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Schutzmaßnahmen für die Amphibienwanderung 2026 treten in Kraft

Mit dem beginnenden Frühling wiederholt sich im Landkreis alljährlich ein besonderes Naturschauspiel: Tausende Frösche, Kröten und Molche machen sich auf den Weg zu ihren Laichgewässern. Doch die alljährliche Amphibienwanderung ist voller Gefahren – besonders durch den Straßenverkehr. Um die Tiere zu schützen und den Bestand der heimischen Amphibienpopulationen langfristig zu sichern, wird auch 2026 auf bewährt Maßnahmen gesetzt.

Sperrung der Alten Reichenhaller Straße am Taubensee


Die erstmalige Sperrung der Alten Reichenhaller Straße (BGL 14) am Taubensee in Ramsau im vergangenen Jahr konnte als Erfolg verbucht werden. Ein begleitendes Monitoring des Landesbunds für Vogelschutz (LBV) ergab, dass hier deutlich weniger Tiere überfahren wurden als in den Vorjahren. Leider hielten sich jedoch nicht alle Autofahrer an die Sperre, sodass noch immer zahlreiche Amphibien dem Verkehr zum Opfer fielen. Gerade Erdkröten sind besonders gefährdet, da die Männchen die übersichtlichen Asphaltflächen gern nutzen, um nach wandernden Weibchen Ausschau zu halten. Es wird darum noch einmal dringend an die Bevölkerung appelliert, die Sperre einzuhalten; ganz besonders in feuchten Nächten.

Die Maßnahme ist für zwei bis drei Wochen geplant und wird nach der Hauptwanderzeit wieder aufgehoben.

Sperrung in Teisendorf


An der Alten Reichenhaller Straße beim Schwimmbad in Teisendorf wird ebenfalls ein Abschnitt während der Wanderzeit für den Verkehr gesperrt. Gemeinsam mit der Marktgemeinde, dem Landschaftspflegeverband BGL, den Amphibienfreunden Teisendorf und dem Staatlichen Bauamt Traunstein arbeitet die Naturschutzbehörde hier an einer dauerhaften Lösung der komplexen Gefährdungssituation.

Geschwindigkeit reduzieren – Leben retten


An weiteren Wanderstrecken im Landkreis, z.B. in Unterjettenberg oder in der Nonner Au weisen Schilder mit Frosch-Symbol auf die Amphibienwanderung hin. Schon die Druckwelle schneller Fahrzeuge kann für die Tiere tödlich enden. Die Geschwindigkeit soll darum auf maximal 30 km/h reduziert werden.

Engagement für den Artenschutz


Zudem errichten ehrenamtliche Helferinnen und Helfer an neuralgischen Punkten temporäre Amphibienzäune. Mehrmals täglich werden die Tiere dort eingesammelt und sicher über die Straße getragen. Die Schutzmaßnahmen werden von zahlreichen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern getragen, unterstützt durch den Landesbund für Vogelschutz, den Bund Naturschutz und koordiniert vom Landschaftspflegeverband Biosphärenregion Berchtesgadener Land. Im vergangenen Jahr wurden durch die Maßnahmen an acht verschiedenen Straßenabschnitten insgesamt 6.400 Tiere sicher ans Ziel ihrer Wanderung gebracht. Wer sich gerne im Amphibienschutz engagieren möchte, kann sich an die genannten Verbände wenden.

Langfristige Maßnahmen für den Amphibienschutz


Neben den akuten Schutzmaßnahmen während der Wanderzeit ist ein weiterer Arbeitsschwerpunkt im Artenschutz das Management und die Entwicklung der verschiedenen Lebensräume. Im Rahmen des Vertragsnaturschutzprogramms werden amphibienfreundliche Wald- und Landwirtschaft gefördert. Wo möglich werden angrenzend an Laichgewässer die Bewirtschaftung angepasst oder feuchte Senken geschaffen, um die Landlebensräume der Tiere zu verbessern. Zudem arbeitet die untere Naturschutzbehörde mit der Biodiversitätsberatung laufend an der Pflege bestehender und der Schaffung neuer Laichgewässer in allen Landkreisteilen.

red/Pressemitteilung LRA BGL
Bilder © LRA BGL / uNB BGL / Martin Kyek
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