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Kriminalitätsstatistik der PI Freilassing für 2014

Im Jahr 2014 wurden im Bereich der PI Freilassing 4.019 Straftaten statistisch erfasst. Im Vergleich zum Jahr 2013 bedeutet dies einen Anstieg um 1.611 Fälle oder 66,9 Prozent. Die hohe Steigerung ist auf die illegale Migration zurückzuführen.

Die polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) ist eine Zusammenstellung aller bekannt gewordenen strafrechtlichen Sachverhalte. Berücksichtigt werden dabei alle durch die Polizei bearbeiteten Verstöße nach dem Strafgesetzbuch sowie den strafrechtlichen Nebengesetzen (ohne Verkehrs- und Staatsschutzdelikte) mit Tatörtlichkeit im Bereich der PI Freilassing. Zu deren Zuständigkeitsbereich gehören die Stadt Freilassing, die Marktgemeinde Teisendorf und die Gemeinden Ainring und teilweise Saaldorf-Surheim. Der Dienstbereich umfasst 148 km² - es werden ca. 40.000 Einwohner polizeilich betreut.
Neben den unmittelbar von der Polizeiinspektion bearbeiteten Fällen fließen in die Statistik auch Ermittlungsvorgänge anderer Polizeidienststellen (z.B. KPI Traunstein, PI Fahndung, Bundespolizei) mit Tatörtlichkeiten im Schutzbereich der PI Freilassing ein.

Gesamtentwicklung


Im Jahr 2014 wurden im Bereich der PI Freilassing 4.019 Straftaten statistisch erfasst. Im Vergleich zum Jahr 2013 bedeutet dies einen Anstieg um 1.611 Fälle oder 66,9 Prozent.

Vergleicht man die Entwicklung zurückliegender Jahre, so stellt der Wert aus 2014 den absoluten Höchststand der letzten 10 Jahre dar. Ursächlich für den sehr starken Anstieg der Kriminalitätsbelastung ist die illegale Migration. Die Zahl von ausländerrechtlichen Verstößen (1.991 Fälle) steigerte sich um 226 Prozent. Fast die Hälfte der in der Zuständigkeit der PI Freilassing registrierten Straftaten entfallen auf diesen Bereich. Überwiegend auf der Bahnstrecke Salzburg - München und damit auch im Zusammenhang mit Freilassing wurden Personen ohne die erforderlichen Ausweisdokumente bzw. Visa durch die bayerischen Schleierfahnder und die Bundespolizei aufgegriffen.

Der Anstieg des Jahres 2014 begründet sich zu einem gewissen Umfang auch im Anstieg der allgemeinen Kriminalität um etwa 25 Prozent. Vor allem Diebstahls-, Sachbeschädigungs- und Rohheitsdelikte, wie etwa Körperverletzungen, stiegen wieder deutlich an.

Die schon sehr hohe Aufklärungsquote des Vorjahres konnte im Jahr 2014 nochmals um 5,9 Prozent gesteigert werden. Sie beläuft sich somit auf 82,1 Prozent. Sie liegt damit deutlich über dem Wert für gesamt Bayern (64,4 Prozent). Von den 4.019 registrierten Straftaten wurden somit 3.299 Fälle aufgeklärt, wobei hierbei natürlich die nahezu 100-prozentige Aufklärungsquote bei den ausländerrechtlichen Verstößen positiv zu Buche schlägt.

Tatverdächtigenstruktur


Zu den insgesamt über 4.000 Straftaten konnten 3.058 Tatverdächtige ermittelt werden. Die Tatverdächtigen gliedern sich in 2.486 männliche und 572 weibliche Personen auf. Vor allem bei Rohheitsdelikten, wie beispielsweise Körperverletzung oder Bedrohung, sind Männer weiterhin überproportional vertreten. Weibliche Tatverdächtige finden sich vor allem bei Delikten wie Ladendiebstahl oder Betrug unverhältnismäßig oft wieder.

Mit dem sprunghaften Anstieg der illegalen Migration erhöhte sich natürlich auch die Anzahl der nichtdeutschen Staatsangehörigen. Im Jahr 2014 wurden 2.462 Ausländer als Tatverdächtige ermittelt. Dies entspricht einem Anteil von 80,5 Prozent. Im Bereich der PI Freilassing beträgt der Anteil Nichtdeutscher an der Wohnbevölkerung, auf die einzelnen Kommunen sehr unterschiedlich verteilt, etwa 15 Prozent. Somit liegt der Anteil ausländischer Tatverdächtiger beim Betrug (61,8 Prozent), Diebstählen (53,9 Prozent) und den Rohheitsdelikten (30 Prozent) überproportional hoch, wobei sich die unmittelbare Grenznähe sehr stark auswirkt. Viele Ausländer halten sich im Grenzbereich auf (Wohn- und Arbeitsstelle sowie Geschäfts-, Einkaufs- und Freizeitaktivitäten).

Von allen ermittelten Straftätern waren 954 Personen und damit 31,4 Prozent jünger als 21 Jahre. Der Anstieg bei dieser Personengruppe um über 6 Prozent begründet sich ebenfalls in der illegalen Migration (Stichwort: Alleinreise Minderjährige) Bei den Tatverdächtigen unter 14 Jahren musste dementsprechend auch ein Anstieg registriert werden. An 228 Straftaten waren Kinder beteiligt - gegenüber dem Jahr 2013 ein Anstieg von über 230 Prozent. Rechnet man die ausländerrechtlichen Verstöße heraus, so ergibt sich ein anderes Bild. Gegenüber dem Vorjahr sank die Anzahl von Ermittlungsverfahren gegen Kinder in den vorwiegend tangierten Deliktsbereichen Körperverletzung, Sachbeschädigung und Diebstahl um 50 Prozent.

