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Naturschutz-Weihnachtsbäume zieren privaten Weihnachtsmarkt in Ramsau

Nebenprodukt der Landschaftspflege sinnvoll genutzt. Erstmalig ist dieses Jahr der kleine Weihnachtsmarkt am Berghotel Rehlegg mit „Naturschutz-Weihnachtsbäumen“ dekoriert. Dabei handelt es sich um kleine Fichten, die bei der Entbuschung von Almwiesen angefallen sind.

Traditionell wird die als „Schwenden“ bezeichnete Pflege durchgeführt, um zu verhindern, dass die wertvollen Sommerweiden mittelfristig zu Wald werden. Insbesondere Fichten werden vom Weidevieh nicht gefressen, weshalb die Bäume auf den Almen ungehindert aufwachsen würden. Der Verlust von Almwiesen durch Aufgabe der Pflege stellt ein großes Problem im alpinen Naturschutz dar: Während auf den nährstoffarmen, über Jahrhunderte entstandenen Weideflächen 60 Arten und mehr pro Quadratmeter vorkommen, sind es im Fichtenwald weniger als zehn Arten. Somit wird durch das Offenhalten von Almen ein wertvoller Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt unserer Heimat geleistet.

Die Naturschutz-Weihnachtsbäume sind eine gemeinsame Aktion der Unteren Naturschutzbehörde, des Landschaftspflegeverbands und der Biosphärenregion Berchtesgadener Land. Das Berghotel Rehlegg war als nahegelegener Biosphären-Kooperationspartner ein dankbarer Abnehmer der Bäume.

Im Gegensatz zu den „Naturschutz-Weihnachtsbäumen“, die als Nebenprodukt der Landschaftspflege anfallen, wachsen handelsübliche Christbäume meist auf speziellen Plantagen heran. Diese haben für heimische Tier- und Pflanzenarten nur einen sehr geringen Nutzen, nicht zuletzt weil häufig Pestizide zum Einsatz kommen. Es ist angedacht, „Naturschutz-Weihnachtsbäume“ im nächsten Jahr mit Erlös für den Naturschutz zu verkaufen. Sie sind vielleicht nicht so formschön und perfekt, wie ein gezüchteter Weihnachtsbaum, haben jedoch Charakter und erzählen eine ganz eigene Geschichte von blühenden Bergwiesen.

red/Pressemitteilung Biosphärenregion BGL
Bild © Berghotel Rehlegg
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