BRK-Bereitschaft Stadt Freilassing blickt auf forderndes Einsatzjahr zurück - Jugendarbeit der letzten Jahre trägt Früchte: Fast 100 ehrenamtliche Helfer sind personell gut aufgestellt und umfangreich ausgebildet
Mit 17 Alarmen doppelt so viele Einsätze für die Schnell-Einsatz-Gruppe (SEG) wie im Vorjahr, mit 24 Sanitätsdiensten rund 60 Prozent mehr Arbeit bei geplanten Veranstaltungen als 2016 und mit 83 versorgten Patienten über ein Viertel mehr: Die BRK-Bereitschaft Stadt Freilassing mit ihren mittlerweile fast 100 Helfern war 2017 trotz der abgeschlossenen Großprojekte wie dem Garagenbau für den Gerätewagen Sanität stark gefordert und mit fast 12.300 geleisteten Stunden bei insgesamt 298 Terminen nahezu jeden Tag zum Wohl der heimischen Bevölkerung im Einsatz. Ihre intensive, langjährige Jugend- und Ausbildungsarbeit trägt mittlerweile Früchte: Bereitschaftsleiter Stefan Fuchs und sein ehrenamtliches Team bieten den jungen Leuten ein spannendes, abwechslungsreiches und für die Allgemeinheit wichtiges Hobby und freuen sich über einen starken Mitglieder-Zuwachs. Bei der Jahreshauptversammlung im Freilassinger BRK-Haus blickten die ehrenamtlichen Sanitäter auf ein einsatz- und arbeitsreiches Jahr zurück.
Der Taktische Leiter Felix Stobitzer moderierte die Veranstaltung und begrüßte zahlreiche Ehrengäste, darunter Landrat-Stellvertreterin Elisabeth Hagenauer, Saaldorfs Bürgermeister Bernhard Kern und den Freilassinger Feuerwehrchef Rochus Häuslmann. Hagenauer dankte im Namen des Landkreises: „12.800 ehrenamtliche Stunden bei 100 Mitgliedern und eine starke Jugendarbeit spiegeln einen gewaltigen Idealismus wider, der dem gesellschaftlich weit verbreitetem negativen Trend hin zu immer mehr Individualismus widerspricht!“ „Ihr habt eine sehr junge und motivierte Führungsmannschaft; besonderer Dank gilt Eurer herausragenden Jugendarbeit rund um Christian Koller“, lobte Kern. Häuslmann dankte für die gute Zusammenarbeit mit den örtlichen Feuerwehren und kündigte an, dass die ausgefallene Übung an der Kreisklinik Freilassing nachgeholt werde. Kreisbereitschaftsleiter-Stellvertreter Walter Söldner dankte vor allem für die starke Unterstützung bei den Wintersport-Sanitätsdiensten im südlichen Landkreis.
Die viele Arbeit ist dabei auf mehrere Schultern verteilt: Das aktuelle 2017 neu gewählte Leitungsteam besteht aus Stefan Fuchs (Bereitschaftsleiter), Moritz Jellinek (stellvertretender Bereitschaftsleiter), Dr. Stephan Strebl (Bereitschaftsarzt), Felix Stobitzer (Taktischer Leiter), Christian Koller (Jugendwart), Dominik Eder (Gerätewart), Patrick Schünhoff (Gerätewart), Jessica Senci und Valentin Vogt (beide Bekleidung). „Trotz der zeitlich fordernden 17 SEG-Einsätze, 24 Sanitätsdienste und 72 Ausbildungsabende und Übungen waren unsere Leute stets hoch motiviert und mit viel Begeisterung dabei“, freut sich Fuchs. Das Spektrum der insgesamt 83 versorgten Patienten reicht von kleinen Schnittverletzungen, über schwere Brandwunden bis hin zur lebensrettenden Wiederbelebung.
