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BRK-Wasserwacht-Ortsgruppe Berchtesgaden blickt auf einsatzreiches, aber wenig dramatisches Jahr 2014 zurück

60 Einsätze & über 7.000 ehrenamtliche Stunden – viele Aus- und Fortbildungen.

Die BRK-Wasserwacht-Ortsgruppe Berchtesgaden hat bei ihrer Jahreshauptversammlung auf ein mit 53 Wasserwacht-Einsätzen, sieben Erstversorgungen für den Landrettungsdienst und über 7.000 ehrenamtlich geleisteten Stunden erneut starkes, arbeitsreiches, aber dafür weniger dramatisches Jahr zurückgeblickt. Hochwasserkatastrophen, Totenbergungen und Waldbrände wie 2013 blieben aus, dafür war allein das Rettungsboot am Königssee 41-mal im Einsatz. Ortsgruppenvorsitzende Elke Schneider, der Technische Leiter, Franz Kurz und Jugendleiterin Katharina Hinterbrandner berichteten den Mitgliedern und Gästen von den vielen Aus- und Fortbildungen und zeichneten verdiente Mitglieder aus.

Gewohnt arbeitsreiches Jahr


Franz Kurz, der Technische Leiter der Ortsgruppe, berichtete von den insgesamt 53 Wasserwachteinsätzen und sieben Erstversorgungen für den Landrettungsdienst im vergangenen Jahr. Aktuell gehören 41 aktive Einsatzkräfte zur Berchtesgadener Wasserwacht, die nahezu alle die Basisausbildung zum Wasserretter absolviert haben und darüber hinaus über zahlreiche Spezialausbildungen verfügen. Darunter 21 Bootsführer, 13 Rettungs- und Bergetaucher, vier Canyonretter, vier Wasserwacht-Luftretter, zwei Ärzte und eine Mitarbeiterin im Kriseninterventionsdienst (KID). „Wir verfügen über ein eigenes Ausbilderteam und können für fast alle Fachdienste selbst ausbilden“, freute sich Kurz. Die Ortsgruppe verfügt über neun Rettungsschwimmausbilder, sieben Schwimmausbilder, zwei Tauchausbilder, zwei Erste-Hilfe-Ausbilder, eine Sanitäts- und Wasserretter-Ausbilderin und ein Ausbilder für Strömungsretter. Die Ausbilder für Rettungsschwimmen vermitteln die Techniken zur Fremd- und Selbstrettung, wobei 2014 unter ihrer Anleitung bei zwei Lehrgängen 34 Rettungsschwimmabzeichen absolviert wurden.

Für die Aus- und Fortbildung und das Training leisteten die Ehrenamtlichen über 2.000 Stunden. „Wöchentliches Training ist die Basis für eine Wasserwacht, wobei wir Kondition, Schwimmstil, Rettungstechniken im Wasser und Aquagymnastik trainieren und schulen. Das Element Wasser ist nicht für dauernden Aufenthalt des Menschen geeignet. Es erfordert immer wieder Übung. Ein sicherer Taucher braucht mindesten 100 Tauchgänge sowie jährlich mindesten zehn Tauchgänge, darunter Eis- und Nachttauchgänge, um fit zu bleiben“, erklärte Kurz.

41 Rettungsbooteinsätze


Von Mai bis Oktober waren die Wasserretter am meisten gefordert. 2014 war allein das Rettungsboot am Königssee 41-mal im Einsatz, davon 21-mal für erkrankte oder verletzte Menschen, zehnmal bei gemeinsamen Einsätzen mit der Bergwacht, dreimal bei Rettungen aus einer gefährlichen Lage, drei Transporte bei Feuerwehreinsätzen am Königssee, drei Vermisstensuchen, sieben Sachbergungen oder Erkundungen und vier sonstige Einsätze. Darüber hinaus fanden vier Taucheinsätze, sieben Erstversorgungen für den Landrettungsdienst, zwei Canyon-Einsätze und zwei Fehleinsätze statt, die noch auf der Anfahrt wieder abbestellt wurden.

