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Inoffizielle, wilde Wegmarkierungen leiteten Wanderer beim Abstieg von der Toni-Lenz-Hütte in die Irre

Bergwacht Marktschellenberg rettet verstiegenen Pongauer bei Dunkelheit vom Schellenberger Kienberg und bringt ihn unverletzt in Tal.

Sieben Einsatzkräfte der Bergwacht Marktschellenberg haben am Sonntagabend bei Dunkelheit in einer fast fünfstündigen Aktion einen unverletzten, verstiegenen Wanderer von der Südostseite des Untersbergs gerettet. Der ältere Mann aus dem Salzburger Pongau war im Abstieg von der Toni-Lenz-Hütte nordöstlich über den so genannten Bsuchsteig in Richtung Schellenberger Sattel und dann am tiefsten Punkt über den abzweigenden Kienbergsteig zum Kienberg gegangen, da neben dem Weg weiße Kreise als inoffizielle, wilde Markierungen an den Bäumen und Steinen angebracht waren.

Als die Kreise dann außerhalb des Waldes endeten, fand der Mann in der einsetzenden Dunkelheit ohne Stirnlampe nicht mehr weiter und wählte gegen 16.45 Uhr die Notrufnummer. Die Bergwacht telefonierte mit dem Verstiegenen, der kein Lichtzeichen absetzen konnte und auch nicht genau wusste, wo er sich befindet, fuhr dann mit dem Rettungsfahrzeug los, machte sich zu Fuß auf die Suche und stieg bis zur Lenzhütte auf. Nach seinen ersten Angaben über Telefon wäre der Mann eigentlich unterhalb des Schellenberger Sattels zu suchen gewesen, wo er aber nicht war. Der Verstiegene sah aber die Lichter der Bergwacht an der Hütte und gab ihnen über Telefon Rückmeldung, so dass sie ihn wesentlich tiefer am Kienberg vermuteten. Sie folgten wie zuvor der Mann ebenfalls dem Bsuchsteig, dann dem Kienbergsteig, stellten Rufkontakt her und fanden den Verstiegenen schließlich auf dem alten und stellenweise verfallenen Kienbergsteig, der nicht mehr unterhalten wird und zur alten Grenze ins Tal führt. Gemeinsam gings zurück ins Tal; der Einsatz dauerte bis 21.30 Uhr.

Die Bergwacht Marktschellenberg musste heuer bereits fünf Verstiegene in diesem Gebiet retten und bittet alle Bergsteiger, keine inoffiziellen, wilden Wegmarkierungen im Gelände anzubringen, die von den häufig begangenen Steigen aus zu sehen sind und Wanderer in die Irre führen können. „Es mag gut gemeint sein, wenn Leute Markierungen anbringen, damit alte und verfallene Steige leichter gefunden werden, zumal das Suchen alter Steige während der vergangenen Jahre immer beliebter geworden ist. Für Menschen, die den Markierungen aber aus Versehen folgen oder nicht wissen, auf was sie sich beim Abenteuer abseits des Wegs eigentlich einlassen, kann der Ausflug ins freie Gelände lebensgefährlich werden und im Schlimmsten Fall tödlich mit einem Absturz enden!“, warnt der Schellenberger Bereitschaftsleiter Martin Wagner.

red/Pressemitteilung BRK BGL
Bilder © BRK BGL
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