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11. Kommunales Energieeffizienz-Netzwerk im Berchtesgadener Land

Zum 11. Treffen des Kommunalen Energieeffizienz-Netzwerks Berchtesgadener Land konnten sich die Teilnehmer nach fast einem Jahr wieder in Präsenz treffen. Bürgermeister Armin Wierer freute sich, die Netzwerkteilnehmer zum Thema „Vor- & Nachteile von Mikrogasturbinen am Projektbeispiel Bayerisch Gmain“, begrüßen zu dürfen, vor allem, da beim letzten Präsenztreffen die Energieeffizienz in Kläranlage in Piding Thema war, wo auch die dort installierten Mikrogasturbinen besichtigt werden konnten und sich die Treffen somit gut ergänzen.

Nach der Einführung zum Ablauf des Netzwerktreffens durch Bettina Mühlbauer von der Energieagentur Südostbayern GmbH, als Netzwerkmoderatorin, übergab sie das Wort an den online zugeschalteten Prof. Dr. Brautsch vom Institut für Energietechnik (IfE), dem Netzwerkmanager, der leider nicht nach Bayerisch Gmain kommen konnte, umso mehr die Technik begrüßt, die ihn dennoch dabei sein lässt. Damit stieg Herr Brautsch dann in die Präsentation der verschiedenen Projekte der Netzwerk-Kommunen ein, die während der Netzwerklaufzeit seit 2019 bearbeitet wurden bzw. noch bearbeitet werden. So wird in Saaldorf-Surheim ggf. noch die Beleuchtung am Sportplatz betrachtet, nachdem die Berechnungen für die Photovoltaikanlagen auf dem Sportzentrum und dem Rathaus abgeschlossen sind. Ebenfalls konnte in Piding die Potenzialanalyse für Hochlastzeitfenster abgeschlossen werden und in Freilassing laufen aktuell die Berechnungen für eine PV-Anlage für die Eigenversorgung mit Anschluss an den Energieverbund Badylon.

Prof. Dr. Markus Brautsch informierte zum Abschluss des Sachstandsberichts im Netzwerk die Teilnehmer über aktuelle Themen wie dem Gebäude-Elektromobilitätsinfrastruktur-Gesetz (GEIG), das die EU-Gebäuderichtlinie zum Aufbau von Lade- und Leitungsinfrastruktur für Elektromobilität umsetzt. Förderprogramme für den Klimaschutz in Kommunen, die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) sowohl für Wohn- und Nicht-Wohngebäude als auch Einzelmaßnahmen oder die Corona-gerechte Um- und Aufrüstung von Raumlufttechnischen-Anlagen wurden ebenfalls kurz vorgestellt.

Den Einstieg in den fachlichen Teil des Energieeffizienz-Netzwerktreffens gab diesmal direkt der Gastreferent Dipl.-Ing. (FH) Anton Mader der Dippold + Gerold Beratende Ingenieure GmbH in Prien, der die Ertüchtigung der Kläranlage und den Einbau der Mikrogasturbine in Bayerisch Gmain begleitet. Zunächst stellte Herr Mader den aktuellen Stand der Kläranlage vor, in der die Wärmeerzeugung noch über einen Heizkessel erfolgt, das Überschuss-Gas kontrolliert mit einer Gasfackel verbrannt wird und der Stromverbrauch bei rund 250.000 KWh/a liegt. Nach der Ertüchtigung der Kläranlage senkt sich der Stromverbrauch auf rund 210.000 kWh/a und mit dem Einbau des Blockheizkraftwerks (BHKW) mit Mikrogasturbine wird mit dem Abfallprodukt Klär-Gas sowohl Wärme als auch Strom direkt für die Kläranlage erzeugt und damit effizient genutzt. Mit einem Wirkungsgrad von rund 90 % ist ein BHKW eine zukunftsweisende Technologie, mit einer Mikrogasturbine läuft das Blockheizkraftwerk ohne Vibrationen und leiser als mit einem normalen Gasmotor, die Emissionen sind sehr gering und die Anlage ist sehr kompakt. Als Wehrmutstropfen bei Mikrogasturbinen führt Herr Mader die höheren Investitionskosten, einen erforderlichen Gasverdichter und den geringeren elektrischen Wirkungsgrad an. Dennoch belaufen sich die Kosten pro kW bei einer Mikrogasturbine auf rund 2 Cent wogegen ein Kolbenmotor auf 5 Cent pro kW kommt.

Nachdem das nächste Netzwerktreffen im Oktober gleichzeitig das Abschlusstreffen des Kommunalen Energieeffizienz-Netzwerks Berchtesgadener Land darstellt, wurde die Zukunft des kommunalen Netzwerks besprochen. Nach der Befragung der Netzwerkkommunen ist die Stimmung sehr positiv, was die Fortführung eines kommunalen Klimaschutz-Netzwerkes betrifft und eine Zusammenstellung der Möglichkeiten und Rahmenbedingungen wird den Kommunen weitergegeben, sodass ein neues Netzwerk initiiert werden kann.

red/Pressemitteilung Energieagentur Südostbayern GmbH
Bild © Energieagentur Südostbayern GmbH
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