Blumenwiese statt Trampelpfade am Königssee – Nationalpark führt Besucherlenkung in St. Bartholomä ein
In den letzten Jahren hatten Besucher zum Ufer hin zahlreiche Trampelpfade angelegt, mit schwerwiegenden Folgen für die Vegetation. Bis zum Frühjahr 2027 wird nun ein Leitsystem installiert.
Die Ufer des Königssees sind Lebensraum unzähliger Tier- und Pflanzenarten, darunter seltene Orchideen wie Rotes Waldvöglein, Geflecktes Knabenkraut und Sumpf-Stendelwurz. In den vergangenen Jahren sind auf der Halbinsel St. Bartholomä zahlreiche Trampelpfade vom Hauptweg in Richtung Ufer entstanden – mit schwerwiegenden Folgen für die Vegetation: Durch Zertreten, Abpflücken und die zunehmende Bodenverdichtung sind viele Pflanzen seltener geworden und an mehreren Standorten bereits verschwunden. Ein neues, aus Mitteln der Eva Mayr-Stihl-Stiftung finanziertes Leitsystem zur Besucherlenkung (Foto) soll Pflanzen und ihre Lebensräume schützen: Gäste sollen sich künftig ausschließlich auf dem Hauptweg sowie auf fünf ausgewiesenen Zugängen zum Seeufer bewegen. Dadurch können sich die durch Trittschäden stark beschädigten Pflanzenbestände in Ufernähe wieder erholen. Infotafeln informieren die Gäste vor Ort über seltene Arten und schützenswerte Lebensräume. Nationalparkmitarbeiter werden das neue Leitsystem bis Frühjahr 2027 fertigstellen, die Arbeiten laufen bereits.
