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Durch Hinweis von Einheimischer neun illegale Afghanen im Ortsgebiet von Piding aufgegriffen

Am Mittwoch, den 19.11.2014, teilte eine Einheimische aus Piding mit, dass sich im Ortsgebiet mehrere Personen „rumtreiben“, bei denen es sich um Ausländer handeln könnte, welche nicht ihren rechtmäßigen Aufenthaltsort in Piding haben. Als die Beamten der PI Fahndung Urwies diesem Hinweis dann nachgingen, bestätigte sich diese Vermutung.

Nachdem der telefonische Hinweis auf hiesiger Dienststelle einging, machten sich zwei Streifen der Schleierfahnder gleich auf den Weg ins Ortsgebiet Piding, um die aufgefallenen Personen zu suchen. Zuletzt waren diese am Bahnhof gesehen worden und konnten kurz darauf dann in der Nähe der Tennisplätze angetroffen werden. Es handelte sich bei der Gruppe, bestehend aus insgesamt neun Personen, um zwei Familien, welche zufällig in Piding aufeinandergetroffen waren und sich eigentlich gar nicht kannten.
Ein 37-jähriger Afghane aus Kandahar, war zusammen mit seiner 31-jährigen Frau und seinen drei Kindern nach erfolgreicher Flucht aus ihrem Heimatland mittels Pkw nach Deutschland gebracht worden. Dann wurden sie an einem ihnen nicht bekannten Platz ausgesetzt und sind zu Fuß Richtung Ortschaft gelaufen. Dort trafen sie dann am Bahnhof auf die anderen vier Personen und stellten fest, dass sie sich verständigen konnten, es also Landsmänner sein mussten. Bei den anderen vier Afghanen handelte es sich um eine dreiköpfige Familie aus Kabul und einen 33-jährigen Mann, welche sich in Griechenland kennengelernt hatten, von wo aus sie per Lkw nach Deutschland gebracht und in Piding ausgesetzt worden waren.
Nun hatten sie versucht, sich weiter durchzuschlagen - allerdings nicht sehr erfolgreich - sie wussten ja noch nicht mal, wo sie waren!
Alle Personen wurden zunächst zur Dienststelle gebracht und nach erfolgter Bearbeitung zur zuständigen Aufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge nach München weitergeleitet.


Doch nicht nur im Ortsgebiet, auch auf „gewohntem“ Terrain, der Schiene und der Autobahn, waren die Fahnder nicht untätig.

Bereits um 05:00 Uhr in der Früh stellten die Schienenfahnder im Personenzug von Budapest nach München insgesamt 16 illegal eingereiste Personen fest. Dabei handelte es sich um elf ausweislose Syrier und fünf Kosovaren, davon ein 9-jähriges Mädchen, welche nur ihre kosovarischen ID-Karten hatten, was ihnen nicht zur Aufenthaltslegitimierung reicht - dafür hätten sie Pässe und Sichtvermerke (Visum) gebraucht.
Bei einem der Kosovaren, einem 26-Jährigen aus Gjilan wurde zudem noch ein Haftbefehl wegen Schweren Raub festgestellt, für den er noch über 300 Tage abzusitzen hat, des Weiteren eine Einreiseverweigerung für das Schengengebiet und eine Fahndungsnotierung zur Festnahme zwecks Ausweisung/Abschiebung.
Mit einer Einreiseverweigerung konnte noch ein Zweiter aus der Gruppe der Kosovaren dienen, ein 25-Jähriger, ebenfalls aus Gjilan. Dieser wurde von Ungarn im Schengener-Fahndungssystem zur Einreiseverweigerung ausgeschrieben.


Auf der Autobahn ließen die Aufgriffe auch nicht lange auf sich warten.

