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Drei Bergwachteinsätze bei schönem Herbstwetter

Am Freitagabend brauchte ein frierendes und orientierungsloses Pärchen an der geschlossenen Schlegelmuldenhütte Hilfe, am Samstagmittag wurde einem Chihuahua im Kampf mit einem anderen Hund am Torrener Joch ein Auge herausgerissen und am frühen Samstagnachmittag brach sich ein Familienvater aus Großgmain das Sprunggelenk.

Am Freitagabend war die Reichenhaller Bergwacht in der Schlegelmulde im Lattengebirge gefordert. Eine 23-jährige Frau aus Sachsen-Anhalt und ein 26-jähriger Mann aus Mittelfranken waren ohne entsprechende Ausrüstung und Erfahrung vom Festplatz aus mit glatten Lederschuhen und nur leichter Kleidung über die im oberen Drittel winterliche, schattige und frostige Nordseite der Vorderen Abfahrt entlang der Spechtenköpfe in die Schlegelmulde aufgestiegen, wobei sie mehrere steile und absturzgefährliche Schneefelder queren mussten und nach insgesamt acht Stunden ziemlich erschöpft an ihrem vermeintlichen Ziel ankamen. Als sie dann feststellten, dass sowohl die Almhütte geschlossen war und die Seilbahn außer Betrieb war, setzten sie gegen 19.30 Uhr einen Notruf ab, da ihr Plan nicht aufgegangen war und sie nicht mehr in der Lage waren, selbst abzusteigen. Der Weg sah für beide auf der Handykarte nicht sonderlich weit aus, war aufgrund der winterlichen Verhältnisse und der Steilheit dann aber grenzwertig und fordernd. Zwei Bergretter fuhren bis zum Ende der Forststraße an der Unteren Schlegelalm, stiegen weiter zu Fuß zum Predigtstuhl auf und dann in die Schlegelmulde ab, versorgten das Duo mit heißem Tee und führten es bis zum Auto. Die Aktion dauerte rund zwei Stunden.

Einsatzkräfte der Bergwacht Berchtesgaden mussten am frühen Samstagnachmittag einen schwer verletzten Chihuahua vom Jenner retten. Der kleine Hund hatte mit einem anderen Hund am Stahlhaus gerauft, wobei sein Auge aus der Höhle gerissen wurde und dann heraus hing. Die Besitzer, ein Paar aus Traunstein, setzten kurz nach 12.30 Uhr einen Notruf ab und stiegen nach Rücksprache mit dem Bergwacht-Einsatzleiter in Richtung blaues Kastl am Schneibsteinweg ab, da die Wege oben am Berg schon verschneit und vereist und kaum mehr befahrbar waren. Die Bergwacht nahm eine Berchtesgadener Tierärztin mit und traf dann am Steinernen Bankerl mit den Leuten zusammen, die schneller als geplant vorangekommen waren. Die vom Einsatzleiter organisierte Ärztin versorgte den kleinen Hund notfallmedizinisch; die Bergwacht brachte ihn dann nach Hinterbrand. Von dort aus gings mit dem Privatauto eines Verwandten weiter zur Tierklinik nach Anif, die nach Anmeldung durch den Einsatzleiter bereits alles für eine Operation vorbereitet hatte, um das Auge des Chihuahuas zu retten.

Am Samstag gegen 13.30 Uhr ging dann ein Notruf vom verschneiten und stellenweise vereisten Gipfelbereich des Zennokopfs ein, wo ein 36-jähriger Familienvater aus Großgmain mit der Kraxe und dem Junior am Rücken ausgerutscht und ausgewichen war, um nicht auf sein Kind zu stürzen, sich dabei aber das Sprunggelenk gebrochen und ausgekugelt hatte. Der Mann hatte Glück im Unglück, da zwei ehrenamtliche Retter der Bergwachten Traunstein und Teisendorf-Anger in der Nähe waren und die Erstversorgung übernahmen. Die Besatzung des Traunsteiner Rettungshubschraubers „Christoph 14“ konnte an der Unfallstelle landen, so dass der Mann bereits nach wenigen Minuten durch den Notarzt versorgt wurde. Die Retter luden den Patienten in den Heli ein und flogen ihn direkt zur Kreisklinik Bad Reichenhall. Die Bergwacht stieg mit der Frau und dem Kind zu Fuß ins Tal ab. Die Reichenhaller Bergwacht leitete den Einsatz und stand mit Luftrettern in der Hochstaufen-Kaserne bereit, musste aber dann nicht mit auf den Berg, da die Einsatzstelle ohne Rettungstau erreichbar war und die Ersthelfer bei der Versorgung und beim Transport des 36-Jährigen halfen.

red/Pressemitteilung BRK BGL
Bilder © BRK BGL
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