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83-jähriger Wanderer stürzt von Unteren Hirschenlauf 70 Meter tief ab und stirbt

Erschöpfte, Blockierte, Verletzte und Verirrte: Schönes Wetter beschert der Bergwacht rund um den Tourismus-Hotspot Königssee sehr viel Arbeit.

Am Sonntagabend gegen 17.20 Uhr mussten die Bergwacht Berchtesgaden und die Besatzung des Salzburger Notarzthubschraubers „Christophorus 6“ zum Unteren Hirschenlauf östlich des Königssees ausrücken, wo ein 83-jähriger Wanderer aus dem Raum Miesbach auf dem glitschigen Steig ausgerutscht und 70 Meter tief über einen steilen Wald- und Wiesenhang in Richtung eines Abwärtsgrabens abgestürzt war. Die Einsatzkräfte fanden den Verunfallten rasch, konnten aber nur noch den Tod feststellen.

Drei Wanderer aus dem Raum Miesbach waren unterwegs auf dem Unteren Hirschenlauf im Hagengebirge und wollten noch bis zur Gotzenalm aufsteigen. Dabei rutschte einer der Männer auf dem glitschigen Steig aus und stürzte. Auf dem sehr steilen Wald- und Wiesenhang fiel er etwa 70 Meter tief in Richtung Abwärtsgraben und zog sich dabei schwerste Verletzungen zu. Der Einsatzleiter konnte im Telefonat mit den anderen beiden Wanderern die genaue Absturzstelle eingrenzen. Die Besatzung des Salzburger Notarzthubschraubers „Christophorus 6“ nahm auf einer Wiese an der Büchsenalm einen ortskundigen Berchtesgadener Bergretter zum Suchflug auf und brachte dann von der Priesbergalm aus Notarzt, Notfallsanitäter und Bergretter am 50-Meter-Rettungstau zum Abgestürzten, wobei die Einsatzkräfte nur noch den Tod feststellen konnten.

Die Bergwacht Berchtesgaden konnte den Verunfallten seilgesichert aus dem steilen Graben bergen und mit dem Fahrzeug ins Tal bringen, so dass kein Polizeihubschrauber anfliegen musste. Der Kriseninterventionsdienst (KID) der Bergwacht kümmerte sich um die betroffenen Begleiter. Ein Polizeibergführer der Polizei Berchtesgaden übernahm die Ermittlungen zum genauen Unfallhergang.


Darüber hinaus war die Bergwacht während der vergangenen Tage bei etlichen Einsätzen gefordert:

Am 19. August musste die Bergwacht Ramsau wegen einer erschöpften Person an der Stubenalm am Watzmann ausrücken. Am 20. August gegen 15.15 Uhr holte „Christoph 14“ einen Patienten mit Fußverletzung von der Fischunkelalm am Obersee. Gegen 17.30 Uhr ging ein Notruf von einem Bergsteiger ein, der sich am Kehlstein im Nebel verirrt hatte. Die Bergwacht ging ihm am Mannlgrat entgegen und brachte ihn ins Tal.

Am 22. August gegen 12.15 Uhr brauchte eine 16-Jährige aus Hessen mit Knieschmerzen am Schneibsteinweg Hilfe. Die Bergwacht brachte sie per Fahrzeug ins Tal, danach gings mit dem Krankenwagen des Roten Kreuzes weiter zur Kreisklinik Berchtesgaden. Gleichzeitig war am Malerwinkelrundweg eine Frau gestolpert und hatte sich an der Hand verletzt; die Bergwacht konnte direkt mit dem Fahrzeug anfahren, die Verletzte versorgen und zurück nach Königssee bringen; sie begab sich selbst in ärztliche Behandlung.

Gegen 15.15 Uhr mussten die Bergwacht Berchtesgaden und später auch der Landrettungsdienst des Berchtesgadener Roten Kreuzes in die Buchenhöhe ausrücken, wo sich ein 81-jähriger Einheimischer im Wald das Bein gebrochen hatte. Bergwacht und Landrettungsdienst mussten rund zehn Minuten weit in den Wald gehen, arbeiteten bei der Versorgung Hand in Hand zusammen, brachten den Verletzten mit der Gebirgstrage bis zum Rettungswagen und danach zur Kreisklinik Bad Reichenhall.

