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Erneuter nächtlicher Großeinsatz für verstiegenen Wanderer am Poschberg

Aufwendige nächtliche Suche und missglückter Rettungsversuch – 67-Jähriger aus Nordrhein-Westfalen verpasst die Abzweigung zum Waxriessteig und gerät auf der Nordostseite des Poschbergs in absturzgefährliches Gelände.

Die Bergwachten Bad Reichenhall, Freilassing und Teisendorf-Anger mussten am Sonntagabend innerhalb von zwei Tagen zum dritten Mal wegen eines verstiegenen Wanderers am Poschberg im Lattengebirge ausrücken, wobei der aufwendige Einsatz sehr lang dauerte, da die Retter den in Bergnot Geratenen lange Zeit suchen mussten und bis Montagmittag wegen Wind, Nebel und steiler Felswände weder per Hubschrauber noch zu Fuß erreichen konnten. In der Nacht und am Morgen waren 15 Bergretter, zwei Hubschrauber und das Team des Technikbusses der Bergwacht Chiemgau mit einer Wärmebilddrohne im Einsatz; am Montagvormittag schaffte es dann eine Fußmannschaft von der Poschhütte aus über einen Bergrücken und durch einen Graben bis zu dem 67-jährigen Urlauber aus Niedersachsen abzusteigen, wobei Regen und Nebel den Einsatz erschwerten. Die Bergwacht traf gegen 11.30 Uhr beim Verstiegenen ein, brachte ihn seilgesichert nach oben und bis 13 Uhr ins Tal.

Der Mann hatte wie bereits eine Familie am frühen Freitagnachmittag und ein Duo aus München am Freitagabend offenbar die Abzweigung zum Waxriessteig verpasst und war an der Posch-Jagdhütte vorbei weglos abgestiegen. Während das Duo am Freitagabend in 770 Metern Höhe im Absturzgelände auf der Südwestseite des Bergs in Richtung Röthelbach-Forststraße festsaß, war der Mann am Sonntagabend nordöstlich übers Schneideck in Richtung des Kieswerks am Saalachsee abgestiegen und dann in rund 1.000 Metern Höhe im sehr steilen und unübersichtlichen Gelände ohne Licht nicht mehr weitergekommen, als es langsam dunkel wurde.



Als gegen 20.20 Uhr der Notruf einging, mussten die Bergretter erst nach dem Mann suchen, der nicht genau sagen konnte, wo er sich befindet und meinte, er sei immer noch im Bereich des Waxriessteigs. Eine Handyortung war nicht möglich, weshalb mehrere Mannschaften über den Waxriessteig in Richtung der Rothofentgräben, von oben über die Poschhütte, vom Gegenhang am Müllnerberg und vom Tal aus suchten und immer wieder Rufkontakt, aber keinen Sichtkontakt zu dem Mann herstellen konnten. Im Einsatz war auch die Bergwacht Traunstein mit dem Technikbus der Bergwacht Chiemgau; sie unterstützte die Bodenteams mit einer Wärmebilddrohne, suchte nach dem Verstiegenen und dem besten Aufstiegsweg für die Fußtrupps. Die Einsatzkräfte leuchteten dann die komplette Nordostflanke des Poschbergs mit einem großen Scheinwerfer vom Kieswerk aus an, um die Suche im Gelände zu erleichtern. Die Besatzung des mit einer Wärmebildkamera ausgestatteten nachtflugtauglichen Polizeihubschraubers „Edelweiß 6“ traf gegen Mitternacht in Bad Reichenhall ein, konnte aber wegen des starken Winds nicht ins Saalachseetal hineinfliegen und musste wieder umkehren.



Durch Rufkontakte und nicht eindeutige Sichtkontakte konnten die Einsatzkräfte eingrenzen, wo sich der Mann vermutlich befindet, wobei die Suche aufgrund des sehr unübersichtlichen und steilen Geländes sehr schwierig war. Die Retter stiegen entlang des Steinbruchs oberhalb des Kieswerks am Saalachsee auf und versicherten die komplette Strecke mit Seilen, kamen dann aber eine Wandstufe unterhalb des Mannes nicht mehr weiter und mussten gegen 4.30 Uhr in der Früh umkehren. Am Montagmorgen gegen 7 Uhr startete dann der Traunsteiner Rettungshubschrauber „Christoph 14“ mit dem Bergwacht-Einsatzleiter zu einem erneuten Suchflug und konnte den Mann an der Nebelgrenze in etwa 1.000 Metern zwar finden, aber wegen einer sinkenden Wolkenschicht nicht mehr erreichen.



Am Montagvormittag schaffte es dann eine Fußmannschaft von der Poschhütte aus über einen Bergrücken und durch einen Graben bis zu dem Mann abzusteigen, wobei Regen und Nebel den Einsatz erschwerten. Die Bergwacht traf gegen 11.30 Uhr beim Verstiegenen ein und bringt ihn derzeit seilgesichert nach oben.



Im September 2015 musste die Bergwacht in unmittelbarer Nähe der aktuellen Einsatzstelle bereits zwei Wanderer sehr aufwendig suchen und retten, die ebenfalls den Waxriessteig verloren hatten.

red/Pressemitteilung BRK BGL
Bilder © Leitner BRK BGL
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