Sechs Bürger erhielten bei einem Ehrungsabend die Goldene Ehrennadel der Stadt überreicht.
In einem familiären Kreis aus geehrten Personen, deren Angehörige und Stadtratsmitgliedern fand der diesjährige Ehrungsabend der Stadt Bad Reichenhall im Alten Feuerhaus statt. Dabei konnte Oberbürgermeister Dr. Christoph Lung sechs Persönlichkeiten der Stadtgesellschaft die Goldene Ehrennadel der Stadt Bad Reichenhall verleihen und ihnen damit Dank und Anerkennung für langjähriges ehrenamtliches Engagement aussprechen. Zwei weitere zu Ehrende mussten aus privaten Gründen absagen, ihnen wir die Ehrung aber in geeignetem Rahmen zu einem späteren Zeitpunkt überreicht.
In seiner Begrüßung stellte der Oberbürgermeister heraus, welchen gesamtgesellschaftlichen Wert es hat, dass Bürger ihr Herz an eine Sache hängen und sich dann über lange Zeit hinweg aktiv einbringen. Er finde es richtig und angemessen, dafür auch von Herzen Danke zu sagen, und verband dies mit einem Bonmot von Konrad Adenauer, wonach Ehrungen dann zustande kämen, wenn die Gerechtigkeit ihren liebenswürdigen Tag habe. Lung führte das Procedere aus und erklärte das Ehrungsstatut der Stadt Bad Reichenhall. Demnach hat der Stadtrat der Stadt Bad Reichenhall in jedem Einzelfall einstimmig votiert und allen Geehrten die Goldene Ehrennadel der Stadt zugesprochen. Diese wird an Persönlichkeiten vergeben, die mit Bad Reichenhall verbunden sind und sich Verdienste um die Allgemeinheit oder um kulturelle oder sportliche Belange erworben haben bzw. sich durch besondere Leistungen auf dem Gebiet der Wissenschaft, Kultur, Wirtschaft oder des Sports hervorgetan und dadurch zum Ansehen der Stadt Bad Reichenhall beigetragen haben.
Für die musikalische Umrahmung des Abends sorgte am Piano Christina Ruttinger, die seit 36 Jahren an der städtischen Musikschule Klavier unterrichtet. Sie gab mit der Musik ein klares Statement für die Frauen ab und wählte nur weibliche Komponistinnen aus drei verschiedenen Epochen aus. Tatsächlich leisten Frauen auch im Ehrenamt viel, was auch bei den Ehrungen des Abends zum Ausdruck kam. Überdies beeindruckte die Dauer und die Vielfalt des gezeigten Engagements, das von sportlichen über kirchliche bis hin zu karitativen Verdiensten reicht.
Als Erster geehrt wurde Wolfgang Huber auf Vorschlag der Katholischen Stadtkirche. Er ist seit vielen Jahren Kirchenpfleger von St. Zeno und auch in der dortigen Pfarrgemeinde und der Kirchenverwaltung engagiert, zuletzt im Haushalts- und Personalausschuss. In seiner Laudatio würdigte Dr. Lung, dass Wolfgang Huber St. Zeno ein Herzensanliegen geworden sei, für das er auch viele Stunden ehrenamtlichen Einsatz eingebracht hat und für das er sein Herzblut eingesetzt habe. Das gelte sowohl für die Kirche als Gebäude, aber auch als Gemeinde. Überdies sei ihm das Einmischen und Mitgestalten stets wichtig, etwa auch im Bund Naturschutz und als jemand, der sich in lokalpolitische Debatten einbringt. Unter Applaus des Publikums überreichte der Oberbürgermeister Wolfgang Huber die Goldene Ehrennadel und bat ihn, sich in das Ehrungsbuch der Stadt einzutragen.
Frau Dr. Birgit Krause-Michel war (dem Alphabet folgend) als zweite an der Reihe: Sie ist als Ärztin tätig, ist aber bei der bloß beruflichen Tätigkeit nie stehengeblieben, wie der Oberbürgermeister würdigte: Im Feld von Medizin und Ethik hat sie zahlreiche Publikationen und etliche Vorträge gestaltet. Als Vorsitzende der außerklinischen Ethikberatung des Netzwerks Hospiz in den Landkreisen Traunstein und Berchtesgadener Land unterstützt sie seit 2012 mit einem multiprofessionellen Team Betroffene bei ethischen Fragen im Hinblick auf ein würdevolles Sterben. Zudem habe man ihr Engagement als Vorsitzende, später als Ehrenvorsitzende in der Sauerstoff- und Beatmungsliga LOT e.V. als ehrungswürdig erkannt. Durch die alljährliche Abhaltung des Patientenkongresses im Kurhaus habe sie dafür gesorgt, dass Bad Reichenhall im Bereich der Sauerstoff-Selbsthilfe eine führende Rolle eingenommen habe. Beeindruckend geriet die kurze Dankesrede von Dr. Krause-Michel, mit der sie unter Beweis stellte, dass sie auch noch einige weitere Ideen verfolgt, unter anderem Clowns-Sprechstunden als Ärztin und einiges andere mehr.
