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BRK-Wasserwacht spielt bei Übungstag drei komplexe Einsatzszenarien durch

Aus der Praxis für die Praxis: Auf Sandbank in der Saalach gestrandet - gekentertes Boot im Thumsee - Vermisstensuche in der Weißbachschlucht.

Die vier Schnell-Einsatz-Gruppen (SEG) der BRK-Wasserwacht im Berchtesgadener Land haben am Samstag bei einem Übungstag in und rund um Bad Reichenhall komplexe Einsatzszenarien durchgespielt und dabei die neuen Wasserretter auf die vielseitigen Anforderungen im Wasserrettungsdienst vorbereitet.

Auf Sandbank in der Saalach gestrandet


Der Technische Leiter der Kreis-Wasserwacht, Siegfried Hauber, freute sich über die trotz des tollen Ausflugswetters vielen ehrenamtlichen Teilnehmer: „Heute haben wir drei Szenarien für Euch ausgearbeitet, die auf echten Einsätzen basieren, die bei uns in der Region schon passiert sind“. Vorab lernten sich die Teilnehmer aus den verschiedenen Orten beim Frühstück besser kennen und dann gings plötzlich mit der ersten Meldung los: „Alarm für die Kreis-Wasserwacht Berchtesgadener Land: Zwei Personen auf Sandbank in der Saalach Höhe Bicheln!“ (Bichlbruck) Die Retter machten sich unter Einsatzleiterin Sabrina Schauer umgehend auf den Weg, erkundeten vor Ort die Lage und planten die Rettung: Reichenhall und Berchtesgaden queren mit dem Raft zur Sandbank und versorgen die Patienten; Laufen und Freilassing positionieren sich flussabwärts zur Absicherung. „Diszipliniert und routiniert retteten die Einsatzkräfte die beiden Patienten – wie bereits bei einem echten Einsatz am 13. März (wir berichteten) – von der Sandbank und übergaben sie dem Landrettungsdienst, der auch den ganzen Tag zur Absicherung der Einsatzkräfte mit einem zusätzlichen Rettungswagen anwesend war.

Gekentertes Boot im Thumsee


Zurück an der Wache in der Frühlingstraße angekommen rüsteten die Teilnehmer ihre Autos wieder auf, machten sich wieder einsatzklar und stärkten sich, wobei sie vom nächsten Alarm überrascht wurden: „Gekentertes Boot am Thumsee; Melder vor Ort!“. Nachdem sie die einzelnen Kräfte eingeteilt hatten machten sich die Wasserretter unter Führung von Martin Planegger umgehend auf den Weg zum Thumsee. Dort angekommen sprach Planegger mit dem Melder, erkundete die Lage, teilte die Kräfte ein und übergab den betroffenen und geschockten Melder an den Rettungsdienst. Gleichzeitig startete die Wasserrettung mit Planeggers Anweisungen: „Oberflächensuche mit Wasserrettern, Absuche mit dem Boot und Sonar: freie Kräfte suchen zu Fuß den Uferbereich ab!“ Die Wasserretter hängten sich in so genannten Suchketten zusammen und überquerten von mehreren Seiten aus den eingegrenzten Suchabschnitt; gleichzeitig suchte das Reichenhaller Boot mit dem Sonar der Ortsgruppe Laufen den Unterwasserbereich vor der Wachstation ab. Bereits nach kurzer Zeit konnten die Ehrenamtlichen die versenkte Puppe am Grund des Thumsees finden, aber aufgrund der Tiefe nur noch mit Tauchern bergen. „Alle Boote ans Ufer, Rücksprache ab jetzt nur mit dem Taucheinsatzführer“, ordnete Planegger über Funk an. Die eingesetzten Rettungs- und Bergetaucher konnten die versenkte Puppe dann umgehend bergen.

Vermisstensuche in der Weißbachschlucht


Nach einer kurzen Pause und einem Mittagessen mit Besprechung gings zur dritten und letzten Übung in die Berge: „Vermisstensuche in der Weißbachschlucht“, lautete der dritte Einsatzbefehl. Die vier SEG suchten diesmal unter Führung von Günter Eisenschink die Schlucht in der so genannten Zangentechnik ab. Mehrere Trupps durchschritten die Schlucht vom Mauthäusl nach unten oder folgten dem Wanderweg talwärts; andere Trupps begannen mit der Suche an der Mündung in die Saalach flussaufwärts und wurden durch Fußtrupps auf dem Wanderweg bergauf unterstützt. Bereits nach kurzer Zeit fanden sie den Vermissten und retteten ihn.

Aus der Praxis für die Praxis


Bei der abschließenden Nachbesprechung in der Wache legte Hauber viel Wert darauf, dass sich die Wasserretter die Übungsszenarien nochmals durch den Kopf gehen lassen und lehrreiche Schlüsse ziehen können: „Wir haben bewusst Szenarien gewählt, die heuer bereits als Echt-Einsatz passiert sind. Glücklicherweise haben wir in der Region nicht wirklich viele echte Wassersportunfälle wie ein gekentertes Boot, weshalb derartige Übungen wichtig sind, um Gelerntes praktisch zu trainieren; an den nahen größeren Gewässern wie Waginger See oder Chiemsee gibt es aber jedes Jahr Ertrinkungsunfälle oder gekenterte Boote bei Sturm.“ Hauber bedankte sich bei allen Teilnehmern, dass sie den ganzen Samstag über bei schönstem Wetter ihre Freizeit für eine Übung investiert hatten. Auch der Vorsitzende der Kreis-Wasserwacht, Rudolf Schierghofer, bedankte sich bei allen Teilnehmern und lobte die hohe Leistungsbereitschaft, die in den vier Ortsgruppen im gesamten Landkreis besteht: „Es freut mich zu sehen, dass wir auf alle Szenarien bestens vorbereitet sind! Es kann wirklich alles kommen – Eure gute Ausbildung macht sich bezahlt!“

red/Pressemitteilung BRK BGL
Bilder © Planegger BRK BGL
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