Ausgewählte Delikts- und Phänomenbereiche:

Straftaten gegen das Leben/Sexualdelikte


Für 2014 weist die Kriminalitätsstatistik keinen einzigen Fall als Tötungsdelikt aus. Im vorangegangenen Jahr waren es noch drei Fälle von versuchtem Totschlag gewesen.

Erfreulich auch die Entwicklung bei den Sexualdelikten. 19 Delikte wurden 2014 registriert. Dies bedeutet einen Rückgang um 20,8 Prozent. Überwiegend wurden Ermittlungen wegen sexueller Nötigung im sozialen Nahbereich sowie die Verbreitung pornografischer Schriften eingeleitet. Die Aufklärungsquote beläuft sich auf 89,5 Prozent.

Rohheitsdelikte


Im vergangenen Jahr wurden im Bereich der Rohheitsdelikte (Raub, Körperverletzung, Bedrohung, Nötigung, Freiheitsberaubung und Nachstellung) 257 Fälle registriert. Dies stellt einen Anstieg um 59 Fälle oder 29,8 Prozent dar. Der Anteil an der Gesamtkriminalität beträgt 6 Prozent. Mit 187 Ermittlungsverfahren ist wieder ein deutlicher Schwerpunkt im Bereich der Körperverletzungen festzustellen. Dabei wurde knapp die Hälfte der Vorgänge im Zusammenhang mit Beziehungsstreitigkeiten oder innerhalb von Familien verübt. Die Aufklärungsquote bei Rohheitsdelikten beträgt 86,8 Prozent (- 6,6 Prozent).

Diebstahlsdelikte


Anstiege auch beim Deliktsbereich „Diebstahl“. Plus 22 Prozent zeigt hier die Statistik. Im Jahr 2014 mussten hierbei 672 Fälle bearbeitet werden. Mit einem Anteil von 17 Prozent an der Gesamtkriminalität schlägt dieser Bereich zu Buche. Die Aufklärungsquote in diesem Deliktsfeld liegt bei 33,9 Prozent und damit um 5,7 Prozent unter dem Wert des Vorjahres.
Vor allem bei den Fahrraddiebstählen registrierte man einen erheblichen Anstieg. Insgesamt wurden im letzten Jahr 186 Fahrraddiebstähle und damit 53,2 Prozent mehr zur Anzeige gebracht. Rückläufig dagegen die Zahl der verübten Ladendiebstähle. 122 Fällen (- 12 Prozent) mussten von der Polizei bearbeitet werden.

Leider weiter gestiegen ist die Zahlen von Wohnungseinbrüchen. Im Jahr 2013 wurden in diesen Bereichen noch 17 Fälle erfasst - 2014 waren es schon 42 Fälle. Die Aufklärungsquote liegt bei den vorwiegend während der Dämmerung verübten Taten bei knapp 20 Prozent.

Sachbeschädigungen


In vermehrtem Umfang wurden im letzten Jahr Sachbeschädigungen angezeigt. Bei den insgesamt 230 Fällen bedeutet dies einen Anstieg um knapp 14 Prozent. Vor allem der Vandalismus hat offensichtlich 2014 wieder stark zugenommen. Hier registrierte die Polizei 179 Taten, wobei in 84 Fällen Kraftfahrzeuge betroffen waren. Die Aufklärungsquote bei Sachbeschädigung beträgt 57,7 Prozent.

Vermögens- und Fälschungsdelikten


Mit 9 Prozent an der Gesamtkriminalität wurden Vermögens- und Fälschungsdelikte registriert. 372 Fälle (+ 3,6 Prozent) von Betrug, Unterschlagungen sowie Urkundenfälschungen wurden polizeilich bearbeitet. Die Aufklärungsquote in diesem Deliktsbereich liegt unverändert bei 90 Prozent.
Unbeachtlich sind die vielen Fällen von Internet-Betrug, deren Begehungs- und damit Tatorte im Ausland liegen. Diese Ermittlungsfahren werden in der Kriminalitätsstatistik nicht erfasst.

Rauschgiftkriminalität


Durch entsprechende Kontrollaktionen im Bereich der Rauschgiftbekämpfung wurde versucht, das hohe Niveau des Jahres 2013 zu halten. Insgesamt bearbeitete man im vergangenen Jahr 198 Vorgänge (- 8,8 Prozent). Die Aufklärungsquote beträgt hier 97 Prozent (- 1,2 Prozent).

Polizeiliches Fazit


Die im Jahr 2014 rasant angestiegene Welle von illegaler Migration hinterließ auch in der Kriminalitätsstatistik ihre deutlichen Spuren. Was das Sicherheitsgefühl anbelangt, sollte die sehr hohe Anzahl von ausländerrechtlichen Verstößen außer Acht gelassen werden. Insgesamt wird der Sicherheitszustand im Bereich der PI Freilassing als gut bewertet. Die weiterhin wachsende Zahl von Wohnungseinbrüchen gibt jedoch Anlass zur Sorge. Hier muss die Polizei weiter verstärkte Anstrengungen unternehmen, um den Tätern her zu werden.

red/Pressemitteilung Polizei Freilassing

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