Im Jahr 2013 wurden im Bereich der PI Freilassing 2.408 Straftaten statistisch erfasst. Verglichen mit dem Jahr 2012 bedeutet dies einen Rückgang um 408 Fälle oder 14,5 Prozent.
Die polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) ist eine Zusammenstellung aller bekannt gewordenen strafrechtlichen Sachverhalte. Berücksichtigt werden dabei alle durch die Polizei bearbeiteten Verstöße nach dem Strafgesetzbuch sowie den strafrechtlichen Nebengesetzen (ohne Verkehrs- und Staatsschutzdelikte). Zum Zuständigkeitsbereich der PI Freilassing gehören die Stadt Freilassing, die Marktgemeinde Teisendorf und die Gemeinden Ainring und Saaldorf-Surheim. Dieser Bereich umfasst 148 km² - es werden ca. 40.000 Einwohner polizeilich betreut.
Neben den unmittelbar von der Polizeiinspektion bearbeiteten Fällen fließen in die Statistik auch Ermittlungsvorgänge anderer Polizeidienststellen (z.B. KPI Traunstein, PI Fahndung, Bundespolizei) mit Tatörtlichkeiten im Schutzbereich der PI Freilassing ein.
Vergleicht man die Entwicklung der letzten Jahre, so bewegt sich die Gesamtzahl der Straftaten in etwa auf dem Mittelwert der letzten 6 Jahre.
Die Rückgänge des Jahres 2013 begründen sich erfreulicher Weise nicht durch eine Verringerung der polizeilichen Initiativaufgriffe, wie etwa ausländerrechtlichen Verstößen im Zusammenhang mit der Schengenfahndung oder bei den Betäubungsmitteldelikten. Vielmehr sind erhebliche Reduzierungen der Fallzahlen bei der Wirtschaftskriminalität, den Vermögens- und Fälschungsdelikten, aber auch den Rohheitsdelikten und dem Diebstahl festzustellen. Die Ursachen hierfür sind vielfältig und starken Schwankungen binnen eines Jahreszeitraumes unterworfen. Hier also von einem Trend zu sprechen wäre nicht zutreffend.
Die schon sehr hohe Aufklärungsquote des Vorjahres konnte im Jahr 2013 nochmals um 1,3 Prozent gesteigert werden. Sie beläuft sich somit auf 76,2 Prozent. Sie liegt damit deutlich über dem Wert für gesamt Bayern (64,1 Prozent). Von den 2.408 registrierten Straftaten wurden somit 1.835 Fälle aufgeklärt.
Zu den insgesamt 2.408 Straftaten konnten 1.836 Tatverdächtige, 269 Personen mehr als im Vorjahr, ermittelt werden. Die Tatverdächtigen gliedern sich in 1.329 männliche und 289 weibliche Personen auf. Vor allem bei Rohheitsdelikten, wie beispielsweise Körperverletzung oder Bedrohung, sind Männer weiterhin überproportional vertreten. Weibliche Tatverdächtige finden sich vor allem bei Delikten wie Ladendiebstahl oder Betrug unverhältnismäßig oft wieder.
Nichtdeutsche Staatsangehörige wurden im Jahr 2013 in 914 Fällen als Tatverdächtige ermittelt. Dies entspricht einem Anteil von 65,1 Prozent. Vor allem die erhöhten Aufgriffszahlen der Fahndungsdienststellen (Schengenfahndung) finden hier ihren Niederschlag. Zum anderen wirkt natürlich die unmittelbare Nähe zu Österreich. Eine Vielzahl österreichischer Staatsangehöriger hält sich im Bereich der PI Freilassing auf (Wohn- und Arbeitsstelle sowie Geschäfts- und Einkaufstätigkeiten). Zunehmend nutzen Ausländer Packstationen und Paket-Vertriebsfirmen im grenznahen Bereich, um diverse Warensendungen abzuschicken bzw. entgegen zunehmen. Immer wieder werden solche Vertriebswege für Straftaten via Internet genutzt, wobei dann statistisch als Tatort der Raum Freilassing erscheint. Nichtdeutsche sind demnach vor allem bei Betrugsdelikten überproportional vertreten.
