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Barrierefreiheits-Auszeichnung für den Bahnhof Bayerisch Gmain und Fördergeld für eine schnellere Bahnstrecke Freilassing–Berchtesgaden

Bayern will das Bahnfahren im Berchtesgadener Land beschleunigen und stellt 110.000 Euro bereit, damit die DB Netz AG in einer Machbarkeitsstudie eine Geschwindigkeitserhöhung im Streckenabschnitt zwischen Bad Reichenhall und Berchtesgaden untersucht. „Das ist eine der langsamsten Strecken in Bayern. Wir wollen, dass sich das bald ändert und das Reisen mit dem Zug dort attraktiver wird“, betonte Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter anlässlich der Förderbescheidübergabe an die DB am Bahnhof Bayerisch Gmain. Zusammen mit Bayerns Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber, die auch für die ländliche Entwicklung zuständig ist, zeichnete er zudem den kürzlich von der DB modernisierten Bahnhof mit dem Signet „Bayern barrierefrei“ aus.

„Der heutige Tag ist ein Meilenstein für einen verbesserten öffentlichen Nahverkehr im Berchtesgadener Land. Ein attraktiver Bahnverkehr bedeutet mehr Lebensqualität im ländlichen Raum. Er ist auch ein absolutes Plus für eine nachhaltige Tourismusregion, die den Klimaschutz im Blick hat. Gerade für ältere und Fahrgäste mit Behinderung bedeutet die Barrierefreiheit der Bahnhöfe eine wirkliche Erleichterung“, so Staatsministerin Michaela Kaniber bei der Übergabe.

Der Freistaat hatte den 2022 fertiggestellten Ausbau des Bahnhofs in Bayerisch Gmain mit 400.000 Euro unterstützt. Seitens der DB nahmen Christian Weigenand von der DB Netz AG und Helmut Zöpfel, Leiter des Bahnhofsmanagements Rosenheim, den Bescheid und das Signet entgegen.

Klaus-Dieter Josel, DB-Konzernbevollmächtigter für Bayern: „Wir bauen die Bahninfrastruktur im Freistaat kontinuierlich aus. Die Modernisierung von Bahnhöfen ist dabei ein wichtiger Baustein – ebenso die Ertüchtigung auch kleinerer Bahnstrecken. Denn: Bayern braucht eine starke Schiene, um für die Herausforderungen der Zukunft gewappnet zu sein – und darum sind wir dankbar für den finanziellen Rückenwind aus öffentlicher Hand, der auch in diesen Zeiten Planungen und Investitionen ermöglicht.“

Die angestrebte Geschwindigkeitsanhebung auf der Strecke südlich von Bad Reichenhall wird als Nebeneffekt ein Plus an Barrierefreiheit mit sich bringen. Denn durch den Zeitgewinn könnten die Züge im Bahnhof Berchtesgaden nahezu ausschließlich am barrierefrei erreichbaren Bahnsteig 1 halten und wieder abfahren. Hauptzweck ist aber, mit der Erhöhung der Streckengeschwindigkeit auf 60 km/h beziehungsweise teilweise sogar auf 70 km/h mehr Stabilität im Fahrplan zu bekommen. „Wir wollen damit noch mehr Fahrgäste auf die Schiene bringen. Deshalb macht der Freistaat für die Untersuchung auch freiwillig Mittel aus dem bayerischen Klimaschutzprogramm locker“, so Verkehrsminister Bernreiter. Der Fördersatz beträgt 90 Prozent. Die DB schätzt, dass sie bis Mitte 2024 erste Ergebnisse liefern kann.

Die Stationsumbaukosten in Höhe von rund 3,1 Millionen Euro finanzierte der Bund alleine im Rahmen der Förderinitiative zur Attraktivitätssteigerung und Barrierefreiheit von Bahnhöfen (FABB 1). Der Freistaat beteiligt sich bei Bayerisch Gmain mit rund 400.000 Euro an den Folgekosten für Betrieb und Unterhalt der Station.

Der Bahnhof Bayerisch Gmain war 2021 und 2022 vom Bahnhofsbetreiber DB Station&Service AG im Rahmen des vom früheren Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer initiierten Sonderprogramms FABB 1 modernisiert und barrierefrei ausgebaut worden. Insgesamt sind dort rund 3,1 Millionen Euro investiert worden. Davon profitieren im Schnitt täglich rund 350 Ein- und Aussteiger. Nachdem parallel dazu auch der Nachbarbahnhof Bischofswiesen barrierefrei umgebaut worden ist, sind nun mit Ausnahme des Kopfbahnhofs in Berchtesgaden alle Stationen entlang dieser Strecke barrierefrei. „Das ist eine Spitzenquote, wenn man bedenkt, dass bayernweit noch nicht einmal die Hälfte aller Bahnstationen barrierefrei ist“, betonte Bernreiter.

Die knapp 20 km lange Bahnstrecke zwischen Bad Reichenhall und Berchtesgaden, an der auch der Bahnhof Bayerisch Gmain liegt, kann aktuell mit 50 km/h, teilweise sogar nur mit 40 km/h befahren werden. Ursächlich hierfür ist insbesondere die Topographie mit zahlreichen engen Kurven und einer für Bahnstrecken ungewöhnlichen Steilheit von bis zu 41 Promille sowie über 50 Bauwerken und vielen, nicht technisch gesicherten Bahnübergängen. Zuständig für die bundeseigene Schieneninfrastruktur und damit auch für barrierefreie Ausbauten und Geschwindigkeitserhöhungen ist gemäß Grundgesetz eigentlich der Bund.

red/Pressemitteilung Bayerisches Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr
Bild © StMB
bahnhof bayerisch gmain barrierefrei 00

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