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Rotes Kreuz bildet 2018 in 159 Kursen 2.348 Teilnehmer in Erster Hilfe aus und fort

Mittlerweile 20 Ausbilder: Langfristig soll überall und zu jeder Zeit jemand vor Ort sein, der im Notfall sicher und rasch helfen kann.

Das Rote Kreuz hat 2018 im gesamten Landkreis in insgesamt 159 Kursen 2.348 Menschen in Erster Hilfe aus- oder weitergebildet. Ziel der Hilfsorganisation ist es, dass langfristig überall und zu jeder Zeit jemand vor Ort ist, der sehr rasch und handlungssicher helfen kann und im Ernstfall die Zeit mit lebensrettenden Maßnahmen überbrückt, bis die Profis mit Rettungswagen und Notarzt vor Ort sind. „Ersthelfer, die entscheidungssicher handeln und sich trauen, zu helfen, sind das wichtigste erste Glied in der Rettungskette, ohne das Notarzt und Sanitäter keine Chance hätten, wenn es um ein Leben geht, da sie fast immer zu spät kommen würden. Erste Hilfe ist kein Hexenwerk; jeder kann sie mit verhältnismäßig wenig Aufwand lernen und üben und niemand muss Angst haben, etwas falsch zu machen. Falsch wäre nur, aus Unsicherheit nichts zu tun“, erklärt Ausbildungsleiter Hermann Scherer, der das Sachgebiet Anfang 2018 von seinem Vorgänger Michael Fraunhofer übernommen und weiter ausgebaut hat.

Lebensgefährliche Notfälle sind für die meisten Menschen eine absolute Ausnahmesituation mit extremer Stressbelastung; sie passieren meist völlig unerwartet und ohne jede Vorwarnung - ganz normale Menschen können zum Lebensretter werden, wenn sie sich trauen und nicht zögern, zu helfen – zu Hause, in der Arbeit, im Straßenverkehr oder abseits der Zivilisation im Gebirge oder im Wald, wo es durchaus länger dauern kann, bis organisierte Retter eintreffen. Die Profis vom Roten Kreuz wissen aus langjähriger Erfahrung, dass im Ernstfall immer wieder zu viel Zeit vergeht, weil Ersthelfer unsicher sind, zögern einen Notruf abzusetzen und Angst haben, etwas falsch zu machen, weil der Erste-Hilfe-Kurs manchmal Jahrzehnte her ist. „Dieses grundlegende Wissen kann man in Kursen aber auffrischen, damit man im Ernstfall wieder handlungssicher ist“, betont Scherer, der die Zahl seiner Ausbilder von anfangs 6 auf mittlerweile 20 im vergangenen Jahr mehr als verdreifacht hat.

Die 20 ehrenamtlichen Ausbilder, darunter auch ein Arzt und mehrere Notfallsanitäter, sind erfahrene Rotkreuzler aus dem Rettungsdienst und Krankentransport, der BRK-Bereitschaften und der BRK-Wasserwacht. Sie geben ihr Praxiswissen in Kursen einfach und verständlich an andere Menschen weiter und versuchen dabei so viel Handlungssicherheit zu vermitteln, dass die Teilnehmer echte Notfälle erkennen und trotz der extremen Stressbelastung ein Leben retten können.

Angeboten wurden vergangenes Jahr 49 allgemeine Erste Hilfe Kurse für insgesamt 700 Interessierte, Führerscheinbewerber und Vereine, vier Erste-Hilfe-Kurse für Kinder-Notfälle mit 54 Teilnehmern, 23 zeitlich kürzere Erste-Hilfe-Trainings für 281 Teilnehmer mit speziellen Schwerpunkten wie Wiederbelebungstraining oder Motorradunfälle, elf Erste-Hilfe-Grundschulungen für Betriebe mit insgesamt 168 Teilnehmern, 55 der alle zwei Jahre vorgeschriebenen Erste-Hilfe-Fortbildungen für Betriebe mit 874 Teilnehmern, sieben Kurse in Bildungs- und Betreuungseinrichtungen wie Kindergärten und Schulen mit 111 Teilnehmern sowie zehn Fortbildungen mit Praxistraining für 160 Teilnehmer in medizinischen oder pflegerischen Einrichtungen wie Reha-Kliniken, Seniorenheime oder Arztpraxen.

Das öffentliche Interesse am Thema Erste Hilfe ist groß und auch die Nachfrage nach den Kursen – heuer hat das Rote Kreuz deshalb bereits 140 Kurse durchgeführt. Hermann Scherer empfiehlt rechtzeitig einen Platz zu reservieren, vor allem dann, wenn man den Kurs durch gesetzliche Vorgaben für Führerschein, Betrieb oder Übungsleiter im Sport zu einem bestimmten Termin unbedingt nachweisen muss. Anmelden kann man sich online unter www.brk-bgl.de, wo alle Kurse im Landkreis mit den noch freien Plätzen aufgeführt sind. 2019 baut das Rote Kreuz das Angebot im nördlichen Landkreis weiter aus, wobei zusätzliche Kurse in Erster Hilfe und Erster Hilfe am Kind angeboten werden und erstmals auch ein neuer Kurs für ältere Menschen 60plus am Nachmittag bei Kaffee und Kuchen. „Die älteren Frauen und Männer haben oft Bedenken, an einem regulären Kurs teilzunehmen und mit den jüngeren Führerscheinanwärtern mithalten zu müssen. In diesem Kurs sind sie unter Gleichgesinnten, die ihr Wissen einfach nur wieder auffrischen wollen“, erklärt Scherer.

Er sucht aktuell aufgrund der großen Nachfrage weitere Interessierte, die gerne im Nebenjob Erste-Hilfe-Ausbilder beim Roten Kreuz werden würden. Voraussetzung für die zeitlich sehr flexible und sinnvolle Arbeit ist, dass die zukünftigen Ausbilder mindestens 18 Jahre alt, zuverlässig, verantwortungsbewusst und teamfähig sind, gut mit Menschen umgehen können, fließend deutsch sprechen und schreiben, selbständig arbeiten, vor anderen Menschen sprechen und souverän auftreten. „Wünschenswert wären für Seminare in anderen Sprachen auch Fremdsprachler“, erklärt Scherer, der bewusst auch Neulinge anspricht, die über den Ausbilder-Job ehrenamtlich ins Rote Kreuz einsteigen wollen: „Wir können Einsatzerfahrung im Sanitäts- oder Rettungsdienst vermitteln und bilden die zukünftigen Ausbilder mit speziellen Kursen für ihre neue Aufgabe aus. Die Leute können ihre persönlichen Soft-Skills in Kommunikation, Pädagogik und Rhetorik erweitern und verbessern und mit ihrer Arbeit die Organisation bei ihrer wichtigen Aufgabe unterstützen!“ Die Bewerber erhalten eine fundierte und kostenlose Ausbildung, bei der sie pädagogisch in 45 Stunden fortgebildet werden und bei der sie die Qualifikation Sanitätshelfer mit rund 38 Stunden erwerben.

red/Pressemitteilung BRK BGL

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