Erwin Reidl schließlich ist der Musik und konkret der Musikkapelle Marzoll eng verbunden. Seit Jahrzehnten ist er in der Vorstandschaft des Musikvereins Marzoll vertreten und ist seit mehr als zehn Jahren dessen Vorsitzender und gibt zusätzlich als Musikant zumeist von hinten den Takt vor. Der Oberbürgermeister attestierte Reidl, dass er aus dem Marzoller Vereinsleben nicht wegzudenken sei, und bedankte sich für viele gelungene Veranstaltungen der „Marzoller Musi“ und die Begleitung vieler festlicher Anlässe im Jahreskreis. Die Ehrung erfolgte auf Vorschlag eines Marzoller Bürgers und der Oberbürgermeister, selbst Mitglied des Musikvereins Marzoll, überreichte dem langjährigen Vereinsvorsitzenden die Goldene Ehrennadel verbunden mit den besten Wünschen.
Rudolf Schierghofer ist im besten Sinne ein „Urgestein“ der Wasserwacht Bayern. Er ist weit über 50 Jahre aktives Wasserwacht-Mitglied und war über 4 Wahlperioden, d.h. 16 Jahre lang, Vorsitzender der Kreiswasserwacht Berchtesgadener Land. Mehrere Jahrzehnte hindurch hat Schierghofer sich für die Teilnahme der Schulklassen am landesweiten Schwimmwettbewerb der BRK-Wasserwacht engagiert, weshalb in der Regel über die Hälfte der Gewinner-Klassen aus dem Landkreis Berchtesgadener Land kommt. Dass Kinder schwimmen lernen, ist eine Aufgabe, die gerade in unserer Zeit nichts an Aktualität verloren hat, wie der Oberbürgermeister kritisch anmerkte. Schierghofer sei damit aber nicht stehengeblieben, sondern habe auch rund 2000 Bundeswehr-Kameraden über die Zeit verteilt im Schwimmen unterrichtet. Zu würdigen sei auch sein Handeln während etlicher Einsätze und Schadenslagen in der Region. Dr. Lung freute sich daher, Schierghofer zusätzlich zu seinen bereits zahlreichen Auszeichnungen auch eine Ehrung seiner Heimatstadt aussprechen zu können.
Als „Mister Blutspende“ wurde Eduard „Edi“ Schmid geehrt. Der frühere Kreisgeschäftsführer des Roten Kreuzes kümmert sich nach wie vor ehrenamtlich als Koordinator um die Blutspende-Termine in Bad Reichenhall und dem mittleren Landkreis. „Wie viele Blutkonserven wirst Du wohl schon akquiriert haben, wie vielen Menschen damit das Leben gerettet haben?“, stellte der Oberbürgermeister fragend in den Raum. Zusätzlich sei lobenswert, wie engagiert Schmid die Ungarn-Hilfe des Roten Kreuzes für das Komitat Zala organisiere. Damit werde ein Zeichen der Mitmenschlichkeit und der Freundschaft gesetzt in einem geeinten, aber noch nicht überall wohlhabenden Europa, befand Dr. Christoph Lung. Edi Schmid war es selbst ein Anliegen, mit seinen Dankesworten auch zur Blutspende zu motivieren: „Das ist so wichtig – und wir brauchen gerade die Jungen. Denkt daran: Aus einer Blutspende kann man drei Menschen das Leben retten“, warb er für die Teilnahme.
Als letzte Persönlichkeit nahm Ingeborg Widerer ihre verdiente Ehrung entgegen. Sie ist seit vielen Jahren ehrenamtlich in der Telefonseelsorge der Erzdiözese München und Freising engagiert und damit eine der „dienstältesten“ Aktiven der Telefonseelsorge: Die Telefonseelsorge ist ein kostenloses Seelsorge- und Beratungsangebot, das von der katholischen Kirche getragen wird. Ohne Voranmeldung, Tag und Nacht, egal ob Werktag, Sonn- oder Feiertag, ist die Telefonseelsorge für Menschen in Sorgen und Nöten da. „Da kann man sich im wahrsten Sinne des Wortes wohl einiges anhören. Und Sie tun das praktisch von Anfang an“, lobte der Oberbürgermeister, der zugleich die Professionalität und die Motivation der Helferin herausstellte. „Sie beweisen damit nicht nur ein offenes Ohr, sondern auch ein hörendes Herz und eine tätige Hand. Sie leisten damit ganz praktisch einen Dienst der Nächstenliebe – auch wenn man diesen Nächsten nicht sieht, sondern nur hört.“ Mit großem Applaus wurde Widerer die Ehrennadel ausgehändigt.
Das Thema Telefonseelsorge sorgte denn auch beim anschließenden Stehempfang noch für reichlich Gesprächsstoff, ebenso wie viele andere Themen und Erinnerungen der Geehrten. Alle waren sich einig: Die Ehrungen sind Dank und Anerkennung der Stadt, aber auch Motivation zum Weitermachen – und so soll es auch sein.
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