Der geplante Rohbau wird zum Großteil aus Spenden verschiedener Firmen finanziert.
Menschen aus dem ersten Stock oder vom Dach eines brennenden Hauses abseilen, verschlossene Türen gewaltsam öffnen, ein Dach zerschneiden oder über einen Kriechgang in ein verschüttetes Gebäude gelangen – das alles können Feuerwehr, THW und andere Hilfsorganisationen voraussichtlich ab November am neuen Übungshaus der Freiwilligen Feuerwehr in Freilassing üben. Im August fand der symbolische Spatenstich statt.
Aus einer Vision wird Dank der Stadt und großzügiger Sponsoren nun Wirklichkeit. Schon längere Zeit trug sich die Feuerwehr Freilassing mit dem Gedanken, ein solches Übungshaus auf ihrem Gelände zu bauen, doch bisher scheiterte dieser Wunsch an der Finanzierung, wie Kommandant Rochus Häuslmann im Gespräch erklärt. Immerhin war eine Übungsgrube in greifbare Nähe gerückt, für die der Stadtrat Freilassing im Haushaltsjahr 2014 auf Antrag der Floriansjünger einen Betrag von 10.000 Euro genehmigte.
Nach dem Hochwasser im Juni 2013, bei dem allein in Freilassing an die 40 Feuerwehren im Einsatz waren, zeigte sich das Salzburger Einkaufscenter Europark mit einer Spende in Höhe von 20.000 Euro als Dank direkt an die Feuerwehren großzügig. „Wir haben dann einfach mal geschaut, was so ein Übungshaus kosten würde”, erzählt Häuslmann weiter. Die errechneten Kosten für Grube und Haus beliefen sich auf insgesamt rund 65.000 Euro.
„Wir haben daraufhin Firmen angesprochen und um Unterstützung gebeten”, so der Kommandant. Die Freiwillige Feuerwehr stieß auf offene Ohren. Letztlich sieht die Liste der Unterstützer folgendermaßen aus: Bürgerstiftung Berchtesgadener Land 10.000 Euro, Europark Salzburg 20.000 Euro, Haba-Beton spendet die Beton-Rohre für den Kriechgang, Hagebaumarkt 2.000 Euro, Interspiro (Lieferant für Atemschutzgeräte) 3.000 Euro, Max Aicher Unternehmensgruppe 20.000 Euro, Roland Richter Ingenieurbüro die Planungs-/Ingenieurleistungen sowie Bauleitung und Baubegleitung, Schatzl Bau stellt den Baukran zur Verfügung, die Stadt Freilassing 10.000 Euro und das Technisches Hilfswerk (THW) Berchtesgadener Land führt die Erdarbeiten durch.
Das Gebäude bleibt ein Rohbau und wird mit besonderen Elementen zum Üben ausgestattet, zum Beispiel Kriechgang, mit einer Spezialtür und einem Dachelement, das von Schindel bis Blech als unterschiedlichster Dachtyp simuliert werden kann und an dem die Einsatzkräfte das Aufschneiden üben.
„An diesem Übungshaus können wir künftig jederzeit und ohne Rücksicht auf das Gebäude üben“, erklärt Rochus Häuslmann. Bisher behalf sich die Feuerwehr, indem Privatbesitzer Abbruchhäuser oder Neubauten für solche Übungen zur Verfügung stellten. Das künftige Übungshaus ist für die Feuerwehr durchaus eine Besonderheit, das nächste befindet sich in der Feuerwehrschule in Geretsried.
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