Jugendwart Christian Koller berichtete vom umfangreichen Jahresprogramm der in Freilassing sehr starken Bereitschaftsjugend, die von den Gruppenleitern William Kreßner, Sebastian Wimmer, Felix Stobitzer, Steffi Pfnür und Jenny Martin mit Leben erfüllt wird. „Dank dieser Arbeit wachsen immer wieder Jugendliche in die Stammbereitschaft nach“, freut sich Fuchs; von 2015 bis 2017 stieg die Zahl der Mitglieder von insgesamt 81 auf mittlerweile 97 an. Sie sind umfangreich ausgebildet: Zwei Ärzte, sechs Rettungsassistenten, 19 Rettungssanitäter, elf Rettungsdiensthelfer, zehn Sanitätshelfer und 13 Helfer, darunter zehn Truppführer, sechs Gruppenführer Sanität und ein Zugführer.
Die dabei aufgebrachte ehrenamtliche Zeit von insgesamt 12.261 Stunden verteilt sich auf Dienst- und Ausbildungsabende (20 Prozent), Diverses und Sonstiges (19), Dienstorganisation (18), Sanitätsdienste (12), SEG-Einsätze und Rettungsdienst-Spitzenabdeckungen (10), Öffentlichkeitsarbeit (10), Sitzungen und Organisation (4), Übungen (4) und Blutspende (3). Bei der Blutspende in Freilassing zählten die Ehrenamtlichen bei sechs Terminen insgesamt 900 betreute Spender (7,8 Prozent der Bevölkerung – liegt im Landkreis-Schnitt), darunter 56 Erstspender, gewannen 845 verwertbare Konserven und leisteten mit neun vor allem älteren Helfern über 370 ehrenamtliche Stunden. Insgesamt ein Plus von sechs Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das Blutspende-Team kümmert sich auch als Fahrer und Betreuer um den jährlichen Behindertenausflug der BRK-Bereitschaften.
Stefan Fuchs hatte vor allem die intensive Ausbildung während der vergangenen Jahre gefördert und durch eigene Ausbilder-Tätigkeit vorangetrieben, wobei unter anderem 2017 erstmals ein eigener Fachlehrgang Rettungsdienst in Freilassing stattfand; dadurch konnten die Bereitschaften 18 jungen Leuten, darunter sieben aus Freilassing, die bei sehr vielen Sanitätsdiensten, auch überregional gefordert sind, etwas bieten und ihre Qualifikation weiter ausbauen. „Denn die Patienten-Versorgung bei Veranstaltungen ist kein Pflasterl kleben – vom akut internistisch Erkrankten bis zum schwer Verletzten ist alles geboten!“, erklärt Fuchs. „Wegen der zeitlichen und persönlich fordernden und steigenden Qualifikation der Ehrenamtlichen ist es nicht mehr so leicht wie früher, freiwilliges Personal für unsere Aufgaben zu rekrutieren“, erklärt der Bereitschaftsleiter. Darüber hinaus qualifizierten sich mehrere Helfer in anderen Fachbereichen weiter: Grundlehrgang Information und Kommunikation (5), Grundlehrgang Betreuungsdienst (5), Gruppenführer Sanität (2), Rettungssanitäter-Abschluss (2) und Rotkreuz-Aufbau-Seminar (1).
Insgesamt haben die Freiwilligen für ihre eigentliche Arbeit bei Sanitätsdiensten und im Katastrophenschutz auch viel Erfahrung im regulären Rettungsdienst und Krankentransport an den Wachen in Freilassing, Berchtesgaden und Teisendorf gesammelt, wobei sie allein in diesem Bereich 2017 fast 2.500 ehrenamtliche Stunden leisteten – rund ein Viertel mehr als 2016. und darüber hinaus noch mehrere Einsätze mit ihren zusätzlichen über Spenden finanzierten Bereitschaftsfahrzeugen zur Spitzen-Abdeckung bei besonders hohem Einsatzaufkommen fuhren. Damit gaben sie der örtlichen Bevölkerung, die ihre Arbeit fördernd unterstützt und damit erst ermöglicht, ein Plus an zusätzlicher Sicherheit zurück, die in einigen Fällen auch über Leben und Tod entschied. Fuchs dankte den hauptamtlichen Kollegen und Notärzten für die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit. Fast 600 ehrenamtliche Stunden wurden von der Bereitschaft in der Flüchtlingshilfe geleistet.
