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Aktionstag „Zug hat Vorfahrt“ zur Gefahrenprävention im Bahnbereich

Um bei der Bevölkerung das Gefahrenbewusstsein von Bahnanlagen wieder ins Gedächtnis zu rufen, hielt die Bayerische Regiobahn mit mehreren Partnern einen Aktionstag ab.

Noch kurz vorm Zug das Gleis überqueren oder bei geschlossenem Bahnübergang die Schranken umfahren, weil der Zug noch nicht in Sicht ist. Diese und ähnliche Fälle sind keine Seltenheit mehr und haben in letzter Zeit sogar noch zugenommen. Alleine in den letzten beiden Jahren verzeichnete die Bayerische Regiobahn in ihrem Netz Berchtesgaden-Ruhpolding 33 Vorfälle, die meisten davon von Radfahrern und Fußgängern verursacht.

Aufgrund dieser besorgniserregenden Zunahme an Leichtsinn im Bahnverkehr, initiierte der Geschäftsführer der Bayerischen Regiobahn, Arnulf Schuchmann, gemeinsam mit der Bundespolizei Freilassing, der DB Sicherheit, dem ADAC und der Klasse 6b der „Realschule im Rupertiwinkel“ am Bahnhaltepunkt Ainring einen Aktionstag „Zug hat Vorfahrt“.

Mit diesem Aktionstag wollen die Beteiligten der Bevölkerung die Gefahren des Bahnverkehrs wieder ins Bewusstsein rufen. Schuchmann dazu: „Wir wollen nicht tatenlos zuschauen, wie Menschen aus purem Leichtsinn verletzt oder gar getötet werden. Es muss sich etwas ändern und dazu soll dieser Aktionstag am Bahnhalt Ainring mit unseren Partnern beitragen.“

Wie schnell ein unüberlegtes Überqueren der Gleise zur Gefahr werden kann, erläuterte BRB-Triebfahrzeugführer Markus Köfler. Der erfahrene Zugführer wusste von vielen gefährlichen Situationen bis hin zu Todesfällen zu berichten. Wie Köfler dazu erklärte, sind solche Vorfälle für den Zugführer immer körperlich anstrengende Schreckmomente mit erheblichen psychischen Belastungen. Wie er weiters ausführte, sind davon nicht nur das Zugpersonal betroffen, sondern auch der gesamte Bahnverkehr, da bei der Meldung „Person im Gleis“ regelmäßig Strecken gesperrt werden müssen und der Fahrplan dann durcheinander gerät.

Über die rechtlichen Folgen bei Personen im Gleis und die Gefahren von Bahnanlagen informierte die Präventionsbeamtin Michaela Hofmeister von der Bundespolizeiinspektion Freilassing. Die anwesenden Schüler lauschten gespannt den Worten der Polizistin über die Risiken, die beim unachtsamen und verkehrswidrigen Überschreiten der Gleise entstehen.

Zu Präventionsmaßnahmen sowie Sicherheit im Bahnbereich sprach auch Thore Riesterer von der DB-Sicherheit. Er und sein Präventionsteam waren zudem mit einem Informationsstand vertreten. Den Sicherheitsaspekt betonte auch Rüdiger Lode vom ADAC Südbayern. Er appellierte an alle Verkehrsteilnehmer, und gerade auch Kinder und Jugendliche, ausschließlich die vorgesehenen Gleisquerungen zu benutzen und dabei die geltenden Regeln zu beachten.

Zum Abschluss des Aktionstages führte die Bayerische Regiobahn noch eine Schnellbremsung durch. Damit die Schüler ein Gespür für den Bremsweg eines Zuges zu bekommen, sollten sie abschätzen, wieviel Wegstrecke der Zug für eine Vollbremsung aus 90 km/h braucht. Unter optimalen Witterungsbedingungen kam der Zug nach 210 Metern zum stehen. Verglichen mit den üblichen Bahnsteiglängen von 210 Metern in kleineren Bahnhöfen und Haltepunkten, wäre er also einmal komplett durch den Bahnhof gerauscht. Bei ungünstigen Wetterlagen und größeren Zügen kann der Bremsweg bis zu einem Kilometer betragen.

red
Bilder © red
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