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Nächtlicher Rettungswindeneinsatz für akut intern erkrankten 65-Jährigen im Grünstein-Klettersteig

Gleichzeitig zwei Vermisstensuchen im Hochkalter-Ofental und in Salet mit gutem Ausgang – vermeintlicher Waldbrand am Hohen Brett entpuppt sich als gemeldetes Feuer am Brandkopf.

Eine erneut unruhige und nur kurze Nacht hatten die Einsatzkräfte der Bergwachten Berchtesgaden und Ramsau, die Besatzung des Polizeihubschraubers „Edelweiß 8“ und die BRK-Wasserwacht: Im Grünstein-Klettersteig brauchte ein akut intern erkrankter und erschöpfter Mann notärztliche Hilfe, zwei Touristen waren vom Funtensee nicht mehr zurückgekommen und zwei junge Männer waren im Hochkalter-Ofental vermisst.

Als gegen 21 Uhr der Notruf des erschöpften 65-jährigen Urlaubers aus Baden-Württemberg einging, der bereits den Gipfelgrat im Grünstein-Klettersteig erreicht hatte, versuchte die Bergwacht Berchtesgaden zunächst den Mann bodengebunden nach oben zu bringen. Einsatzkräfte stiegen von oben ab, stellten dann aber eine akute internistische Erkrankung fest und forderten einen Notarzt und einen nachtflugtauglichen Hubschrauber zur schonenden Rettung nach, da der Mann nicht mehr aus eigener Kraft weiter aufsteigen konnte. Der Ruhpoldinger Bergwachtnotarzt und weitere Einsatzkräfte stiegen von oben zu dem Mann ab. Die Besatzung von „Edelweiß 8“ schaffte es dann trotz der stockfinsteren Nacht, den 65-Jährigen mit der Rettungswinde aufzunehmen und zum Schneewinkl-Landeplatz auszufliegen, wo bereits eine Rettungswagenbesatzung des Reichenhaller Roten Kreuzes auf ihn wartete. „Die Zusammenarbeit mit den Polizeifliegern und der Einsatzzentrale war hervorragend!“, lobt der Bergwacht-Einsatzleiter. Gegen 21.30 Uhr war ein Notruf wegen eines vermeintlichen Waldbrands eingegangen, der sich dann als angemeldetes Feuer am Brandkopf entpuppte; die Bergwacht und die Feuerwehr Königssee konnten noch auf der Anfahrt wieder umkehren. Gegen 22.30 Uhr meldeten Vermieter ihre beiden Gäste als vermisst, da sie nicht von einer geplanten Wanderung an den Funtensee zurückgekehrt waren. Das Paar hatte das Kärlingerhaus erreicht, war aber nicht zur Urlaubsunterkunft zurückgekehrt. Die Bergwacht Berchtesgaden fuhr mit der BRK-Wasserwacht nach Salet, wo die beiden Vermissten ohne Handynetz warteten – sie wollten nicht anrufen, als sie das letzte Kursboot verpasst hatten, da ihnen die Kosten für den Wasserwachteinsatz zu teuer waren - sie wurden dann mit dem Wasserwachtboot zur Seelände zurückgebracht. Der Polizeihubschrauber „Edelweiß 4“ mit Wärmebildkamera war bereits auf Anflug für die Suche am Funtensee, wurde aber nicht mehr benötigt und konnte wenige Minuten vor dem Einsatzgebiet wieder umkehren.

Gegen Mitternacht ging dann ein weiterer Notruf für die Bergwacht Ramsau ein, da zwei 24 und 30 Jahre alte Männer nicht von einer Bergtour auf den Hochkalter zurückgekehrt waren und der Vater des Jüngeren sich Sorgen machte. Die Männer aus Bayern waren bereits um 8 Uhr in der Früh an der Blaueishütte aufgebrochen und hatten erst um 14 Uhr den Hochkaltergipfel erreicht. Gegen 21.30 Uhr rief der Jüngere dann seinen Vater an und teilte mit, dass sie nur recht langsam vorankommen, da der 30-Jährige recht erschöpft sei und sie nur ihr Handylicht dabei haben. Danach war kein Mobillfunknetz mehr verfügbar, weshalb der Vater schließlich einen Notruf absetzte. Die Bergwacht Ramsau fuhr mit Motorrad und All-Terrain-Vehicle (ATV) so weit wie möglich ins Ofental, machte sich zu Fuß auf die Suche und fand die beiden unverletzten Männer dann in rund 1.500 Metern Höhe. Sie wurden bis zum Pinzgauer gebracht und dann ins Tal gefahren. Acht Bergretter waren bis 2 Uhr in der Früh gefordert und organisierten den Männern noch eine Unterkunft in der Ramsau.

Bereits am Montag, den 26. August musste die Bergwacht Berchtesgaden gegen 13.30 Uhr zur Königsbachalm am Jenner ausrücken und zwei Patienten mit Kreislaufproblemen abholen. Am 27. August gegen 14.15 Uhr ging ein Notruf wegen eines Radsturzes an der Gotzenalm ein. Gegen 15 Uhr, noch während der Anfahrt zur leicht verletzten Radlerin, wurde ein internistischer Notfall am Jenner-Königsweg gemeldet, wo ein 78-Jähriger aus Niederbayern Hilfe brauchte. Die Bergwacht kehrte um zum Königsweg, versorgte den Mann und brachte ihn nach Hinterbrand; von dort aus gings mit dem Rettungswagen des Berchtesgadener Roten Kreuzes weiter zur Kreisklinik Berchtesgaden. Eine zweite Bergwachtbesatzung versorgte die gestürzte Radlerin und brachte sie ins Tal.

red/Pressemitteilung BRK BGL

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