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Übungsvorführung der Bergwacht-Canyoninggruppe im Wappach

Die Canyoninggruppe der Bergwacht Chiemgau hatte heute Nachmittag bei einem Pressetermin ihre verantwortungsvolle und schwierige Arbeit mit einer Übungsvorführung vorgestellt.

Annahme war ein Wanderer, der in eine Gumpe des Wappachs stürzte und sich dabei am Bein verletzte. Im Bereich der Unfallstelle wurde von den Rettern ein Seilzug aufgebaut um den verletzten Wanderer so schonend wie möglich aus dem Bachbett zu bergen. Anschließend stiegen zwei Canyon-Bergretter zu dem Verunfallten ab. Nach Sondierung und Einschätzung der Verletzungen begannen die Helfer ein Bein zu schienen. Anschließend wurde der Verunglückte mit Wärmepacks und Decken versorgt um einer Unterkühlung entgegenzuwirken. Nachdem sich die Verletzungen nicht als gravierend herausgestellt hatten, konnte der Verletzte in eine Schaufeltrage gebettet und mittels Seilwinde nach oben gezogen werden. Dann wurde er in Begleitung eines Bergwachtmannes der Canyoninggruppe in den Seilzug eingehängt und aus dem Wappach auf einen sicheren Weg verbracht. Anschließend wurde er dann zur weiteren Versorgung dem Bergwachtnotarzt übergeben, bevor der Abtransport begann.

Der Aufbau eines Seilzuges dauert je nach Gelände zwischen 15 und 20 Minuten. Sind viele Bäume am Rand geht es schneller, weil die Seile nur eingehängt und befestigt werden können. Deutlich länger dauert es, wenn erst noch Sicherungshaken in den Felsen eingebohrt werden müssen.

Canyonrettung ist ein spezieller Bereich der Bergwacht, der vorwiegend in gebirgigen Gewässern tätig ist. Die Arbeit der Spezialkräfte umfasst dabei etwa Rettungen aus unzugänglichen Schluchten und Klammen. Alle Retter der Canyoninggruppe sind ausgebildete Bergwachtfrauen und -männer die sich zusätzlich im Bereich Canyoning spezialisiert haben.

Im Gegensatz zu anderen Alpenregionen, ist der Bereich der Bergwachtregion Chiemgau kein typisches Gebiet für Canyoning, weshalb es hier nur wenige Einsätze dieser Art gibt. Durchschnittlich kommt es pro Jahr zu drei bis vier Einsätzen, darunter auch Fälle in denen Wanderer vom Weg abkommen und in eine Schlucht abstürzen. Während es im Jahr 2018 gar keinen Unfall gab, wurden heuer bis jetzt schon drei Einsätze gezählt, darunter der tödliche Badeunfall im Königsbachfall.

red
Bilder red
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