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Literarischer Nachtspaziergang zur „Earth Hour“ am „Tag der Astronomie“

Bei fast wolkenlosem Himmel fand am 30.03.2019 – dem „Tag der Astronomie“ – ein literarischer Nachtspaziergang zur „Earth Hour“ (Stunde der Erde) in Laufen statt. Eingeladen hatte die Biosphärenregion Berchtesgadener Land im Rahmen des Interreg-Projekts „Grenzenlos Nachhaltigkeit lernen“.

Die „Earth Hour“ ist eine globale Gemeinschaftsaktion, bei der zwischen 20:30 und 21:30 Uhr immer am letzten Samstag im März in Millionen Haushalten, bei Sehenswürdigkeiten und in öffentlichen Gebäuden weltweit das Licht ausgeschaltet wird, um auf die Zusammenhänge zwischen Energieverbrauch, Klimaschutz und Lichtverschmutzung aufmerksam zu machen.

Geleitet wurde die Exkursion von Meike Krebs-Fehrmann, Bildungsreferentin der Biosphärenregion, und Otto Pilzer, Mitglied der „Astronomischen Arbeitsgruppe Laufen e.V.“. Mit dem Gedicht „Sterne“ von Rainer Malkowski startete der Nachtspaziergang. Vom Rottmayr-Gymnasium aus ging es in die Stadt, dann über den Europasteg zur Kalvarienbergkapelle in Oberndorf und weiter nach Maria Bühel. Von den Stufen der Kalvarienbergkapelle hatten die Teilnehmenden einen guten Blick über das hell erleuchtete Laufen. Auch wenn die Lichter der Stadt romantisch wirken mögen, zum Sterneschauen war die sogenannte „Lichtverschmutzung“ zu hoch. Doch kaum hatte die Gruppe die Kapelle passiert, stand sie wortwörtlich im Dunkeln. Über den Feldern bis Maria Bühel war von den Lichtern der Stadt nichts mehr wahrnehmbar und es bot sich eine gute Sicht auf die Sternbilder des Winter- und Frühlingshimmels.

Otto Pilzer erklärte das Wintersechseck und das gerade aufgehende Frühlingsdreieck. Auch die bekannten Sternbilder Großer und Kleiner Wagen, letzterer mit dem Polarstern, der in Richtung Norden weist, waren mit bloßem Auge zu erkennen. Der markante Orion mit seinen drei Gürtelsternen und der Planet Mars gehörten ebenfalls zum Beobachtungsprogramm. Passend zum Sternenhimmel und dem Spiel zwischen Licht und Dunkelheit hörten die Teilnehmenden weitere Gedichte aus der Romantik und anderen Epochen. Denn der Sternenhimmel bewegt nicht nur Physiker und Astronomen, sondern inspirierte auch Schriftsteller zu allen Zeiten. Auf dem Rückweg zeigte sich den Teilnehmenden ein veränderter Blick auf die Stadt Laufen: Aufgrund der an den öffentlichen Gebäuden ausgeschalteten Lichter war es deutlich dunkler.

Starke und permanente Beleuchtung wirkt sich negativ auf Fledermäuse, Nachtfalter, Zugvögel, Fische und nachtaktive Tiere aus, die in ihrem natürlichen Lebensraum und in ihrem Tag-Nacht-Rhythmus gestört werden, erklärte Meike Krebs-Fehrmann. Darum ist nicht nur der hohe Energieverbrauch, der durch unbedachte Dauerbeleuchtung Geldbeutel und Klima belastet, kritisch zu betrachten.

Zurück am Gymnasium erwartete die Gruppe noch eine ganz besondere Überraschung. Da die Sternwarte der Schule derzeit von den Umbaumaßnahmen des Gymnasiums betroffen und nicht nutzbar ist, hatten Markus Dorfberger und Jakub Sefrhans, ebenfalls Mitglieder der „Astronomischen Arbeitsgruppe Laufen e.V.“, zwei Teleskope aufgestellt. Durch die Teleskope konnten die Teilnehmenden sogenannte Offene Sternenhaufen mit Hunderten und Kugelsternhaufen mit Millionen von Sternen sehen. Für Sternegucker ist die Lichtverschmutzung besonders hinderlich. Dabei geht es nicht darum, Beleuchtung zu verbieten, sondern sie bewusster und intelligenter einzusetzen. Hier kann jeder im Alltag aktiv werden.

Die nächste Veranstaltung des Projekts „Grenzenlos Nachhaltigkeit lernen“ in Laufen findet am Dienstag, 04.06.2019 mit dem Titel „Kann Sonne Klimaschutz?“ mit einer Exkursion zu einem Solarhaus und Vorträgen über Solarthermie und Photovoltaik in Kooperation mit der „Energieagentur Südostbayern“ statt. Weitere Infos unter www.biosphaerenregion-bgl.de.

red/Pressemitteilung Biosphärenregion BGL
Bilder © Biosphärenregion BGL
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