Bereitschaftsleiter Stefan Fuchs berichtete von den vielen Veranstaltungen abseits von Einsätzen und Ausbildungen, darunter die Einweihung der 75.000 Euro teuren Lkw-Garage für den Gerätewagen Sanität, das Ferienprogramm für Kinder der Stadt Freilassing, die aktive Teilnahme am Reichenhaller Thermenlauf, die Losbude und Glühweinhütte zur Mittelbeschaffung beim Kirchweih- und Christkindlmarkt und der Bereitschaftsausflug nach Slowenien. 2018 stehen als Projekte die Instandsetzung des Bereitschaftsrettungswagens, der Kauf einer neuen EKG-Defi-Einheit und die Produktion eines Image-Films an. Im Internet findet man die BRK-Bereitschaft unter www.brk-freilassing.bayern.
Aktuell zählt die Jugendgruppe 35 Buben und Mädchen zwischen sechs und 16 Jahren. 2017 fanden bei über 2.600 geleisteten Stunden 73 Ausbildungen und Veranstaltungen speziell für den Nachwuchs statt, darunter vor allem Erste-Hilfe-Themen, Infostände bei öffentlichen Veranstaltungen, Sanitätsdienste, eine Schulung zum richtigen Umgang mit beeinträchtigten Personen mit Geh- und Sehbehinderungen, Besuche bei Wasserwacht und Feuerwehr, ein Berufsfeuerwehrtag und ein Ausflug in den Salzburger Zoo. 2017 bekam der Nachwuchs auch pünktlich zur Weihnachtsfeier eine eigene, einheitliche über Spenden finanzierte Einsatzkleidung, über die sich die Buben und Mädchen unglaublich freuten. Mittlerweile müssen sie nicht mehr die ausgedienten Einsatzklamotten der Bereitschaft auftragen. Beim Kreiswettbewerb in Berchtesgaden belegte die Stufe II den 1. und 4. Platz und die Stufe 1 den 4. Platz. Beim Bezirkswettbewerb in Chieming schaffte es die Stufe II auf den 8. Platz und den 3. Platz beim Spiel-Sport-Freizeit- Parcours.
Rudi Hagenauer hat mittlerweile 162 Mal sein Blut gespendet, darf aus gesundheitlichen Gründen aber nicht mehr antreten. Er bedankte sich bei der Bereitschaft für die stets gute Betreuung und überreichte zwei Spenden-Schecks für die ehrenamtlichen Blutspende-Helfer und für die außergewöhnliche Jungendarbeit von Christian Koller. „Mister Blutspende“, BRK-Altkreisgeschäftsführer Edi Schmid (rechts), zeichnete zusammen mit Bereitschaftsleiter Stefan Fuchs (links), dem Taktischen Leiter Felix Stobitzer (Zweiter von rechts) und Bürgermeister Bernhard Kern (Zweiter von links) sechs verdiente, langjährige Blutspender aus (von links): Franz Kranawetvogel (50), Alfred Gruber (50),Franz Bücher (50), Josef Hogger (50), Johann Reiter (50) und Peter Schmid (125). Für langjährigen aktiven Dienst in der Bereitschaft zeichneten Kreisbereitschaftsleiter Walter Söldner (links) und Bürgermeister Bernhard Kern (rechts) fünf Mitglieder aus: Stefan Fuchs (20), Rupert Wimmer (10), Christian Koller (10), Felix Stobitzer (5) und Sebastian Wimmer (5). Moritz Jellinek (10), Dominik Eder (10) und Bernhard Fuchs (20) waren verhindert.
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