Grundlehrgang Betreuungsdienst der BRK-Bereitschaften: Vorbereitungen für großes Landesfachdienstlager im Juli in der Reichenhaller Hochstaufen-Kaserne laufen bereits auf Hochtouren.
25 Ehrenamtliche der BRK-Bereitschaften Bad Reichenhall, Freilassing und Teisendorf, darunter auch neun Jugendliche haben im Frühjahr bei den Ausbildern Christa Glaser (Berchtesgadener Land) und Dieter Schweighöfer (Altötting) und Fachdienstleiterin Petra Rautter (Berchtesgadener Land) einen Grundlehrgang Betreuungsdienst absolviert, der neben dem Sanitätskurs zur Grundausbildung der freiwilligen Rotkreuzler gehört. Der Betreuungsdienst der BRK-Bereitschaften im Berchtesgadener Land kümmert sich bei größeren Schadensereignissen um die oft zahlreichen Betroffenen und Unverletzten, sorgt für Verpflegung, Soziales und Unterkunft. Vom 11. bis 13. Juli steht ihm ein geplanter Großeinsatz bevor, denn in der Hochstaufen-Kaserne in Bad Reichenhall findet das diesjährige Landesfachdienstlager der BRK-Bereitschaften mit Teilnehmern aus ganz Bayern statt; die Vorbereitungen dafür laufen bereits auf Hochtouren.
„Rotkreuz-Arbeit ist weitaus mehr als Rettungsdienst oder Sanitätsdienst; wir haben ein komplexes und abgestuftes Hilfeleistungssystem, in dem auch Betroffene und Unverletzte nicht vergessen werden“, erklärt Kreisbereitschaftsleiter Andreas Rautter, der die Ehrenamtlichen beim Wochenend-Kurs besuchte, Ausbilder und Teilnehmer für ihr freiwilliges Engagement lobte und die Bedeutung des Betreuungsdienstes hervorhob: „Sehr viele Anforderungen für unsere ehrenamtlichen Schnell-Einsatz-Gruppen (SEG´n) sind Betreuungseinsätze, beispielsweise nach größeren Bränden oder Unfällen.“ Der Betreuungsdienst der BRK-Bereitschaften steht dabei oft im Schatten der Aufmerksamkeit, wenn es bei einem Unglück Tote und Verletzte gibt. Die Helfer müssen sich im Einsatzfall aber auch um die Unterkunft und Versorgung von Unverletzten und evakuierten Menschen kümmern. Hier beginnt die Arbeit von Fachdienstleiterin Petra Rautter und ihrem Team: Die Einsatzkräfte sorgen mit ihrer Feldküche für die Massenverpflegung und können mit Zelten und Feldbetten eine vorübergehende Notunterkunft einrichten.
Aktuell haben Andreas Rautter und sein Team alle Hände voll zu tun, denn vom 11. bis 13. Juli findet das Landesfachdienstlager der BRK-Bereitschaften mit Teilnehmern aus ganz Bayern in der Reichenhaller Hochstaufen-Kaserne statt. Die Veranstaltung ist zugleich ein geplanter Großeinsatz für den heimischen Betreuungsdienst, der sich um Verpflegung, Soziales und Unterkunft der Teilnehmer kümmert. Während des dreitägigen Fortbildungscamps sammeln die ehrenamtlichen Rotkreuzler in verschiedenen Workshops neues Wissen und üben die Einsatzabläufe bei größeren Schadenslagen mit vielen Verletzten, Erkrankten und Betroffenen. Die Einheiten reisen mit ihren eigenen Einsatzfahrzeugen an und übernachten in Zelten. „Ein wesentlicher Bestandteil des Fachdienstlagers ist die Pflege von Kameradschaft und Knüpfung neuer, überregionaler Bekanntschaften innerhalb des Roten Kreuzes. Dazu wird am Freitagabend ein Kameradschaftsabend zum Kennenlernen und am Samstagabend ein Festabend mit geladenen Gästen stattfinden“, erklärt Andreas Rautter.
