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Kommunales Energieeffizienz-Netzwerk Berchtesgadener Land – Kommunen-Netzwerk informiert sich dieses mal virtuell

Für das 8. Treffen des Kommunalen Energieeffizienz-Netzwerks Berchtesgadener Land sind die Teilnehmer diesmal, Corona-Pandemie bedingt, virtuell zum Thema „Energetische Sanierung von kommunalen Liegenschaften“ zusammengekommen.

Zunächst stellt Peter Pospischil von der Energieagentur Südostbayern GmbH als Netzwerkmoderator den Aufbau des Netzwerks mit moderierten, regelmäßig stattfindenden Netzwerktreffen und der energietechnischen Beratung für die Netzwerkteilnehmer durch das Institut für Energietechnik (IfE) noch mal vor. Herr Prof. Dr. Markus Brautsch vom IfE, dem Netzwerkträger, präsentiert dann die verschiedenen Projekte der Netzwerk-Kommunen. Aufgrund der bereits zweijährigen Netzwerklaufzeit sind die Anzahl der Projekte in den teilnehmenden Kommunen inzwischen sehr unterschiedlich, Brautsch betonte hierzu, dass bereits einige Projekte abgeschlossen werden konnten, viele sowohl in Bearbeitung als auch den Startlöchern sind. So konnten in Bischofswiesen die Projekte zur Heizung im Rathaus und dem BHKW für den Schulcampus abgeschlossen werden und in Berchtesgaden wird in Kürze mit der Umsetzung der Energiesparkonzepte für die kommunalen Liegenschaften begonnen.

Prof. Dr. Markus Brautsch informierte zum Abschluss des Sachstandsberichts im Netzwerk die Teilnehmer über aktuelle Themen wie Forschungsprojekte zu Standard-Lastprofilen oder Hochlastzeitfenster zur Flexibilisierung des Strommarkts. Auch Änderungen in der Förderlandschaft für Energieeffizienz in Kommunen, wie das Bayerische Förderprogramm „KommKlimaFÖR“ oder die Aktualisierungen der Fördersätze in der Kommunalrichtlinie waren Thema.

Zum Einstieg in den fachlichen Teil des Energieeffizienz-Netzwerktreffens gab Prof. Dr. Markus Brautsch zunächst einen theoretischen Einblick auf gesetzliche Rahmenbedingungen, die hierbei zu beachten sind und welche Fördermöglichkeiten Kommunen für die Sanierung nutzen können. Hauptaugenmerk lag hier beim neuen „Gebäude Energie Gesetz“ (GEG), das die Regelungen aus dem „Energie-Einsparungs-Gesetz“ (EnEG) der „Energie-Einspar-Verordnung“ (EnEV) und dem Erneuerbare-Energien-Wärme-Gesetz (EEWärmeG) zusammenfasst und seit dem 01. November 2020 in Kraft getreten ist. Dem neuen Gesetz folgen bisher keine höheren Anforderungen an die Bauherren - es bleiben beispielsweise die Regelungen für Energieausweise auch in öffentlichen Gebäuden und, dass ein Teil des Wärmebedarfs mit erneuerbaren Energien abgedeckt werden muss, wenn Maßnahmen durchgeführt werden.
Auch die Förderlandschaft für Kommunen bleibt lukrativ mit Förderungen für Energieberatungsleistungen, Energieeffizienzmaßnahmen und Heizen mit erneuerbaren Energien. Für Effizienzgebäude sowohl im Wohnungsbau als auch im Nicht-Wohnungsbau gibt es attraktive Förderungen, die mit Hilfe eines Energieeffizienz-Experten bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) zu beantragen sind.

Den fachlichen Part rundete die Gemeinde Saaldorf-Surheim mit der kurzen Vorstellung der energetischen Rathaussanierung ab. Geschäftsleiter Bernhard Bräuer erläuterte zunächst die Analyse des Ist-Zustandes des Gebäudes, woraus dann Sanierungsvarianten erarbeitet werden konnten. Die Dachdämmung, Dämmung der Kellerdecke und der Fenstertausch waren hierbei schnell fix, da damit 22% des Brennstoffbedarfs eingespart und der Primärenergiefaktor von 218 auf 162 kW/m²a gesenkt werden kann. Die Entscheidung für einen Biomasse-Heizkessel war, mit der Senkung des Primärenergiebedarfs auf nur noch 38 kWh/m²a, ebenfalls schnell getroffen. Neu mit einbezogen wurde dann ein Wärmeverbund mit Rathaus, Feuerwehr und Schule, der die CO2-Emissionen auch in diesen Gebäuden entsprechend senken würde. Damit blieb nur noch die Entscheidung zu treffen, ob eine Hackschnitzel- oder Pelletsheizung installiert werden sollte, was positiv für die Pelletsheizung ausgefallen ist, die heute mit 27 t Pellets pro Jahr das Rathaus, die Schule und das Feuerwehrhaus mit Wärme versorgt.

Zum Abschluss des Netzwerktreffens wurde bereits auf den nächsten Termin im Januar hingewiesen, der voraussichtlich wohl auch wieder virtuell stattfinden muss.

red/Pressemitteilung Energieagentur Südostbayern GmbH

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