Bargeld im Wert eines fünfstelligen Eurobetrags übergab eine Seniorin am Dienstag, 16. Januar 2024, an einen unbekannte Geldabholer. Betrüger hatten dem Opfer zuvor erzählt, die Tochter habe einen schweren Verkehrsunfall verursacht und benötige eine hohe Summe Geld, um eine Haft abzuwenden. Die Kriminalpolizei ermittelt und gibt Tipps, wie man sich vor der Betrugsmasche schützen kann.
Im Bereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd kommt es immer wieder zu „Wellen“ von betrügerischen Anrufen. In den meisten Fällen reagierten die potentiellen Opfer richtig, indem sie das Telefonat beendeten und die Polizei informierten.
Eine Seniorin aus einer Gemeinde im Landkreis Berchtesgadener Land übergab aber am späten Dienstagnachmittag (16.01.2024) am Rathausplatz in Bad Reichenhall Bargeld im Wert eines niedrigen fünfstelligen Eurobereichs an einen unbekannten Mann. Der offenbar für organisierte Kriminelle agierende Abholer verschwand im Anschluss mit der Beute.
Betrüger hatten die Geschädigte zuvor stundenlang in Gespräche verwickelt und ihr fälschlicherweise berichtet, die Tochter habe einen schweren Verkehrsunfall verursacht. Um eine drohende Haft der Tochter abzuwenden, müsse eine hohe Kaution hinterlegt werden – dies wurde dem Opfer von einer angeblichen Polizistin erzählt.
Nachdem die Geschädigte nach der Geldübergabe auf dem Heimweg war und dabei erneut telefonisch von den Betrügern zur Zahlung weiterer Summen aufgefordert wurde, kamen der Seniorin Zweifel. Sie fuhr zur „echten“ Polizei und zeigte den Fall an.
Die für organisierte Betrugsdelikte zuständige Kriminalpolizeiinspektion mit Zentralaufgaben des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd hat die Ermittlungen in diesem Fall übernommen.
Seit langem sind die Maschen der Betrüger hinlänglich bekannt, aber dennoch werden immer noch vor allem Seniorinnen und Senioren Opfer dieser sogenannten Schockanrufe und verlieren dadurch teils horrende Geldsummen. In vielen Fällen werden die Geschädigten an öffentliche Gebäude wie Gerichte oder Rathäuser gelotst, um dort die Wertgegenstände an die vermeintlichen Polizeibeamten, Staatsanwälte oder Gerichtsmitarbeiter zu übergeben. Dies dient jedoch nur dem Zweck, die Legende aufrecht zu erhalten.
Die Polizei warnt deshalb weiterhin eindringlich und gibt Verhaltenstipps:
• Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen, auch nicht durch angeblich dringende Ermittlungen, z. B. zu einem Einbruch in der Nähe oder einer Kaution, die unbedingt zu bezahlen ist!
• Die Polizei fordert niemals Bargeld, Überweisungen oder Wertgegenstände von Ihnen, um Ermittlungen durchzuführen! Legen Sie einfach auf!
• Geben Sie am Telefon niemals Auskünfte über ihr Hab und Gut, Ihr Bargeld und Ihre Wertgegenstände! Legen Sie einfach auf!
• Lassen Sie niemanden in die Wohnung, der sehen will, wo Sie Geld oder Schmuck aufbewahren!
• Rufen Sie nie über die am Telefon angezeigte Nummer zurück! Drücken Sie KEINE Wahlwiederholung. Legen Sie auf und wählen Sie dann den Notruf 110!
• Erstatten Sie immer, auch im Versuchsfall, Anzeige bei Ihrer Polizeiinspektion!
• Insbesondere die Jüngeren werden ausdrücklich gebeten: sprechen Sie offen über die perfiden Maschen der Telefonbetrüger und sensibilisieren Sie so Ihre nahestehenden Verwandten und Bekannten, die Opfer solcher hinterhältigen Anrufe werden könnten!
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