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Immenser Sachschaden: Christophorus-Grund- und Mittelschule brennt abAKTUALISIERT

Rotes Kreuz unterstützt Großeinsatz der Freiwilligen Feuerwehren – sechs geschockte und intern erkrankte Schüler versorgt – Schule fällt am Freitag aus. An der Schule entstand ein Schaden von ca. 2 Millionen Euro. Nachtrag: Polizeibericht

BRK-Bericht


Das Rote Kreuz unterstützt seit den frühen Morgenstunden einen Großeinsatz der Freiwilligen Feuerwehren im Asthmazentrum Buchenhöhe, wo gegen 2.40 Uhr über mehrere Notrufe der Vollbrand des dortigen Schulgebäudes der Christophorus-Grund- und Mittelschule gemeldet worden war. Aus Vorsicht evakuierten die Betreuer der Einrichtung und die Einsatzkräfte zunächst auch die nicht betroffenen umliegenden Wohngebäude des Internats, wobei die Feuerwehr aber ein Übergreifen des Brandes erfolgreich verhindern konnte. Ernsthaft verletzt wurde niemand; die Sanitäter und der Berchtesgadener Notarzt mussten insgesamt sechs geschockte, frierende und internistisch erkrankte Schüler ambulant vor Ort versorgen, die anschließend an die Krankenstation des Internats übergeben und von den dortigen Medizinern weiter behandelt wurden. Der Einsatzort liegt in rund 950 Metern Höhe, wobei die Außentemperatur in der Nacht nur noch knapp über dem Gefrierpunkt lag. Die Schule fällt am Freitag aus.

Als gegen 2.40 Uhr die Notrufe eingingen, war die Lage zunächst noch unklar; die anrückenden Kräfte konnten dann aber einen Vollbrand des Schulgebäudes bestätigen und forderten Verstärkung an; währenddessen wurden bereits die angrenzenden Wohngebäude evakuiert. Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehren Berchtesgaden (mit Löschzügen Au und Maria Gern), Bischofswiesen, Schönau, Königssee, Marktschellenberg (mit Löschzug Scheffau), Ramsau, Bad Dürrnberg, Hallein, Freilassing (Atemschutz-Sammelstelle), Bad Reichenhall (Abrollbehälter Einsatzleitung & Tankfahrzeug) und Bayerisch Gmain gingen gemeinsam gegen den Großbrand vor und schafften es, das komplexe Schadensszenario unter Kontrolle zu bringen, wobei vor allem die Versorgung mit Löschwasser schwierig war. Die Ehrenamtlichen bauten unter anderem eine Schlauchleitung vom nahen Larosbach auf und richteten einen Pendelverkehr über die Scharitzkehlstraße mit Tankfahrzeugen ein. Die Feuerwehren Schönau und Berchtesgaden betrieben die Atemschutz-Sammelstelle und wurden von der Feuerwehr Freilassing dabei mit ihrem Gerätewagen Atemschutz unterstützt. Der Abrollbehälter Einsatzleitung stand vor Ort in Bereitschaft, kam aus Platzgründen dann aber nicht zum Einsatz.

Das Rote Kreuz war bis 9 Uhr zur Absicherung des komplexen Feuerwehreinsatzes mit bis zu 15 Sanitätern, einem Notarzt und sieben Fahrzeugen gleichzeitig vor Ort, darunter auch die Ehrenamtlichen der BRK-Bereitschaften Berchtesgaden und Bad Reichenhall mit ihren Schnell-Einsatz-Gruppen (SEG´n) Transport und eine Rettungswagenbesatzung des Österreichischen Roten Kreuzes (ÖRK) aus Hallein. Sie kümmerten sich um die sechs Schüler und zusammen mit vier Ehrenamtlichen des Malteser Hilfsdienstes (MHD) aus Bad Reichenhall um die Verpflegung der Einsatzkräfte mit Kaffee, Tee, kalten Getränken und mehreren hundert belegten Semmeln. „Es war super, dass wir die vorhandene Infrastruktur der Einrichtung mit der Krankenstation und dem Speisesaal nutzen konnten und keine Zelte aufbauen mussten, die aufgrund der kalten Witterung beheizt werden hätten müssen“, berichtet Rotkreuz-Einsatzleiter Hermann Scherer.

Die Schule in der Grund- und Mittelschule des Asthmazentrums Buchenhöhe fällt am Freitag aus. Die Christophorusschule am Dürreck ist nicht betroffen; dort findet der Unterricht regulär statt. Der Sachschaden beläuft sich nach ersten Schätzungen der Polizei auf zwei Millionen Euro. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen übernommen; über die Brandursache gibt es noch keinerlei Erkenntnisse.

Polizeibericht


Am Freitag gegen 02:40 Uhr wurden die Feuerwehren des Berchtesgadener Talkessels über die Integrierte Leitstelle Traunstein zum Brandort auf dem Gelände des CJD Berchtesgaden im Berchtesgadener Gemeindeteil Buchenhöhe alarmiert. Nachdem bereits auf der Anfahrt deutlicher Flammenschein erkennbar war, wurden unverzüglich weitere Feuerwehren, u.a. auch aus dem benachbarten Hallein und Dürnberg in Österreich, nachalarmiert. Insgesamt befanden sich etwa 200 Kräfte von 13 Feuerwehren im Einsatz.

Beim Eintreffen stand das zentral gelegene Schulgebäude bereits im Vollbrand und wurde unter schwierigen Bedingungen von allen Seiten durch die alarmierten Feuerwehren gelöscht. Das Gebäude brannte jedoch komplett aus und konnte nicht mehr gerettet werden. Den Einsatzkräften gelang es aber, ein Übergreifen der Flammen auf benachbarte Gebäude zu verhindern. Der Sachschaden beträgt nach ersten Schätzungen mehrere Millionen Euro. Glücklicherweise waren keine Verletzten zu beklagen.

Unmittelbar nach der Alarmierung wurden die auf dem Gelände des CJD Berchtesgaden/Buchenhöhe wohnenden Schüler und Mitarbeiter evakuiert und an einer nahen Sammelstelle fachmännisch betreut.

Aufgrund der Tatsache, dass im ausgebrannten Schulgebäude auch die Heizungsanlage für einen Großteil des Geländes untergebracht war, wurde seitens der Einrichtungsleitung eine rasche Verlegung der dort wohnenden Schüler in umliegende, ebenfalls zum CJD Berchtesgaden gehörende Gebäude oder Einrichtungen, gewährleistet. Auch die, teilweise erforderliche medizinische Betreuung der dort wohnenden Schüler, war zu keiner Zeit gefährdet. Teilweise wurden die Schüler abgeholt oder konnten die Heimreise selbständig antreten.

Der Unterrichtsbetrieb wurde in Absprache zwischen Instituts- und Schulleitung sowie mit dem Staatlichen Schulamt des Landkreis Berchtesgadener Landes bis einschließlich kommenden Dienstag, 08.10.2019, vorübergehend ausgesetzt.

Die Nachlöscharbeiten und die damit verbundene Brandwache durch die Feuerwehr werden sich voraussichtlich bis in den morgigen Samstag hinziehen. Das zuständige Fachkommissariat der Kriminalpolizeiinspektion Traunstein hat die Ermittlungen zur Klärung der Brandursache übernommen. Noch am frühen Freitagnachmittag wurde eine Gutachterin des Bayerischen Landeskriminalamts hinzugezogen. Derzeit können zur Brandursache keinerlei Aussagen getroffen werden.

red/Pressemitteilungen BRK BGL, Polizei Oberbayern Süd
Bilder © Leitner BRK BGL
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