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Bulldogg-Fledermaus erstmals im Nationalpark Berchtesgaden nachgewiesen

Im Nationalpark Berchtesgaden läuft seit 2021 ein Programm zur Zählung und Artbestimmung der im Schutzgebiet vorkommenden Arten. 15 verschiedene Fledermausarten waren bislang bekannt, nun ist eine 16. hinzugekommen.

Am „Bat Appreciation Day“, der jedes Jahr am 17. April stattfindet, würdigen Fledermausfachleute weltweit den Wert der fliegenden Säugetiere für Ökosysteme und Biodiversität. Im Nationalpark Berchtesgaden läuft seit 2021 ein Programm zur Zählung und Artbestimmung der im Schutzgebiet vorkommenden Arten. 15 verschiedene Fledermausarten waren bislang bekannt, nun ist eine 16. hinzugekommen. Anlässlich des Internationalen Fledermaustages lüftet die Nationalparkverwaltung ein Geheimnis: Mit der Europäischen Bulldoggfledermaus gelang ein Erstnachweis für den Nationalpark.

Überraschung auf 1.750 Metern Höhe: Ende 2025 machten Forscherinnen und Forscher bei einer routinemäßigen Kontrolle der Fledermausbestände im Hagengebirge eine seltene Entdeckung: „Wir hatten gegen 21:00 Uhr gerade mit dem Monitoring begonnen, da hörten wir ein sehr charakteristisches Rufen. Diese Rufe im Frequenzbereich von zehn bis 14 Kilohertz sind unverwechselbar und für das menschliche Ohr gut hörbar. Das konnte nur eine Europäische Bulldoggfledermaus sein“, erklärt Dr. Hanna Kastein, Fledermaus-Expertin und Rangerleiterin im Nationalpark Berchtesgaden. Bayernweit wurde die Art erstmals vor rund 20 Jahren im Landkreis Starnberg nachgewiesen, zwei weitere Zufallsfunde gelangen in Landshut (2014) und Kempten (2025). „Am Fuße des Kahlersberges ist uns damit ein Erstnachweis der Bulldoggfledermaus im Nationalpark Berchtesgaden gelungen“, so die Expertin.

Die Europäische Bulldoggfledermaus ist im Mittelmeerraum und in Nordafrika zuhause. Sie jagt nachts in großen Höhen und mit hoher Geschwindigkeit nach Insekten, dabei legt sie oft lange Distanzen zurück. Die Experten halten es für unwahrscheinlich, dass die Bulldoggfledermaus den Winter im Nationalpark verbringt. „Wir vermuten, dass die Art immer wieder Erkundungsflüge nördlich der Alpen unternimmt, auch begünstigt durch den Klimawandel“, erläutert Dr. Simon Ripperger vom Landesamt für Umwelt (LfU) in Augsburg. „Die Bulldoggfledermaus nutzt den Nationalpark offensichtlich als Jagdrevier und wir sind gespannt, ob wir diese Art auch heuer wieder im Schutzgebiet nachweisen können. Vielleicht gelingt sogar ein Quartierfund. Gut vorstellbar, dass sich diese hochmobile Fledermaus aufgrund des Klimawandels auch langsam nach Norden ausbreitet“, erklärt Ripperger. Das Fledermausmonitoring führt die Nationalparkverwaltung jedes Jahr in Zusammenarbeit mit dem LfU und dem Verein für Höhlenkunde München e.V. durch. Für 2026 sind weitere Monitoringmaßnahmen an verschiedenen Höhleneingängen im Nationalpark geplant.

red/Pressemitteilung Nationalparkverwaltung Berchtesgaden
Bilder © Privat & Dr. Christian Dietz
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