Über 7.000 ehrenamtliche Stunden


In der Summe haben die aktiven Einsatzkräfte 2014 3.760 Stunden geleistet, dazu kommen 3.414 weitere Stunden beim Kinderschwimmen. Auch Sanitäts- und Sicherheitsdienste beim Baden gehören zum Aufgabenspektrum. Im Schornbad, im Aschauerweiherbad, im Freibad Marktschellenberg und in der Watzmanntherme, aber auch beim Eisdienst am Hintersee leisteten die Ehrenamtlichen über 400 Stunden. 2014 absolvierten ein Mitglied die Ausbildung zum Wasserretter und vier Mitglieder die Ausbildung zum Rettungsbootführer, wobei viele Trainingsstunden mit den Fahrlehrern Jürgen Klapfenberger, Franz Kurz und Kathi Hinterbrandner stattfanden. Auch Übungen im Fließgewässer, an den unwegsamen Ufern der Achen, bei Tag und bei Nacht, gehören zum regelmäßigen Pflicht-Programm der Wasserwacht, die 2014 Seiltechniken, die Selbstsicherung und die Sicherung von Patienten trainierte.

Vier Mitglieder gehören zur Canyon-Rettungsgruppe Chiemgau, die 2014 eine große Sommerübung in Friaul absolvierte und regelmäßig in den heimischen Gebirgsbächen übt. Alle Bootsführer müssen jährlich mindestens fünf einsatzbezogene Manöver fahren, darunter auch Radarübungen und Sturmfahrten. Im Herbst bekam die Ortsgruppe ein zweites Fahrzeug, einen gebrauchten, aber gut erhaltenen VW-Bus des Betreuten Fahrdienstes, der mit Spenden und einer Aktion der Sparkasse zum Weltspartag finanziert wurde und nun als Mannschaftswagen für Einsätze, Übungen, Tagungen und Fortbildungen genutzt wird. Darüber hinaus wurden neue medizinische Ausrüstung, Dienst- und Einsatzkleidung, Tauchausrüstung und ein flexibel einsetzbares Schnelleinsatzboot in Dienst gestellt, das der Freistaat Bayern finanziert hat. Kurz und Schneider dankten abschließend allen Partnern und Einsatzorganisationen für die gute Zusammenarbeit.

Bis zu 100 Kinder und Jugendliche beim Schwimmtraining


Jeden Donnerstag findet zwischen 18 und 20.15 Uhr in der Watzmanntherme das Jugendtraining für rund 60 bis 100 Kinder und Jugendliche statt, wobei die Jugendleiterinnen Katharina Hinterbrandner, Maria Planegger und Katharina Listl und ihr Team dem Wasserwacht-Nachwuchs mit viel Spiel und Spaß das Schwimmen beibringen und Technik- und Ausdauer der Mädchen und Buben trainieren; insgesamt wurden 43 Seepferdchen, 65 Jugendschwimmabzeichen in Bronze, 39 in Silber und sechs in Gold abgelegt. Darüber hinaus auch sieben Deutsche Rettungsschwimmabzeichen in Bronze. Die BRK-Wasserwacht betreute 2014 mit den Ausbildern Marco Püschl, Elke Schneider, Alfons Kandler, Gerhard Däuber und Sigi Grassl auch das Schulschwimmen in den Grund- und Mittelschulen in Berchtesgaden, Bischofswiesen, Marktschellenberg, Oberau, Ramsau und Schönau. Renate Däuber bot für den Nachwuchs einen Erste-Hilfe-Kurs an. Außerdem fand im August ein Zeltlager am Waginger See und im Dezember eine Jugendweihnachtsfeier statt. Die Wasserwacht stellte beim Ferienprogramm der Gemeinden Marktschellenberg und Schönau dem Nachwuchs ihre Arbeit vor: Die Kinder erhielten Einblick in die Ausrüstung von Auto und Boot. Anschließend stand eine kleine Fahrt über den Königssee auf dem Programm sowie eine Naturschutzwanderung in St. Bartholomä.

