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Großbrand einer leerstehenden Pension in Berchtesgaden

Während der Löscharbeiten stürzte ein Atemschutzgeräteträger über eine Treppe ab und erlitt leichte Verletzungen.

Polizeibericht


Am späten Sonntagabend, 22.12.2019, kurz nach 22:00 Uhr, bemerkte ein Passant in der Königsseer Straße in Berchtesgaden einen Brand in einer derzeit leerstehenden Pension und setzte einen Notruf ab. Beim Eintreffen der Freiwilligen Feuerwehr standen bereits zwei Geschosse in Vollbrand. Die Löscharbeiten dauerten bis in die frühen Morgenstunden des Montag. Der Sachschaden beträgt nach ersten vorsichtigen Schätzungen mindestens 150.000 Euro.

Noch in der Nacht übernahm der Kriminaldauerdienst der Kriminalpolizeiinspektion Traunstein die ersten Ermittlungen vor Ort. Nach dem Ende des Feuerwehreinsatzes übernahm eine Streifenbesatzung der Polizeiinspektion Berchtesgaden die Bewachung des Objekts. Mittlerweile hat das für Brände zuständige Fachkommissariat der Kripo Traunstein die Sachbearbeitung übernommen.

Zum momentanen Zeitpunkt liegen noch keine Hinweise zur Brandursache vor, weshalb die Kripo zur Unterstützung der Ermittlungen einen Brandsachverständigen des Bayerischen Landeskriminalamtes hinzuziehen wird. Die weiteren Ermittlungen im Gebäude hängen von der Prüfung und Wiederherstellung der Statik ab, welche durch den Brand stark in Mitleidenschaft gezogen wurde.

BRK-Bericht


Dass der Einsatz in verrauchten Gebäuden unter Atemschutz alles andere als ungefährlich ist und die sanitätsdienstliche Absicherung solcher Einsätze sehr wichtig ist, hat sich am Sonntagabend in Berchtesgaden beim Brand in einer ehemaligen Pension in der Königsseer Straße gezeigt: Ein Feuerwehrmann war über eine Treppe abgestürzt, wobei er aber nach erster Einschätzung des Roten Kreuzes Glück im Unglück hatte und leicht verletzt davonkam.

Anwohner hatten bereits kurz nach 22 Uhr Uhr Rauch im Freien vor dem derzeit unbewohnten Gebäude bemerkt und einen Notruf abgesetzt. Die Feuerwehr stellte dann einen Zimmerbrand im Erdgeschoß mit starker Rauchausbreitung im Gebäude fest, erkundete unter Atemschutz den verschachtelten, unübersichtlichen und schwer zugänglichen Komplex in Hanglage, wo seit längerer Zeit Umbauarbeiten stattfinden und machte sich auf die Suche nach dem Brandherd, wobei sich das Feuer offensichtlich bereits vom Erdgeschoss über mehrere Stockwerke ausgebreitet hatte. Der Einsatzleiter forderte deshalb rasch weitere Feuerwehreinheiten nach. Gegen 22.40 Uhr stürzte dann ein 43-jähriger Atemschutzgeräteträger im verrauchten Gebäude mehrere Meter tief über eine Treppe ab. Seine Kameraden retteten den Mann ins Freie, wo ihn die Rettungswagenbesatzung des Berchtesgadener Roten Kreuzes und der nachgeforderte Notarzt übernahmen. Der Mann kam nach erster Einschätzung den Umständen entsprechend leicht verletzt davon und wurde nur vor Ort ambulant behandelt und untersucht.

Im Einsatz waren über 150 ehrenamtliche Männer und Frauen der Freiwilligen Feuerwehren Berchtesgaden samt der Löschzüge Au und Maria Gern, Bischofswiesen, Marktschellenberg, Schönau und Königssee und der Baufachberater des Technischen Hilfswerks (THW), wobei die Nachbarwehren zum Teil nur zur Gebietsabsicherung in der Marktgemeinde waren. Das Rote Kreuz sicherte die Arbeiten mit dem regulären Rettungsdienst, dem Einsatzleiter Rettungsdienst und den ehrenamtlichen Schnell-Einsatz-Gruppen (SEG´n) der BRK-Bereitschaften Bad Reichenhall und Berchtesgaden ab. Die Rotkreuzler versorgten den abgestürzten Feuerwehrmann, einen weiteren Feuerwehrmann mit einer Schnittwunde und verteilten bei einstelligen Temperaturen warme Getränke an die Einsatzkräfte. Beamte der Berchtesgadener Polizei und der Kripo Traunstein nahmen die Ermittlungen zur Brandursache auf. Die Königsseer Straße war während der mehrstündigen Löscharbeiten komplett gesperrt. Der Markt-Bürgermeister und der Stromversorger waren ebenfalls vor Ort.

Bereits vor über elf Jahren waren Feuerwehr, Polizei und Rotes Kreuz in dem Gebäude im Einsatz, da wegen eines Kaminbrands mit starker Rauchentwicklung die Bewohner evakuiert werden mussten.

red/Pressemitteilungen Polizei Oberbayern Süd, BRK BGL
Bilder © Angerer BRK BGL
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