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Ende einer Ära: Rotes Kreuz ehrt Hannelore Bohm und ihr Laufener Team für jahrzehntelange ehrenamtliche Hilfe bei den Blutspendeterminen

Die Nachfolge für Bohm wird die 69-jährige Beate Chylla-Ratzesberger aus Oberheining.

Der BRK-Kreisverband Berchtesgadener Land und der Blutspendedienst des Bayerischen Roten Kreuzes (BSD) haben Hannelore Bohm und ihr ehrenamtliches Team für die jahrzehntelange Organisation der Blutspende-Termine in der Salzachstadt und ihr Engagement im Arbeitskreis Soziale Dienste der BRK-Bereitschaften geehrt. Die heute 82-jährige Bohm hatte als ehrenamtliche Mitbegründerin des Arbeitskreises Soziale Dienste der heimischen BRK-Bereitschaften vor rund 35 Jahren auch die Organisation der Blutspende-Termine in Laufen übernommen und übergibt ihr Amt nun in jüngere Hände: Die 69-jährige Oberheiningerin Beate Chylla-Ratzesberger ist bereits seit vergangenem Herbst neue Ansprechpartnerin für die ehrenamtlichen Blutspende-Helfer in der Salzachstadt und betreut zusammen mit Birgit Grasser, Marga Bake, Johanna Schmidbauer und weiteren Helfern die Termine, wobei Bohm weiterhin im Hintergrund bei Fragen und Engpässen bereitsteht.

BRK-Kreisgeschäftsführer Tobias Kurz, der Sprecher der ehrenamtlichen Blutspende-Helfer im Landkreis, Edi Schmid und die vor allem über Jahrzehnte hinweg für die freiwillige Sozialarbeit zuständige Ehren-Kreisbereitschaftsleiterin Kathi Kraller trafen sich mit den aktiven und ehemaligen Ehrenamtlichen im Café Steinbach zu einer Abschiedsfeier für Hannelore Bohm und überreichten Blumen eines örtlichen Floristen an die Frauen und einen Aufsteller an den immer sehr hilfsbereiten Metzger Hermann Braunsperger, der die Termine mit seinen Waren versorgt und seit langer Zeit auch beim Aufräumen hilft. Bohm war überrascht, als ihr Kurz und Schmid die goldene Ehrenplakette des BSD für ihre besonderen Verdienste verliehen.

Bohm organisierte über die Jahrzehnte hinweg mit insgesamt bis zu 40 Ehrenamtlichen regelmäßig Besuche im Seniorenheim, jeden zweiten Freitag kleine oder größere Ausflüge für Senioren und Menschen mit Behinderungen, feierte mit Heimbewohnern Geburtstage und Feste und sammelte Spenden, um die Unkosten für die Sozialarbeit decken zu können. Den ehrenamtlichen Besuchsdienst im Laufener AWO-Heim gibt es heute noch, um die anderen Aufgaben kümmern sich aber mittlerweile meist nur noch professionelle Heim-Angestellte.