Gegen 18.45 Uhr rückte die Bergwacht Berchtesgaden nochmals aus, um einen 17-jährigen Urlauber aus Baden-Württemberg mit einer Sprunggelenksverletzung von der Grünsteinhütte per Fahrzeug ins Tal zu bringen. Mit dem Rettungswagen des Roten Kreuzes gings dann weiter zur Kreisklinik Bad Reichenhall.

Am 23. August gegen 7 Uhr ging ein Notruf über Dritte wegen einer mutmaßlich erschöpften und unterkühlten 57-jährigen Frau ein, die im Landtal unterwegs war. Der Einsatzleiter der Bergwacht Berchtesgaden rief auf der Wasseralm an, wo eine Notärztin privat unterwegs war; sie ging mit ihrem Begleiter zur Patientin und klärte die Lage ab, wobei sie Entwarnung geben konnte und die Frau mit Hilfe selbst bis zur Wasseralm kam. „Christoph 14“ hatte versucht, über dem Nebel zum Einsatzort zu kommen, konnte aber dann dort wegen der Wolken nicht landen.

Gegen 14.40 Uhr ging dann ein Notruf über Dritte wegen zwei älteren mutmaßlich erschöpften Frauen auf der Dalsenwinkelstraße am Kehlstein ein, die dann beim Eintreffen der Bergwacht nicht mehr auffindbar waren.

Gegen 17.45 Uhr hatte dann eine erschöpfte Wanderin zwischen Halsköpfl und Schwarzensee andere Bergsteiger um Hilfe gebeten, die dann einen Notruf abgesetzt hatten. „Christoph 14“ schaffte es nicht mehr, die Einsatzstelle durch ein Nebelloch zu erreichen und setzte zwei Bergretter an der Sagereckeralm ab, die dann aufstiegen, die Frau aber im Bereich Schwarzensee und Halsköpfl nicht mehr finden konnten. Sie gingen weiter zum Funtensee, wo die Erschöpfte zusammen mit anderen Bergsteigern angekommen war. Die Einsatzkräfte übernachteten mit der Frau und ließen sie am nächsten Morgen mit „Christoph 14“ ausfliegen, da sie aus eigener Kraft nicht mehr absteigen konnte. Die Bergwacht brachte sie dann mit dem Auto bis zum Bahnhof und in ihren Zug.

Am Freitagabend meldeten sich dann noch kurz nach 18 Uhr zwei blockierte Bergsteiger vom Mannlgrat; die Bergwacht Berchtesgaden ging ihnen entgegen, sicherte sie und brachte sie unverletzt zum Kehlstein zurück.

Am 24. August kurz nach 10 Uhr brauchte eine psychisch blockierte 52-jährige Urlauberin aus Nordrhein-Westfalen auf dem Weg zwischen Wasseralm und Halsköpfl Hilfe. „Christoph 14“ und die Bergwacht Berchtesgaden suchten die Frau im Wald, führten sie zur Wasseralm und flogen sie von dort nach Salet, wo bereits die BRK-Wasserwacht mit ihrem Rettungsboot wartete und die Frau zurück zur Seelände brachte. Die Bergwacht Bad Reichenhall sicherte am Samstagvormittag den alpinen Dreikampf Graziman am Zwiesel ab.

Um 13 Uhr musste die Bergwacht Berchtesgaden zu einer 46-jährigen Frau aus Mittelfranken ausrücken, die sich am Jenner am Bein verletzt hatte. Die Bergwacht brachte sie mit dem Auto ins Tal; mit dem Rettungswagen des Roten Kreuzes gings weiter zur Kreisklinik Berchtesgaden.

Gegen 16 Uhr musste die Bergwacht Marktschellenberg wegen eines 43-jährigen Wanderers ausrücken, der sich in der Almbachklamm bei Brücke 19 den Arm gebrochen hatte. Die Bergretter brachten ihn mit der Trage nach oben nach Maria Gern und übergaben ihn an die Rettungswagenbesatzung des Roten Kreuzes, die ihn dann in die Kreisklinik Bad Reichenhall einlieferte.

Kurz nach 16 Uhr meldeten sich wieder Bergsteiger vom Halsköpfl, die Angst vor dem aufziehenden Gewitter hatten. Die Bergwacht wies sie über Telefon an, das Wetter abzuwarten und dann zur Wasseralm zu gehen. Von dort wurden sie dann mit dem Salzburger Notarzthubschrauber „Christophorus 6“ ausgeflogen, da sich einer der beiden am Knie verletzt hatte und selbst nicht mehr absteigen konnte.

red/Pressemitteilung BRK BGL

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