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Grundschulung für Ehrenamtliche in der Migrationsarbeit

Integrationslotsin Astrid Kaeswurm vom Landratsamt Berchtesgadener Land und Verena Seel, Fachdienstleiterin der Caritas Flüchtlings- und Integrationsberatung, haben am vorletzten Samstag eine Grundschulung für Ehrenamtliche in der Migrationsarbeit durchgeführt.

Zu Beginn informierte Astrid Kaeswurm über die Situation von Geflüchteten im Landkreis. Außerdem stellte sie das Netzwerk der haupt- und ehrenamtlich Engagierten im Landkreis vor und erläuterte, wo Ehrenamtliche Informationen, Unterstützung und Ansprechpartner finden können. Gemeinsam organisieren Seel und Kaeswurm auch regelmäßig Helferkreistreffen in Gemeinden und Städten des Landkreises, bieten Supervisionsangebote wie „Schau auf Di“, Fortbildungen sowie weitere Austauschmöglichkeiten für Ehrenamtliche an.

Ein wichtiger Teil der Grundschulung war der Austausch mit den Teilnehmenden. Kaeswurm fragte die Ehrenamtlichen, welche Aufgaben sie bereits übernehmen und welche Tätigkeiten sie sich künftig vorstellen können. Dabei ging es auch darum, persönliche Kompetenzen und Talente sichtbar zu machen. Viele der Anwesenden sind bereits als ehrenamtliche Dolmetscherinnen und Dolmetscher aktiv. Einige haben bereits eine Zertifizierung als Laiendolmetscherin oder Laiendolmetscher absolviert, andere möchten diese Ausbildung gerne im kommenden September beginnen.

Verena Seel stellte im Anschluss die Flüchtlings- und Integrationsberatung der Caritas im Berchtesgadener Land vor und erläuterte, für wen die Caritas Beratung und Unterstützung anbietet. Dabei betonte sie, wie wichtig es ist, Klientinnen und Klienten zur Selbstständigkeit zu befähigen. Ziel der Beratung sei es, Menschen durch Unterstützung zu stärken und nicht in eine Abhängigkeit zu führen.

Ein weiterer Bestandteil der Schulung war eine interkulturelle Grundsensibilisierung. Dabei ging es um die Hürden, mit denen Zugewanderte häufig konfrontiert sind – im Alltag, im Berufsleben und im gesellschaftlichen Zusammenleben in ihren Wohnorten. Themen waren unter anderem kulturelle Unterschiede, traumatische Erfahrungen auf der Flucht sowie die manchmal vorhandene Angst, sich zu integrieren und dadurch ein Stück der eigenen Heimat zu verlieren.

Auch ganz praktische Fragen des Alltags wurden angesprochen, etwa: Wie kauft man eine Fahrkarte? Wie begrüßt man Menschen hier üblich? Wie verhält man sich im Unterricht oder am Arbeitsplatz?

Zur Veranschaulichung stellten Seel und Kaeswurm das Eisbergmodell vor. Es verdeutlicht, dass nur ein kleiner Teil eines Menschen – etwa Verhalten oder Sprache – unmittelbar sichtbar ist. Viele Hintergründe wie Werte, Erfahrungen oder kulturelle Prägungen liegen unter der Oberfläche. Um Menschen gut unterstützen zu können, braucht es deshalb Sensibilität, Offenheit und interkulturelles Wissen.

Als hilfreiche Informationsquelle wurde zudem der Cultural Atlas vorgestellt. Dort finden sich für viele Länder der Welt Informationen zu gesellschaftlichen Gepflogenheiten, politischen Systemen, Religionen sowie kulturellen Besonderheiten.

Eine wichtige Botschaft der Schulung lautete: Ehrenamtliche sollen nicht das Steuer übernehmen, sondern Hilfe zur Selbsthilfe leisten. Sie nehmen Aufgaben nicht einfach ab und sollen Menschen weder belehren noch erziehen, sondern unterstützend begleiten.

Aktuell werden im Landkreis besonders Ehrenamtliche gesucht, die sich als Ämterlotsen engagieren und beim Ausfüllen von Formularen unterstützen. Ebenso gebraucht werden Engagierte in der Sprachförderung für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, außerdem Personen, die Zugewanderte im beruflichen Alltag begleiten, sowie Menschen mit Sprachkenntnissen für Dolmetscheinsätze bei Behörden oder Arztbesuchen.

Für den nächsten Laiendolmetscher-Kurs stehen zwölf Plätze zur Verfügung. Kaeswurm würde sich über viele Bewerbungen freuen. Besonders dringend werden aktuell Sprachkenntnisse in Türkisch, Kurdisch, Tigrinya (Eritrea), Arabisch, Dari und Farsi gesucht. Auch Ukrainisch und Russisch werden weiterhin benötigt. Englisch und Französisch sind ebenfalls immer hilfreich. Menschen mit entsprechenden Sprachkenntnissen sind herzlich eingeladen, sich per E-Mail bei Astrid Kaeswurm zu melden unter astrid.kaeswurm@lra-bgl.de.

red/Pressemitteilung LRA BGL
Bild © LRA BGL
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