Nur zweieinhalb Stunden später, gegen 07:30 Uhr, reiste dann die nächste kosovarische „Reisegruppe“ ins Bundesgebiet ein, diesmal über die Autobahn, am Grenzübergang Bad Reichenhall/Walserberg. Ein 36-jähriger Gleisarbeiter aus Offenburg, gebürtig aus dem Kosovo stammend, schleuste mit seinem Pkw eine kosovarische Familie ins Bundesgebiet. Bei der Kontrolle gab er an, dass er das Paar mit seinen vier kleinen Kindern an einer Tankstelle in Wien im Regen stehend angetroffen hätte und nachdem sich der 36-jährige Familienvater als Landsmann von ihm zu erkennen gegeben hatte, er sich entschloss, die Sechs mitzunehmen. Allerdings bestätigte sich diese „Geschichte“ bei den Vernehmungen nicht ganz so, wie er sie erzählt hatte und es stellte sich auch heraus, dass er bereits in der Vergangenheit zwecks Beihilfe zur unerlaubten Einreise in Erscheinung getreten war. Damit dürfte er mit einer empfindlicheren Strafe als beim letzten Mal zu rechnen haben.

Auch ein „Christkindl“ versuchte sein Glück als Schleuser am Grenzübergang der A8. Ein vor 30 Jahren an Heilig Abend geborener Tunesier reiste mit einem in Ungarn zugelassenen Golf am Walserberg ein und wurde kurz darauf von einer Streife der Pidinger Schleierfahnder einer Kontrolle unterzogen. Dabei stellten die Beamten fest, dass es sich bei den weiteren drei Personen, welche sich noch im Fahrzeug befanden, um drei ausweislose Syrier, im Alter von 16-21 Jahren handelte. Alle vier Personen wurden zunächst vorläufig festgenommen und zur Dienststelle gebracht. Da sich unter den drei Geschleusten zwei unbegleitete Jugendliche befanden, wurde das zuständige Jugendamt verständigt, welches sich der beiden annahm. Der Dritte im Bunde war mit seinen 21 Jahren bereits erwachsen und wurde nach erfolgter Sachbearbeitung an die Aufnahmeeinrichtung nach München weitergeleitet. Der in Ungarn wohnhafte Tunesier allerdings ging erst einmal in Haft.


Doch nicht nur die illegale Migration beschäftige die Fahnder, auch zwei EU-Bürger schafften es mit auf die Dienststelle.

Gegen 22:30 Uhr fiel den Fahndern am Grenzübergang ein Opel Zafira ins Auge, welcher soeben eingereist war. An dem Pkw waren niederländische Ausfuhrkennzeichen angebracht, was den Fahndern doch seltsam vorkam und sie sich dazu entschlossen, das Ganze einer Kontrolle zu unterziehen.
Neben dem 35-jährigen Fahrer befand sich noch der 31-jährige Halter des Zafiras im Auto, beide aus Kroatien. Der Halter gab an, dass er den Pkw in jüngster Vergangenheit in Belgien auf einem Automarkt gekauft hatte, was die ganze Situation nicht gerade schlüssiger machte, da sich an dem Opel - welcher sich gerade auf der Einreise befand - niederländische Ausfuhrkennzeichen befanden. Als den Beamten dann noch der Ausfuhrfahrzeugschein ausgehändigt wurde, bestätigte sich endgültig der Verdacht, dass etwas nicht ganz stimmen könnte, es handelte sich bei dem Dokument nämlich um eine Totalfälschung. Bei der näheren Überprüfung des Sachverhaltes auf der Dienststelle konnte dann über die Kontaktstelle zu den Niederlanden festgestellt werden, dass die Zulassung des Pkw´s nicht existierte. Neben der Anzeigenerstellung wurde natürlich die Weiterfahrt unterbunden.

Alles in allem ein ereignisreicher Mittwoch, bei dem neben kleineren Fahndungstreffern insgesamt 40 illegal eingereiste Personen (davon 9 Kinder) und zwei Schleuser ausländerrechtlich bearbeitet, zwei Haftbefehle vollstreckt und zwei gefälschte Urkunden sichergestellt werden konnten.

red/Pressemitteilung Polizei Fahndung Traunstein

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