Vegetationsbrände am Hochstaufen und auf der BürgermeisterhöheAKTUALISIERT
Am Abend des 31. Juli zogen heftige Gewitter mit starken Blitzen über den Landkreis. Vermutlich setzten diese die Vegetation in Brand. Aktuell (13:30 Uhr) schreiten die Löscharbeiten gut voran und die Vorkatastrophenlage konnte aufgehoben werden.
Erstmeldung
Am Abend des 31. Juli gingen um 19:23 Uhr erste Mitteilungen aus der Bevölkerung über einen Brand am Hochstaufen ein, der optisch aus dem Tal wahrnehmbar war. Hierbei war ein Latschenfeld und weitere Vegetation in Brand geraten, die Feuerwehr wurde entsprechend alarmiert.
Um 20:53 Uhr wurde vom Landratsamt die Lage nach Art. 15 des Bayerischen Katastrophenschutzgesetzes ausgerufen. Dieser regelt größere Schadensereignisse, die sich aber noch unterhalb des Katastrophenfalles abspielen. Verantwortlich bleibt damit die Stadt Bad Reichenhall, als Örtlicher Einsatzleiter wurde Kreisbrandrat Michael Brandl bestimmt, der noch am späten Abend drei Lagebesprechungen abhielt.
Am Abend konnten nurmehr die Aufklärung der Sachlage sowie die Aufstellung einer Einsatzplanung für den darauffolgenden Samstag 01.08. erfolgen: Dann werden mehrere Hubschrauber zur Verfügung stehen, um die Löscharbeiten in Angriff zu nehmen. Starten werden die Hubschrauber im Nonner Unterland, hierfür wird die Straße zwischen der Auffahrt zum Nonner Kircherl und dem Gablerhof gesperrt.
Da die Flammen am Hochstaufen über die Nacht hindurch weder sicher einschätzbar noch kontrollierbar waren, bestand die realistische Gefahr, dass das Feuer durch Winde angefacht würde. Somit waren auch die Menschen am Reichenhaller Haus an Leib und Leben bedroht. Nachdem es Nacht und damit dunkel war, standen anderweitige Rettungsmöglichkeiten in diesem unwegsamen Gelände am Berg nicht zur Verfügung. Daher wurde beschlossen, die 17 Menschen am Reichenhaller Haus per Polizeihubschrauber zu evakuieren.
Am Samstag besteht beim Aufenthalt auf der Südseite des Hochstaufens Gefahr für Leib und Leben: In dem betroffenen Gebiet finden Löschmaßnahmen aus der Luft mit Hubschraubern und Löschwasserbehältern statt.
Daher wird die Bevölkerung dringend gebeten, das Gefahrengebiet am Hochstaufen großräumig zu meiden und auf Staufen-Touren zu verzichten. Das Landratsamt Berchtesgadener Land erwägt aktuell für den betroffenen Bereich auch ein formelles und bußgeldbewehrtes Betretungsverbot nach Art. 26 LStVG zu erlassen.
Die Verantwortlichen werden ab 5 Uhr im Feuerwehrhaus an der Reichenbachstraße in Bad Reichenhall erneut zusammentreten, um die weiteren Maßnahmen zu koordinieren.
Noch am Abend des 31. Juli ist es der Freiwilligen Feuerwehr Bad Reichenhall gelungen, einen weiteren Vegetationsbrand im Bereich der Bürgermeisterhöhe zu löschen. Oberbürgermeister Dr. Christoph Lung bedankt sich schon jetzt bei allen Einsatzkräften für die engagierte und professionelle Zusammenarbeit zum Schutze der Bevölkerung.
Betretungsverbot im Brandgebiet
Das Landratsamt Berchtesgadener Land hat zwischenzeitlich ein Betretungsverbot für den betroffenen Bereich der Brandbekämpfungsmaßnahmen erlassen, das über folgenden Link aufrufbar ist:
* https://www.lra-bgl.de/aktuelles1/details/news/betretungsverbot-fuer-das-einsatzgebiet-am-hochstaufen/
Stand 10 Uhr
Aktuell ist eine deutliche Entspannung der Lage zu verzeichnen: Die ersten Erkundungen hatten ergeben, dass das Feuer am Hochstaufen sich über Nacht nicht wesentlich ausgebreitet hat.