Von allen ermittelten Straftaten waren 332 Personen und damit 25,9 Prozent jünger als 21 Jahre. Diese Zahl lag in etwa auf dem Vorjahresniveau (plus 0,6 Prozent) und noch über dem landesweiten Vergleich. Bei den Tatverdächtigen unter 14 Jahren musste ein wiederum ein Anstieg registriert werden. 43 Taten wurden von Kindern begangen - gegenüber dem Jahr 2012 ein Anstieg von gut 2,2 Prozent. Vor allem in den Deliktsbereichen Körperverletzung und Diebstahl finden sich unter 14-Jährige als Tatverdächtige wieder.
Im vergangenen Jahr wurden im Bereich der Rohheitsdelikte (Raub, Körperverletzung, Bedrohung, Nötigung, Freiheitsberaubung und Nachstellung) 198 Fälle registriert. Dies stellt einen Rückgang um 76 Fälle oder 27 Prozent dar. Der Anteil an der Gesamtkriminalität beträgt 8,2 Prozent. Mit 137 Ermittlungsverfahren ist ein deutlicher Schwerpunkt im Bereich der Körperverletzungen festzustellen. Dabei wurden gut die Hälfte der Vorgänge im Zusammenhang mit Beziehungsstreitigkeiten oder innerhalb von Familien verübt. Die Aufklärungsquote liegt bei den Rohheitsdelikten bei 93,4 Prozent (+6,5 Prozent).
Deutliche Rückgänge auch beim Deliktsbereich „Diebstahl“. Minus 24,7 Prozent zeigt hier die Statistik. Im Jahr 2013 mussten noch 551 Fälle (-181 Fälle) bearbeitet werden. Mit einem Anteil von gut einem Fünftel an der Gesamtkriminalität schlägt dieser Bereich zu Buche. Die Aufklärungsquote in diesem Deliktsfeld liegt bei 39,6 Prozent und damit leicht unter dem Wert des Vorjahres.
Vor allem bei den Fahrraddiebstählen registrierte man einen erheblichen Rückgang von knapp 40 Prozent. Insgesamt wurden im letzten Jahr 105 Fahrraddiebstähle zur Anzeige gebracht. Rückläufig ist auch die Zahl der verübten Ladendiebstähle. 143 Fällen (-25 Prozent) mussten von der Polizei bearbeitet werden.
Leider stiegen die Zahlen bei den Wohnungseinbrüchen bzw. Diebstähle aus Wohnungen vergangenen Jahr weiter an. Im Jahr 2012 wurden in diesen Bereichen noch 36 Fälle erfasst - 2013 waren es schon 39 Fälle. Die Aufklärungsquote liegt bei den vorwiegend zur Tageszeit bzw. der Dämmerung verübten Wohnungseinbrüchen bei 23,5 Prozent - diejenige bei Diebstählen in/aus Wohnungen (meist sogenannte Einschleichdiebstähle) bei gut 60 Prozent.
Mit 14,9 Prozent an der Gesamtkriminalität wurden Vermögens- und Fälschungsdelikte registriert. 359 Fälle (-40,7 Prozent) von Betrug, Unterschlagungen sowie Urkundenfälschungen wurden hier polizeilich bearbeitet. Die Aufklärungsquote in diesem Deliktsbereich liegt unverändert bei 90,8 Prozent.
Die erheblichen Rückgänge in der Statistik begründen sich in einem Großverfahren des Jahres 2012, bei dem mittels eines ausländischen Callcenters Hunderte von Betrügereien eingefädelt wurden.
Durch verstärkte Kontrollaktionen im Bereich der Rauschgiftbekämpfung konnte eine weitere Steigerung der Fallzahlen erreicht werden. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 217 Vorgänge bearbeitet (+ 4,6 Prozent). Die Aufklärungsquote beträgt hier 98,2 Prozent (-0,5 Prozent).
Der Rückblick auf das Jahr 2013 stellt sich als erfreulich dar. Entgegen der bayernweiten Entwicklung konnten Rückgänge in erheblichem Umfang verzeichnet werden. Ob es sich hierbei nur um eine Momentaufnahme oder tatsächlich um einen Trend handelt wird die Zukunft zeigen. Für die Polizeiinspektion Freilassing heißt es, nicht ausruhen, sondern am „Ball zu bleiben“. Insbesondere die steigenden Zahlen von Wohnungseinbrüchen stellen an die Polizei hohe Anforderungen.
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