.500 Euro für die neue Beklebung, die den Sprinter auch bei sehr widrigen Wetter- und Lichtverhältnissen für andere Verkehrsteilnehmer unübersehbar macht.

Der Notfallkrankenwagen wird rein ehrenamtlich besetzt und kommt primär im erweiterten Rettungsdienst, Sanitätsdienst und Katastrophenschutz mit der von den BRK-Bereitschaften gestellten so genannten „Schnell-Einsatz-Gruppe (SEG) Transport“ zum Einsatz, also immer dann, wenn bei Großschadenslagen viele Patienten zu transportieren sind und die Kapazitäten der regulären Rettungsdienst-Vorhaltung nicht mehr ausreichen. Auch bei Bränden oder größeren Einsätzen wird häufig die SEG alarmiert, damit der reguläre Rettungsdienst wieder für weitere Notfälle verfügbar ist. Zur Spitzenabdeckung, wenn zum Beispiel im Sommer zur Urlaubszeit oder im Winter bei starkem Schneetreiben alle regulären Fahrzeuge im Einsatz sind oder nur sehr langsam vorankommen, kann der Notfallkrankenwagen ebenfalls alarmiert werden.

Das neue Fahrzeug hat zusätzliche Halterungen für die im Rettungsdienst genutzte EKG-Defi-Einheit und das Beatmungsgerät verbaut. „Sollten wir zusammen mit einem Notarzt alarmiert werden, können die Geräte aus dem Notarzteinsatzfahrzeug schnell und sicher eingebaut werden, und das Fahrzeug ist mit zwei Handgriffen fast ein vollwertiger Notarztwagen. Eine Besonderheit stellt zweifelsfrei der „Lucas“ dar: Ein mechanisches Wiederbelebungsgerät, das vor allem zur automatischen Herz-Druck-Massage während der Fahrt genutzt wird. Weil mittlerweile alle Notarzteinsatzfahrzeuge in Bayern damit ausgestattet wurden, hat uns die Notarztgemeinschaft Freilassing ihr bereits zuvor aus Eigenmitteln beschafftes Gerät als Leihgabe zur Verfügung gestellt. Es kann bei Bedarf gezielt über die Leitstelle Traunstein angefordert werden“, erklärt Schöndorfer.

Das neue Fahrzeug wurde mit einem ungewöhnlich hohen Anteil von insgesamt bisher über 13.000 Euro Spenden heimischer Firmen verwirklicht. Hinzu kommen 2.500 Euro aus dem Verkauf des alten Fahrzeugs und zwei Finanzspritzen der Gemeinde Ainring (20 Prozent der Anschaffungskosten) und aus Eigenmitteln des Roten Kreuzes (15 Prozent der Anschaffungskosten), die für mehrere tausend Euro teure Ausstattung und Ausrüstung notwendig sind. Schöndorfer und sein Team danken allen Spendern und der Gemeinde Ainring für ihre Unterstützung.

red/Pressemitteilung BRK BGL
Bilder © Krinke, BRK BGL
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