„Bei uns im Roten Kreuz nicht nur Sanitäter gefragt. Wir haben Anfragen von Männern und Frauen über 50, die sich für etwas wirklich Sinnvolles und Wichtiges ehrenamtlich einsetzen wollen, denen die Arbeit an vorderster Front am schwer Verletzten oder erkrankten Patienten aber einfach zu nervenaufreibend ist. Im Betreuungsdienst blühen sie dann auf“, freut sich Petra Rautter, die ihr Team gerne weiter ausbauen würde und laufend externe Interessierte sucht, die die Arbeit im Roten Kreuz näher kennenlernen wollen. Die Fachdienstleitung ist mit Petra Rautter und Christa Glaser fest in weiblicher Hand; für die Arbeit interessieren sich aber auch immer mehr Männer. „Den Jungs gefällt am Betreuungsdienst vor allem die Technik“, meint Kursleiterin Glaser. Die Einsatzeinheit verfügt über richtig gute und moderne Ausrüstung: Ein kompletter Betreuungszug mit zwei Fahrzeugen, einem Feldkochanhänger und jeder Menge Ausrüstung zur Massenverpflegung und für Notunterkünfte ist an den BRK-Häusern Teisendorf und Ainring stationiert.
„Die Teilnehmer haben die Abläufe mit viel Spaß und Begeisterung selbst organisiert; trotz der großen Gruppe haben alle gut mitgearbeitet und neue Erfahrungen gesammelt“, freut sich Glaser. Außerdem stand die Betreuung von unverletzten Betroffenen und deren Unterbringung im Mittelpunkt der Ausbildung. So mussten die Helfer sich in Rollenspielen mit besonders Hilfsbedürftigen, wie Mütter mit ihren Säuglingen, älteren Menschen, Blinden, Fremdsprachigen und Rollstuhlfahrern auseinandersetzen. „Unserer Arbeit erfordert oft mehr Geduld und ist zeitaufwendiger als im Rettungs- und Sanitätsdienst, da wir uns länger mit den Betroffenen beschäftigen müssen; spannend und abwechslungsreich ist sie aber genauso. Wir sind länger mit den Leuten zusammen und können intensiver auf sie eingehen“, erklärt Petra Rautter.
An der Helfergrundausbildung in Freilassing nahmen insgesamt 25 Einsatzkräfte aller Altersstufen der BRK-Bereitschaften Bad Reichenhall, Freilassing und Teisendorf teil. In 16 Unterrichtseinheiten lernten sie die Strukturen des Betreuungsdienstes kennen: Wer, wann und wo bei Schadenslagen die Betroffenen registriert und wie man in der Theorie und auch in der Praxis eine Verpflegungsausgabe aufbaut. „Massenverpflegung ist ein sensibler Bereich; ohne eine strikte Führung, strenge Hygieneregeln und die entsprechende Planung geht da nichts“, erklärt Ausbilderin Christa Glaser, die Mutter des Betreuungsdienstes im Landkreis, die den Fachdienst mit der notwendigen Disziplin und Zielstrebigkeit über Jahre hinweg aufgebaut hat.
Die BRK-Bereitschaften im Landkreis halten zur Ergänzung des Rettungsdienstes und für Großschadensfälle aller Art 21 zusätzliche Fahrzeuge, neun Anhänger und umfangreiche Ausrüstung bereit, die - genauso wie die Aus- und Fortbildung der freiwilligen Sanitäter - fast ausschließlich über Spendengelder finanziert werden. BRK-Bereitschaften gibt es in Ainring, Bad Reichenhall, Berchtesgaden, Freilassing, Laufen und Teisendorf.Wer Interesse an einer aktiven Mitarbeit im Betreuungsdienst hat, kann sich unter der Telefonnummer +49 (0) 8651 9590-21 in der Kreisgeschäftsstelle des Roten Kreuzes melden.
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