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Ursprünglich, ökologisch wertvoll und identitätsschaffend: Die Wiederentdeckung des Berchtesgadener Vogels

In Kooperation mit der Biosphärenregion Berchtesgadener Land baut Peter Forster, Leiter der Landwirtschaft in der JVA Laufen-Lebenau, den Berchtesgadener Vogel nach den ökologischen Richtlinien von Naturland auf gut einem halben Hektar an.

Beim Berchtesgadener Vogel handelt es sich um eine alte, voralpine Getreidesorte, die auf der Roten Liste der gefährdeten einheimischen Nutzpflanzen in Deutschland steht. Der Berchtesgadener Vogel wurde lange Zeit in der nationalen Genbank in Gatersleben bewahrt, bevor er von Dr. Klaus Fleißner von der Landesanstalt für Landwirtschaft entdeckt und im Jahr 2018 zum ersten Mal im Biosphären-Getreidegarten in Saaldorf-Surheim zwischenvermehrt wurde.

Peter Forster, der sich auch mit der Haltung des Deutschen Waldschafs für den Erhalt der genetischen Vielfalt engagiert, säte den Berchtesgadener Vogel Ende Oktober letzten Jahres und ist begeistert von seinem Aufwuchs. Nach einmaligen Striegeln und dem Ausbringen von Kleegras als Untersaat im April, hat der Berchtesgadener Vogel im Vergleich zu der neben ihm wachsenden Triticale die lange, nasse Kälteperiode im Frühjahr gut weggesteckt. Er ist in den letzten vier Wochen bereits bis zu einer Höhe von circa 1,60 Meter gewachsen. Diese Wuchshöhe ist typisch für alte Landsorten. Im Vergleich zum Laufener Landweizen, den Peter Forster bereits seit 15 Jahren anbaut, leuchtet der Berchtesgadener Vogel weniger rötlich, sondern eher grünlich und besitzt etwas kürzere Grannen. Auch hat er einen etwas niedrigeren Wuchs. Durch seine Höhe und den relativ lichten Bestand bietet der Berchtesgadener Vogel optimale Voraussetzungen für Ackerwildkräuter, diese sollen dann mit der Neuaussaat im Herbst ausgebracht werden.

Nach der Ernte gegen Ende Juli wird die Verwaltungsstelle der Biosphärenregion den Berchtesgadener Vogel auf verschiedene Eigenschaften, wie etwa die Backqualität und die Anfälligkeit für Weizensteinbrand untersuchen lassen. Ziel ist es, neben dem Laufener Landweizen, aus einer weiteren alten Landsorte hochwertige Biosphären-Produkte entstehen zu lassen. Erste Ideen von Verarbeitern gibt es bereits.

Da die Geschichte des Berchtesgadener Vogels kaum dokumentiert ist, freut sich die Verwaltungsstelle der Biosphärenregion über Informationen zur Historie und zum früheren Anbau dieser alten Landsorte an Karin Heinrich unter karin.heinrich@reg-ob.bayern.de oder Tel: 08654-30946-16.

Um das Feld mit dem Berchtesgadener Vogel zu besuchen, können Sie bis zum Tor der JVA Laufen-Lebenau fahren. Dort nehmen Sie dann rechter Hand den Feldweg in den Wald hinein (bevorzugt zu Fuß oder mit dem Rad), immer geradeaus bleiben in Richtung Salzach (nicht die ersten beiden Möglichkeiten rechts nehmen). Sie folgen dem Weg dann nach rechts weiter, sobald Sie aus dem Wald herauskommen und sich rechter Hand die Felder auftun. So gelangen Sie zum Acker mit dem Berchtesgadener Vogel, ein Feldschild liefert Ihnen weitere wertvolle Informationen. In den Feldern von Berchtesgadener Vogel und Triticale wurden auch Lerchenfenster angelegt, vielleicht haben Sie sogar das Glück, eine Lerche mit ihrem wunderbaren Gesang zu beobachten. Die Koordinaten des Feldes sind WGS 84 N 47,95329 E 12,91317.

Auf dem Acker neben dem Berchtesgadener Vogel warten auch schon die Kartoffeln der Sorte Agria auf die Ernte im Herbst – die JVA veranstaltet dann wieder ihr Kartoffelfest „Bio-Erdäpfel am Feld selber klauben“.

Auch Naturland Landwirtin Veronika Niederstrasser, die gemeinsam mit der Biosphärenregion den Biosphären-Getreidegarten in Saaldorf-Surheim bewirtschaftet, baut in Steinbrünning in diesem Jahr den Berchtesgadener Vogel auf einem halben Hektar Fläche an.

red/Pressemitteilung Biosphärenregion BGL
Bild © Biosphärenregion BGL
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