untersberger.info - Logo


Treffen des Klimaschutznetzwerks Berchtesgadener Land zum Thema "Nachhaltige Energieversorgung im Land Berchtesgadener Land"

Beim jüngsten Treffen des Klimaschutznetzwerks Berchtesgadener Land zur kommunalen Energieversorgung trafen sich die Kommunen mit Experten, um innovative Konzepte zur Nutzung erneuerbarer Energien, lokale Strommärkte und die Entwicklung virtueller Kraftwerke zu diskutieren. Ziel ist es zukünftig die regionale Energieversorgung nachhaltiger und unabhängiger zu gestalten.

Passend zum Thema stellte Herr Rainer Wagner von der gastgebenden Stadt Freilassing eingangs den Energieverbund der Stadt vor. Er betonte, dass durch eine optimale Nutzung von Klärgas, Landschaftspflegematerial und Waldrestholz in den verbundenen Liegenschaften ein Autarkiegrad von bis zu 90 % erreicht werden kann. Durch eine intelligente Steuerung der Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen sowie die Nutzung von Wärme- und Klärgasspeichern wird eine besonders effiziente und umweltfreundliche Energieversorgung gewährleistet.

Kommunales Energiemanagement


Immer ein Bestandteil der Netzwerktreffen sind aktuelle Themen rund um den kommunalen Klimaschutz. So informierte Bettina Mühlbauer, Leiterin der Energieagentur Südostbayern, über die Plattform Kom.EMS, ein kostenfreies Tool zur Einführung eines kommunalen Energiemanagements. Sie erläuterte, dass Kommunen durch ein systematisches Energiemanagement bis zu 30 % ihrer Energiekosten einsparen können. Zudem wurden von der Energieagentur Südostbayern zwei Energieberater zu speziellen Coaches ausgebildet um Kommunen zukünftig bei der Umsetzung des kommunalen Energiemanagements zu unterstützen.

Regionale Strommärkte und virtuelle Kraftwerke


Thomas Oppelt von der Bayernwerk Regio Energie GmbH stellte den Energiemonitor vor, der die lokale Stromerzeugung und den Verbrauch in Echtzeit sichtbar macht. Besonders innovativ ist das Konzept eines regionalen Strommarktes, das bereits erfolgreich in verschiedenen Kommunen wie zum Beispiel in Abensberg in Niederbayern erprobt wurde. Dort können Bürger einen lokal-dynamischen Stromtarif nutzen, der sich flexibel an die Erzeugungssituation anpasst. Die Plattform ist offen für alle Anlagengrößen und ermöglicht es Kommunen, aktiv an der lokalen Energieversorgung mitzuwirken.

Rechtliche Rahmenbedingungen für Eigenstromnutzung


Entscheidend für die regionale Energieversorgung sind natürlich auch die rechtlichen Rahmenbedingungen. Marc Bruck von Paluka Rechtsanwälte gab Einblicke in die rechtskonforme Eigen- und Drittstromversorgung in Kommunen. Themen wie Konzessionsverträge, Durchleitungsrechte und steuerliche Aspekte wurden behandelt, um Kommunen eine sichere Umsetzung ihrer Energieprojekte zu ermöglichen.

Ökostrombörse Salzburg: Erneuerbare Energiegemeinschaften als Zukunftsmodell
Dr. Franz Kok von der Ökostrombörse Salzburg stellte die Möglichkeiten von Gemeinschaftsenergieanlagen jenseits der Landesgrenze vor. Diese ermöglichen es Kommunen, Erzeuger und Verbraucher zu vernetzen und langfristig stabile Strompreise zu sichern. Besonders attraktiv ist dabei die Schaffung lokaler Energiegemeinschaften, die durch die Nutzung bestehender Infrastrukturen Vorteile bei Netzentgelten erzielen können.

Die Veranstaltung verdeutlichte, dass die regionale Energieversorgung in Bayern und Salzburg durch innovative Konzepte und enge Zusammenarbeit zukunftsfähig gestaltet werden kann. Die Vernetzung zwischen Kommunen, Unternehmen und Energieexperten spielt dabei eine entscheidende Rolle. Das Thema soll in einem fortführenden Workshop noch intensiver und konkreter gemeinsam mit den Kommunen erarbeitet werden.

red/Pressemitteilung Energieagentur Südostbayern GmbH
Bild © Johanna Schneller, Energieagentur Südostbayern
treffen energieagentur bgl 00

0 Kommentare

Noch keine Kommentare.
Kommentar schreiben
maximal 1000 Zeichen
Erweiterte Suche
Terminkalender
April 2026
MoDiMiDoFrSaSo
303112345
6789101112
13141516171819
20212223242526
27282930123
Bglwiki