Mit den gegenwärtig stattfindenden Hubschrauberflügen wurden bereits größere Wassermengen auf die Brandstelle ausgebracht, was den Brandherd deutlich reduziert hat. Als Nächstes wird mittels Wärmebildkamera ermittelt, ob und wie viele Glutnester sich im Boden befinden. In Abhängigkeit davon wird ein Einsatz mit Fußlöschtruppen nötig.
Darum werden aktuell auch Einsatzkräfte auf den Berg verbracht, um die Brandbekämpfung terrestrisch fortzuführen.
Stand 11 Uhr
Die Löscharbeiten verlaufen aktuell erfolgreich. Bei der Befliegung mit Wärmebildkameras wurden allerdings noch vereinzelte Glutnester gefunden. Daher sind aktuell Kräfte von Freiwilliger Feuerwehr, Bergwacht, BRK und Polizei im Einsatz, um vor Ort terrestrisch zu löschen. Dies gestaltet sich in der Weise, dass die Erdoberfläche mittels Werkzeug geöffnet wird, um anschließend wiederum aus der Luft abzulöschen.
Die ersten Rückmeldungen deuten darauf hin, dass die Glutnester sich relativ tief unter der Oberfläche befinden. Ein Ende des Einsatzes wird frühestens für den Nachmittag prognostiziert.
Stand 13:30 Uhr
Die Löscharbeiten schreiten voran, allerdings erreicht der Löschwasserabwurf durch Hubschrauber nicht alle Brandherde. Auf einem der übersandten Bilder sind etwa Flammen unter dem Bewuchs erkennbar.
Dies bedeutet, dass Handarbeit zum Ablöschen der verbliebenen Flammen unabdingbar ist. Insgesamt kommen die Einsatzkräfte, die mittlerweile auch einmal getauscht wurden, langsam aber sicher vorwärts.
Durch die Entspannung vor Ort konnte die Lage nach Art. 15 des Bayerischen Katastrophenschutzgesetzes um 13.15 Uhr aufgehoben werden.
Die Einsatzleitung ging somit von Örtlichem Einsatzleiter KBR Michael Brandl zurück auf die Stadt Bad Reichenhall. Feuerwehrkommandant Ralf Wichter ist nunmehr als Einsatzleiter für die Löscharbeiten verantwortlich.
Landrat Michael Koller und Oberbürgermeister Dr. Christoph Lung nutzten diesen Schritt, um allen beteiligten Kräften ihren Dank auszusprechen, auch namens des Innenministers Joachim Herrmann und der örtlichen Landtagsabgeordneten Michaela Kaniber.
Unter weiterer Beobachtung steht die Entwicklung der Wettersituation: Aktuell sind ab 17 Uhr wieder Gewitter für den Raum Bad Reichenhall angekündigt. In diesem Falle müssten die Einsatzkräfte die Löscharbeiten einstellen und rechtzeitig vom Berg geholt werden.
Stand 18 Uhr
Die Einsatzkräfte waren noch etwa bis 16 Uhr an der Einsatzstelle mit der Brandbekämpfung beschäftigt, danach wurden sie wegen der herannahenden Gewitterfront ins Tal verlegt.
Insgesamt konnte der Brand erfolgreich eingedämmt werden. Am morgigen Sonntag erfolgen notwendige Kontrollen mittels Wärmebildkamera dahingehend, ob noch letzte Glutnester vorhanden sind.
In der Bewertung ist ein rundum positives Fazit des Einsatzes zu ziehen. Größere Schäden sind glücklicherweise ausgeblieben.
Damit verbindet sich ein herzlicher Dank der Stadt Bad Reichenhall und des Landkreises Berchtesgadener Land an alle beteiligten Kräfte für die engagierte und professionelle Zusammenarbeit bei der Abwehr der Gefahrenlage.
Das Landratsamt Berchtesgadener Land hat angekündigt, dass das für den heutigen Samstag 01.08. verhängte Betretungsverbot für den Bereich Hochstaufen um 24 Uhr aufgehoben wird:
https://www.lra-bgl.de/fileadmin/user_upload/content/doc/Das_Landratsamt/Amtsblaetter/2026/Amtsblatt_Nr._32a_AV_Betretungsverbot_Staufen_Aufhebung.pdf