Viele treue Blutspender kommen auch deshalb regelmäßig zu den Terminen, weil sie sich freuen, wenn sie alt bekannte Rotkreuzler treffen. Bohm dankte in ihrem Rückblick einigen der anwesenden und ehemaligen Helfer persönlich und brachte zum Ausdruck, wie erfüllend und sinnstiftend das Ehrenamt für viele Menschen auch im Rentenalter ist, wenn sie nach ihrem oft auch durch ganz andere Werte geprägten Arbeitsleben weiterhin gebraucht werden, in der uneigennützigen Hilfe für andere Menschen Erfüllung finden, einen wichtigen sozialen Beitrag zur Gesellschaft leisten können und dadurch selbst geistig und körperlich fit bleiben: Adi Böswald war einige Male immer wieder kurzfristig der Retter in der Not, wenn es personell gebrannt hat. Trotz mehrerer Ersatzteile im Knie und in der Hüfte hat Fahrer Georg Grasser jahrelang die schweren Kisten mit Geschirr geschleppt. Birgit Grasser brachte genauso wie Sigmund Bohm die Werbe-Transparente an, der die Aufgabe dann aber wegen seiner Gichtfinger nicht mehr ausführen konnte. Der immer besonders gut gelaunte Bruno König half jahrelang als Fahrer und dann im Service bei den Terminen vor Ort mit. Ursula Appel war viele Jahre lang bis zu ihrem 80. Geburtstag Chefin an der Spüle, lebt aber mittlerweile im Traunreuter Seniorenheim, wobei ihr die Laufener eine von allen Helfern unterschriebene Karte geschickt haben. Die heute 95-jährige Rosa Baierl war mit über 30 Jahren mit am längsten im Arbeitskreis dabei: „Sie war extrem motiviert, nie aufzuhalten und für alles einsetzbar!“, lobt Bohm, die ihr zusammen mit Schmid Blumen ins Haus brachte. Marga Bake ist selbst noch aktive Blutspenderin und hilft seit der Corona-Pandemie bei Organisation, wobei sie ein besonderes Augenmerk auf die Hygiene-Auflagen und Abstände wirft. Ilse Brandstätter ist seit Jahren eine große Hilfe am Empfang und lässt sich auch von den gelegentlichen Tücken der Technik nicht einschüchtern. Evi Riedmann kennt im Laufen jeder – sie hilft wie die sehr gewissenhafte Hedy Rüttinger regelmäßig im Service mit, die aber manchmal verzweifelt, wenn der Apparat wieder mal ganz anders aussieht als beim letzten Termin und sie dann die routinierten Münchener nach einer neuen Einweisung fragen muss. Johanna Schmidbauer - „unsere stille und immer zuverlässige Helferin“ – wird dem Team auch weiterhin die Treue halten und mitarbeiten, wenn sie gebraucht wird. Annemarie Steinhauer-Wollermann ist ebenfalls bereits seit Jahrzehnten ehrenamtlich aktiv; sie achtet darauf, dass jeder Spender sein Geschenk bekommt und hat für die Kinder immer ein Extra-Zuckerl parat. Ihre Familie, die Tochter und die erwachsenen Enkelinnen kommen eigens nach Laufen zum Blutspenden, wenn ihre Oma im Einsatz ist. Die durch ihre vielfältige Vereinsarbeit und ihre Arbeit im Gymnasium bei vielen Spendern sehr bekannte Rosmarie Steinmetzer hilft im Service mit und motiviert die Besucher, immer wieder zur Blutspende zu kommen.

Beate Chylla-Ratzesberger ist mit ihren 69 Jahren die jüngste ehrenamtliche Mitarbeiterin im Team, aber auch schon seit einigen Jahren dabei und deshalb routiniert und erfahren. Sie hatte sich spontan bereit erklärt, die organisatorischen Aufgaben von Hannelore Bohm zu übernehmen und in der nächsten Generation weiterzuführen, nachdem einige lang gediente Senioren aus Altersgründen aufhören wollten. „Mit ihrer beruflichen Routine in der Pharma-Industrie meistert sie die oft anspruchsvollen Corona-Auflagen und schafft es, dass die Termine trotz der schwierigen Rahmenbedingungen gut besucht stattfinden können“, lobt Bohm.

Metzgermeister Herrmann Braunsperger ist Nachbar des Spender-Lokals in der Schule, hat die passenden Geräte zur Geschirr-Reinigung und stets Nachschub, wenn die Brotzeit bei unerwartet viel Andrang knapp werden sollte. Er hat gemeinsam mit Beate Chylla-Ratzesberger ein neues Konzept erarbeitet, so dass die Spender ohne Kontakt zu anderen Menschen zu ihren Wurst- oder Käsesemmeln kommen – an anderen Orten gab es während der Corona-Pandemie keine Verpflegung mehr. Jahrelang war auch die ehemalige Bäckerei Schneider/Hartl - jetzt Lechner - zuverlässiger Lieferant der Semmeln.

Kurz informierte die Ehrenamtlichen zu aktuellen Neuerungen und Entwicklungen im BSD und dankte zusammen mit den anderen Anwesenden Bohm für die Organisation ihres Abschiedsfestes und den „schönen und gelungenen Nachmittag“. Bohm hat mittlerweile allen Gästen auch ein Erinnerungsfoto zukommen lassen. Wer ehrenamtlich bei der Blutspende in Laufen mithelfen will, kann sich unverbindlich über die E-Mail-Adresse freiwilligenarbeit(at)kvbgl.brk.de oder telefonisch bei den Ehrenamtsbeauftragten Andreas Schneider (+49 (0) 8651 9590-21) oder Florian Halter (+49 (0) 8651 9590-46) melden.

red/Pressemitteilung BRK BGL
Bilder © BRK BGL
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