Präventionsarbeit gegen den Ertrinkungstod


„Ich bin in den vergangenen beiden Jahren des Öfteren auf den Sachstand angesprochen worden, dass die Kinder allgemein nicht mehr schwimmen lernen. Dies konnte ich für unseren Talkessel nie bejahen“, sagte Ortsgruppenvorsitzende Elke Schneider. Während eines Jahres bringt die BRK-Wasserwacht allein in Berchtesgaden rund 50 Kindern das Schwimmen bei und betreut sechs Grundschulen beim Schulschwimmen; viele Kinder kommen danach, um ihr Gelerntes bei der Wasserwacht zu vertiefen. „Wir sorgen mit unseren Ausbildern praktisch das ganze Jahr vor, damit es erst gar nicht zum Ernstfall eines Ertrinkungsunfalls kommt. Bei einem Notfall kann die Wasserwacht aber gar nicht schnell genug sein und ist immer auf engagierte Ersthelfer angewiesen“, erklärte Schneider. Michael Tagirow, der Held vom Königssee, der im Oktober an der Seelände als Einziger nicht weggesehen hatte und beherzt in den See gesprungen war, um einem vierjährigen Jungen das Leben zu retten, war deshalb als Ehrengast bei der Jahreshauptversammlung geladen.

Neuaufnahmen und Ehrungen


Marco Tusl, Susanne Maier, Andi Fendt, Sandra Tartler und Kerstin Wanek wurden als neue Mitglieder in die BRK-Wasserwacht aufgenommen. Aus der Jugendgruppe wechselten Barbara Häusser, Vroni Walter und Andrea Pletzer in den Aktivendienst über. Kreis-Wasserwacht-Chef Rudi Schierghofer und Elke Schneider zeichneten zwölf Männer und sechs Frauen für langjährige fördernde Mitgliedschaft in der BRK-Wasserwacht aus: Günter Eisenschink und Julia Wedel (beide fünf Jahre), Michael und Monika Griesser, Andreas Lederer, Angelika Stalla (alle 15 Jahre), Helmut Franz (20 Jahre), Maria Moderegger (25 Jahre), Adrian und Mario Schäfer (beide 30 Jahre), Thomas Frick, Holger Huber (beide 40 Jahre), Eugen und Inge Kellner, Rosl Moldan, Erich Schneider (alle 45 Jahre), Helmut Köppl und Ulli Schäfer (beide 50 Jahre). Für 40 Jahre aktiven Dienst wurde Wasserwacht-Urgestein Klaus Pfeiffer geehrt. Rene Feldt, Katharina Hinterbrandner, Jürgen Klapfenberger, Franz Kurz, Martin Planegger und Gerald Stalla bekamen nachträglich für ihren Einsatz 2013 das Fluthelfer-Abzeichen des Freistaats Bayern überreicht.

Lob für die ehrenamtliche Arbeit


Zahlreiche Ehrengäste bedankten sich im Grußwort oder persönlichem Gespräch für die ehrenamtliche Leistung der BRK-Wasserwacht, darunter Berchtesgadens zweiter Bürgermeister Bartl Mittner, Bischofswiesens Bürgermeister Thomas Weber, Ramsaus Bürgermeister Herbert Gschossmann, Marktschellenbergs zweiter Bürgermeister Volkard Geiger, Schönaus dritte Bürgermeisterin Elisabeth Rasp, Berchtesgadens stellvertretender Polizeichef Franz Sommerauer, BRK-Rettungsdienstleiter Markus Zekert, Florian Holzinger von der BRK-Bereitschaft, Bergwacht-Bereitschaftsleiter Thomas Stöger, Christoph van Bebber von der Watzmanntherme, Michael Griesser und Michael Brandner von der Königssee-Schifffahrt, Mario Kirchhoff, Thomas Pfnür, Andreas Lindner, Stefan Kandler und Christian Wagner von den Freiwilligen Feuerwehren sowie Kreis-Wasserwacht-Chef Rudi Schierghofer und sein Vorgänger Alfons Kandler.

red/Pressemitteilung BRK BGL
Bild © Planegger BRK BGL
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